Das Museum der Unschuld Masumiyet Müzesi Museum of Innocence Netflix Streamen online Video on Demand
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Das Museum der Unschuld

Das Museum der Unschuld Masumiyet Müzesi Museum of Innocence Netflix Streamen online Video on Demand
„Das Museum der Unschuld“ // Deutschland-Start: 13. Februar 2026 (Netflix)

Inhalt / Kritik

Istanbul, 1975: Der 30-jährige Kemal (Selahattin Paşalı) hat alles, wonach man sich sehnen kann. Er kommt aus einer vermögenden Familie, sieht gut aus, ist mit der ebenfalls attraktiven und reichen Sibel (Oya Unustasi) verlobt. Als er dieser eine Handtasche kaufen will, begegnet er zufällig seiner entfernten Cousine Füsun (Eylül Kandemir). Diese ist erst 18 und kommt aus einem ärmlichen Teil der Familie. Dennoch fühlt er sich schnell zu ihr hingezogen. Aus einer Zufallsbegegnung werden mehrere Verabredungen, er beginnt eine Affäre mit dieser. Je mehr Zeit er mit ihr verbringt, umso deutlicher wird für ihn, dass sie die Liebe seines Lebens ist. Und das bedeutet auch, dass er anfängt, Gegenstände von ihr zu entwenden und als Andenken zu bewahren …

Adaption eines Bestsellers

In der letzten Zeit hat Netflix einige Titel herausgebracht, bei denen es um komplizierte Verhältnisse ging. Da war etwa die italienische Sportdramaserie Motorvalley um eine in Ungnade gefallene Frau, die einen eigenen Rennstall eröffnet, um es mit ihrem Bruder aufzunehmen. Bei der spanischen Produktion Salvador folgen wir einem kriselnden Arzt, der seiner entfremdeten Tochter nachspürt, indem er ihrer Neo-Nazi-Gruppe näherkommt. Jetzt steht mit Das Museum der Unschuld eine Reise in die Türkei an, wo es um zwei Menschen geht, die sich ineinander verlieben. Das hört sich erst einmal schön an. Doch auch wenn die Serie kurz vor dem Valentinstag veröffentlicht wurde, ist sie nicht unbedingt das, was man zwangsläufig als mitreißende Romanze bezeichnen würde.

Das ist keine Überraschung, handelt es sich bei der Serie doch um die Adaption des gleichnamigen Romans des Nobel-Preisträgers Orhan Pamuk, der 2008 auf den Markt gekommen ist. In diesem verhandelt der türkische Schriftsteller die verschiedensten Themen, beispielswiese historisch-gesellschaftliche, wenn die Liebesgeschichte zugleich ein Porträt des Landes und der Werte und Erwartungen ist. Gerade Geschlechterbilder spielen eine Rolle, aber auch Klassendenken und die Frage, ob eine Beziehung unter so unterschiedlichen Vorzeichen funktionieren kann. Das Museum der Unschuld stellt zudem durchaus auch die Frage, ob die Liebe des Protagonisten wirklich eine ist oder nicht „nur“ eine Besessenheit. Anderen Menschen Objekte zu stehlen und als Andenken zu missbrauchen, ist schon ein wenig unheimlich.

Befremdliche Holzhammer-Liebe

Dummerweise hat man bei der Serie aber gar nicht den Eindruck, als wollte man sich wirklich mit all dem auseinandersetzen. Kemal soll tatsächlich als Romantiker verkauft werden, ohne dass dabei viel hinterfragt wird. Nun muss ein Protagonist für fragwürdige Handlungen nicht zwangsläufig verurteilt werden. Claude Chabrol hat das auch nie getan. Das Museum der Unschuld scheint aber nicht einmal die Problematik zu sehen. Stattdessen gibt es immer wieder unangenehmen Kitsch, welcher durch die permanent aufdringliche Musik noch weiter befeuert wird. Offensichtlich glaubte man hier mal wieder, dass das Publikum keine eigenen emotionalen Schlüsse ziehen kann, weshalb mit aller Gewalt vorgegeben wird, was da zu fühlen ist. Das wird manchen gefallen, manipulative Dramen erfreuen sich auf Netflix immer mal wieder größerer Beliebtheit. Andere dürfen sich aber auch beleidigt fühlen, wie plump das hier alles umgesetzt wurde.

Dafür gibt es einiges zu sehen. Nicht nur, dass Selahattin Pasali (Burning Days) und Eylül Kandemir attraktive Menschen sind und entsprechend zusammen auch ein sehr ansehnliches Paar abgeben. Auch bei der Ausstattung wird einiges geboten: Das Museum der Unschuld nimmt uns mit auf eine Zeitreise in die Türkei der 1970er und erzeugt dabei viel Stimmung. Das dürfte dafür sorgen, dass sich doch einige finden werden, die sich an dieser auf neun Folgen recht ausführlich ausgebreiteten Liebesgeschichte erfreuen werden. Aber man darf sich eben auch ärgern, wie hier mit dem Holzhammer das ganz große Melodram ins Publikum geprügelt wird und viel Tragik erzwungen werden soll, anstatt auch mal genauer hinzuschauen und wirklich über all das nachzudenken.

Credits

OT: „Masumiyet Müzesi“
IT: „Museum of Innocence“
Land: Türkei
Jahr: 2026
Regie: Zeynep Gunay Tan
Drehbuch: Ertan Kurtulan
Vorlage: Orhan Pamuk
Musik: Cem Ergunoglu, Marios Takoushis
Kamera: Ahmet Sesigurgil
Besetzung: Selahattin Pasali, Eylül Kandemir, Oya Unustası Taşanlar, Tilbe Saran, Bülent Emin Yarar, Ercan Kesal, Hasan Erdem, Zeynep Dinsel, Tolga İskit, Onur Ünsal

Bilder

Trailer

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Das Museum der Unschuld
fazit
Basierend auf dem gleichnamigen Bestseller erzählt „Das Museum der Unschuld“, wie ein reicher 30-Jähriger eine Affäre mit seiner mittellosen 18-jährigen Cousine anfängt. Die Dramaserie spricht dabei schon einige wichtige Themen an, konzentriert sich aber auf ein doch eher fragwürdiges Holzhammer-Melodram. Das sieht gut aus, ist ansonsten jedoch oft Anlass zum Ärger.
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