Die schwedische Verbindung Den svenska länken The Swedish Connection Netflix
© Netflix/Peter Zakovic

Die schwedische Verbindung

Die schwedische Verbindung Den svenska länken The Swedish Connection Netflix
„Die schwedische Verbindung“ // Deutschland-Start: 19. Februar 2026 (Netflix)

Inhalt / Kritik

Gösta Engzell (Henrik Dorsin) ist ein unscheinbarer Mann, der in den 1940ern für das schwedische Außenministerium arbeitet. Ein Mann der Bürokratie. Und einen solchen braucht es, als Deutschland beginnt, das restliche Europa nach und nach zu überrennen. Dabei droht den meisten Einwohnern und Einwohnerinnen des nordischen Landes keine Gefahr, zumal man sich im Krieg neutral verhält. Außer sie sind jüdisch, weil diese von den Nationalsozialisten gezielt gejagt werden, unabhängig von der Nationalität. Gemeinsam mit seiner neuen Kollegin Rut Vogl (Sissela Benn) und anderen Mitarbeitenden macht er sich daher an die Arbeit, diese Leute zu retten, indem er juristische Schlupflöcher nutzt und damit immer wieder die Deutschen an der Nase herumzuführen …

Die Geschichte eines unwahrscheinlichen Helden

In der letzten Zeit hat Netflix eine Reihe von Filmen und Serien ins Programm aufgenommen, welche von realen historischen Personen und ihren zum Teil bemerkenswerten Taten berichteten. So erzählte Der Fälscher von einem Mann, der im Italien der 1970er ein bedeutender Künstler werden wollte, stattdessen aber eine bedeutende Größe in der Unterwelt wurde. Ebenfalls zu dieser Zeit spielt Die Bleikinder über eine Ärztin, die sich für Kinder eingesetzt, welche durch ein nahes Stahlwerk vergiftet werden. Mit Die schwedische Verbindung reisen wir nun noch ein bisschen weiter in die Vergangenheit, genauer in die 1940er und lernen dabei Gösta Engzell kennen, der zahlreichen Juden und Jüdinnen das Leben gerettet hat.

Solche Filme über reale Heldentaten zur Zeit des Holocausts gibt es einige, das mit Abstand berühmteste Beispiel ist zweifelsfrei das preisgekrönte Drama Schindlers Liste über einen Geschäftsmann, der durch seine Fabrik vielen einen sicheren Platz geben konnte. Die schwedische Verbindung geht grundsätzlich in eine ähnliche Richtung, ist teilweise aber sehr unterschiedlich geworden. Das fängt schon bei der Hauptfigur an. So ist der Bürokrat nicht gerade das, woraus Filmhelden gemacht werden. Er hat eine Halbglatze, ist übergewichtig und dabei so farblos und unscheinbar, dass man ihn kaum bemerken würde, wenn er neben einem steht. Es ist auch nicht so, dass Engzell durch Humor oder Persönlichkeit dieses Äußere ausgleichen würde. Er ist einfach nur irgendwie da – und war damit der richtige Mann zur richtigen Zeit, wenn es um heimliche Aktivitäten geht.

Überraschend humorvoll

Aber auch im Hinblick auf die Tonalität gibt es deutliche Unterschiede. So ist es mindestens ungewöhnlich, wie humoristisch der Film aufgezogen wird. Zwar wird aus Die schwedische Verbindung nie eine reine Behördenkomödie im Stil von Zweigstelle oder zeigt sich vergleichbar satirisch wie die legendäre Passage in dem Zeichentrickklassiker Asterix erobert Rom. Und doch ist es auffällig, wie oft das hier mit einem Augenzwinkern geschieht. Nun kann man sich natürlich darüber streiten, ob das angemessen ist. Darf man mit dem Holocaust Späße treiben? Aber irgendwie ist es doch passend, da es nicht nur um die Heldentat an sich geht, sondern auch die Absurdität, wenn die Bürokratie als Waffe eingesetzt wird. Hier gibt es Paragrafen, keine Verfolgungsjagden oder nächtliche Schleichmanöver.

Das dürfte dann vermutlich auch der Grund dafür gewesen sein, dass das Regie- und Drehbuchduo Thérèse Ahlbeck und Marcus Olsson diesen Weg gegangen ist. So wichtig und beeindruckend die Arbeit dieser Menschen war, filmisch ist das Thema eher weniger dankbar. Wie aufregend kann es schon sein, Leute am Schreibtisch zu sehen? Glücklicherweise ist Die schwedische Verbindung dann auch ein vergleichsweise kurzer Film geworden, mit einer Laufzeit von rund 100 Minuten ist das hier um einiges kompakter, als man es von solchen historischen Biopics gewohnt ist. Insofern kann man schon einmal vorbeischauen und sich an dieser etwas anderen Heldentat erfreuen. Der Film wechselt zwischen amüsant und beeindruckend und macht auch dank des Hauptdarstellers Henrik Dorsin Spaß.

Credits

OT: „Den svenska länken“
IT: „The Swedish Connection“
Land: Schweden
Jahr: 2026
Regie: Thérèse Ahlbeck, Marcus Olsson
Drehbuch: Thérèse Ahlbeck, Marcus Olsson
Musik: Kaspar Kaae, Johan Testad
Kamera: Joachim Hedén, Ola Magnestam
Besetzung: Henrik Dorsin, Sissela Benn, Jonas Karlsson, Jonas Malmsjö, Marianne Mörck, Johan Glans, Oscar Töringe, Richard Ulfsäter

Bilder

Trailer

Weitere Netflix Titel

Ihr seid mit Die schwedische Verbindung schon durch und braucht Nachschub? Dann haben wir vielleicht etwas für euch. In unserem Netflix-Themenbereich sind Hunderte von Original-Produktionen gelistet, unterteilt nach Spielfilm, Serie, Doku und Comedy. Unten findet ihr alle Netflix-Titel, die wir auf unserer Seite besprochen haben.

A
B
C
D
E
F
H
I
L
M
P
S
T
W

Kaufen / Streamen

Bei diesen Links handelt es sich um sogenannte Affiliate-Links. Bei einem Kauf über diesen Link erhalten wir eine Provision, ohne dass für euch Mehrkosten entstehen. Auf diese Weise könnt ihr unsere Seite unterstützen.




(Anzeige)

Die schwedische Verbindung
fazit
„Die schwedische Verbindung“ erzählt von einem schwedischen Diplomaten, der mittels Bürokratie zahlreiche Juden vor den Nationalsozialisten rettete. Das klingt nach einem typischen Heldenepos, wird hier aber mit erstaunlich viel Humor dargestellt. Ob das angemessen ist, darüber lässt sich streiten, amüsant ist das Ergebnis aber durchaus.
Leserwertung0 Bewertungen
0
6
von 10