53 Sonntage 53 Domingos 53 Sundays Netflix Streamen online Video on Demand
© Manolo Pavón/Netflix

53 Sonntage

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„53 Sonntage“ // Deutschland-Start: 27. März 2026 (Netflix)

Inhalt / Kritik

Es ist ein nicht ganz so schöner Anlass, der die drei Geschwister Julián (Javier Cámara), Natalia (Carmen Machi) und Victor (Javier Gutiérrez) zusammenbringt. Ihr Vater ist inzwischen 86 Jahre alt und nicht mehr so wirklich in der Lage, für sich selbst zu sorgen. Es muss also dringend etwas geschehen. Nur was? Vielleicht ist es an der Zeit, dass er in ein Altenheim kommt. Er könnte aber auch zu einem seiner Kinder ziehen, worauf jedoch niemand wirklich Lust hat. Während die drei noch darüber diskutieren, was geschehen soll und wer welche Verantwortung trägt, kommen zahlreiche Konflikte zwischen ihnen an die Oberfläche, die sie lange unterdrückt haben …

Wichtiges Thema

Zuletzt hat Netflix eine Reihe von Titeln herausgebracht, die der Erheiterung des Publikums dienten. Das war zwar nicht immer erfolgreich. Aber der eine oder andere Titel war zumindest einen Blick wert. Vladimir beispielsweise erzählte von einer Unidozentin, die sexuelle Fantasien von ihrem neuen jüngeren Kollegen hat. Bei Big Mistakes lernen wir zwei Geschwister kennen, die durch einen fahrlässigen Diebstahl zu kriminellen Machenschaften erpresst werden und sich ständig streiten. Ganz so außergewöhnlich geht es bei 53 Sonntage nicht zu. Kriminell ist hier niemand. An Konflikten mangelt es aber ebenfalls nicht, wenn drei Geschwister zusammenkommen und über das weitere Vorgehen bei der Betreuung ihres betagten Vaters sprechen.

Das Thema ist eines, das viele irgendwann einmal in ihrem Leben betrifft und entsprechend für Identifikationsfläche sorgt. Was sollen wir tun, wenn unsere Eltern mal nicht mehr können und auf Hilfe angewiesen sind? Das wäre prinzipiell auch als Drama möglich gewesen, die Diskussion ist auch wichtig genug, um sie ernsthaft anzugehen. Der spanische Regisseur und Drehbuchautor Cesc Gay (Ein Leben ohne Liebe ist möglich, aber sinnlos, Ein Freitag in Barcelona) nimmt das aber mit Humor. Und er nimmt das Szenario als Vorwand, um in 53 Sonntage von ganz anderen Punkten zu reden. Zwar kehrt das Gespräch immer mal wieder zum Vater zurück. Oft dreht sich der Streit aber um die Geschwister und ihre Beziehungen untereinander, gar nicht so sehr um die konkrete Frage, was denn nun mit dem Vater geschehen soll.

Strittige Kammerspiel-Komödie

Diese Fokusverschiebung geht mit einer steigenden Konfliktfreudigkeit einher. Ist man anfangs noch irgendwie um eine Problemlösung bemüht oder tut zumindest so als ob, eskaliert die Situation mit der Zeit immer mehr. Die Masken fallen, die Vorwürfe nehmen zu, irgendwie liegt da vieles im Argen. Das erinnert zwangsläufig an Der Gott des Gemetzels und ähnliche Titel, bei denen ein Gespräch nach und nach aus dem Ruder läuft und man sich dann einiges an den Kopf wirft. So wie der genannte Film ist das hier als Kammerspiel inszeniert, wenn ein Großteil des Geschehens in einer Wohnung stattfindet. Wie der obige Film basiert 53 Sonntage zudem auf einem Theaterstück. Genauer hat Gay sein eigenes Theaterstück 53 diumenges adaptiert. Dass das hier eigentlich eine Bühnengeschichte ist, merkt man dem Film auch an: fast ausschließlich Dialoge, begrenzter Schauplatz, kaum Handlung.

So etwas muss man natürlich mögen, sehr filmisch ist das hier nicht. Unterhaltsam ist es aber schon, wie sich die drei da immer wieder etwas an den Kopf werfen. Zuweilen verhalten sie sich da wie Kinder, richtig souverän ist das nicht. Das bedeutet aber nicht, dass Gay das Trio zu lächerlichen Witzfiguren reduziert. An ihnen ist schon etwas mehr dran, manchmal kann man auch tatsächlich mit ihnen mitfühlen. Ein bisschen schade ist es dabei schon, dass sich 53 Sonntage so sehr auf das Private und andere Themen konzentriert und die eigentliche Diskussion so kurz kommt. Wer aber einfach nur sehen möchte, wie sich mehrere Leute gegenseitig angehen, kann hiermit seinen Spaß haben, zumal die Rollen auch gut besetzt wurden.

Credits

OT: „53 Domingos“
IT: „53 Sundays“
Land: Spanien
Jahr: 2026
Regie: Cesc Gay
Drehbuch: Cesc Gay
Vorlage: Cesc Gay
Musik: Arnau Bataller
Kamera: Rasmus Arrildt
Besetzung: Javier Cámara, Carmen Machi, Javier Gutiérrez, Alexandra Jiménez

Bilder

Trailer

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53 Sonntage
fazit
In „53 Sonntage“ kommen drei Geschwister zusammen, um zu entscheiden, wie es mit ihrem betagten Vater weitergehen soll. Die Komödie zeigt dabei deutlich ihre Theaterwurzeln, sehr filmisch ist das nicht. Unterhaltsam ist sie aber schon, selbst wenn es ein bisschen schade ist, wie wenig das Thema an sich behandelt wird.
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