Barbara Becoming Shirin David
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Barbara – Becoming Shirin David

Barbara Becoming Shirin David
„Barbara – Becoming Shirin David“ // Deutschland-Start: 13. März 2026 (Netflix)

Inhalt / Kritik

Sie gehören fest zum Angebot von Netflix dazu: Dokumentationen über Leute, die es in der Unterhaltungsindustrie zu etwas gebracht haben. In den letzten Monaten durften wir beispielsweise mehr über die britische Boyband Take That erfahren. Being Eddie blickte auf die Karriere des Schauspielers und Comedians Eddie Murphy zurück. Und dann war da ja noch Babo – Die Haftbefehl-Story, wo wir richtig tief in die Abgründe des drogensüchtigen deutschen Rappers schauen dürfen. Mit Barbara – Becoming Shirin David folgt nun der nächste deutsche Rap-Star im Programm des Streamingdiensts. Dabei könnten die beiden Dokumentarfilme trotz ähnlichen Inhalts unterschiedlicher kaum sein.

Der Mensch hinter der Maske

Der größte Unterschied ist dabei, dass das hier eindeutig etwas ist, das von der Künstlerin selbst geformt wurde. Das Faszinierende an dem Film über ihren Kollegen war das Gefühl, dass wirklich alles ungeschminkt war. Der Rapper ließ sich in einem erbärmlichen Zustand ablichten. Von dem Sprüche klopfenden Macker ist ein drogenzerfressenes Häufchen Elend geblieben. Bei Barbara – Becoming Shirin David ist das anders. Die als Barbara Schirin Davidavicius geborene Sängerin, Rapperin und Unternehmerin sieht sich selbst als eine Marke, die vorsichtig behandelt werden muss. Die Außenwirkung ist enorm wichtig, da ist kein Platz für Fehler – wie sie in mehreren Szenen beweist, wenn sie über eine Bühnenperformance schimpft.

Gleichzeitig spielt sie damit, dass alles nur eine Show sein könnte. So amüsiert sie sich an einer Stelle darüber, dass die Leute nicht wissen, ob sie mit bestimmten Darbietungen und Texten nun provozieren will oder das tatsächlich ernstmeint. Barbara – Becoming Shirin David handelt dann auch sehr viel davon, wie es eine Diskrepanz zwischen dem äußeren Auftritt und dem Menschen dahinter gibt. Das ist natürlich eine Binsenweisheit. Dass Stars im wahren Leben vielleicht anders sind und manches von dem, das wir sehen, nur eine Kunstfigur ist, das ist klar. Selten aber hat ein biografischer Dokumentarfilm das derart offensiv thematisiert wie dieser hier. Man könnte es sogar als das Hauptthema des Films bezeichnen, was für ein solches Werk eher unerwartet ist.

Letztendlich oberflächlich

Das bedeutet aber nicht, dass das Publikum deswegen einen wirklichen Blick hinter die Kulissen erwarten darf. So erfahren wir zwar schon das eine oder andere aus dem Leben der Protagonistin, etwa im Hinblick auf ihre Familie. Mehrfach kommen ihre Mutter und ihre Schwester zu Wort. Richtig intim wird das aber nicht. Ob das nun deshalb ist, weil sie kein Privatleben hat, wie sie in Barbara – Becoming Shirin David sagt, oder weil sie nicht will, dass jemand davon weiß, darüber kann man nur spekulieren. Zumindest aber ist es interessant, wenn sie ihre Bühnenpersönlichkeit ablegt und sich ganz anders ausdrückt, deutlich reflektierter ist als das grelle Alter Ego, mit dem sie vor anderen auftritt. Dafür lohnt sich dann eventuell doch ein Blick auf das Werk.

Etwas irritiert jedoch, wie wenig man über die Karriere an sich erfährt. Zwar ist es einerseits schon irgendwie erfrischend, wenn ein biografischer Dokumentarfilm über eine erfolgreiche Sängerin nicht die ganzen Triumphe ausschlachtet. Es kommen auch nicht die üblichen Leute aus dem Umfeld zu Wort, die ihre Hohelieder singen und betonen, warum dieser Mensch so einzigartig ist. Dennoch sollte man erwarten, dass ein Film darüber, wie sich jemand für kommerziellen Erfolg und Ruhm verwandelt, das Ergebnis so wenig Beachtung findet. Offensichtlich ging man davon aus, dass das Publikum das alles schon weiß, vielleicht selbst Fan ist. Das trägt dann dazu bei, dass Barbara – Becoming Shirin David zwar anders ist, dabei aber oberflächlich bleibt. Der Zielgruppe könnte das reichen. Der Rest muss das nicht zwangsläufig sehen.

Credits

OT: „Barbara – Becoming Shirin David“
Land: Deutschland
Jahr: 2026
Regie: Michael Schmitt
Drehbuch: Michael Schmitt
Kamera: Jesse Mazuch, Carmen Treichl

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Barbara – Becoming Shirin David
fazit
In „Barbara – Becoming Shirin David“ gibt die deutsche Rapperin Einblick in ihr Leben. Der Dokumentarfilm spielt dabei sehr mit der Diskrepanz von der Bühnenpersönlichkeit und dem Menschen dahinter. Das ist teilweise interessant, insgesamt aber doch recht oberflächlich.
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