Suche mich nicht Run Away Netflix Streamen online Video on Demand
© Ben Blackall/Netflix

Suche mich nicht

Suche mich nicht Run Away Netflix Streamen online Video on Demand
„Suche mich nicht“ // Deutschland-Start: 1. Januar 2026 (Netflix)

Inhalt / Kritik

Ein Jahr ist es inzwischen her, dass Paige Greene (Ellie de Lange) davongelaufen ist. Doch ihr Vater Simon (James Nesbitt) hat die Hoffnung nicht aufgegeben, dass seine drogenabhängige Tochter zu ihrer Familie zurückkommt, wenn er sie nur findet – sehr zum Leidwesen seiner Frau Ingrid (Minnie Driver), die wenig von seiner ständigen Suche hält. Tatsächlich findet er sie nach einem Tipp im Park. Doch die erhoffte Aussprache bleibt aus: Paige will weg von ihm. Und dann taucht auch noch ihr Freund Aaron Corval (Thomas Flynn) auf, es kommt zur Schlägerei und einem Video, das viral geht. Als Aaron später ermordet aufgefunden wird, ist es dann auch Simon, der unter Mordverdacht steht. Während das Polizeiduo Ruby Todd (Amy Gledhill) und Isaac Fagbenle (Alfred Enoch) den Fall untersucht, ist die Privatdetektivin Elena Ravenscroft (Ruth Jones) auf einer eigenen Mission …

Weniger Mystery als sonst

Inzwischen ist es ja nahezu unmöglich, an Harlan Coben vorbeizukommen. War er jahrelang „nur“ als Autor von Thrillerromanen erfolgreich, werden seit einigen Jahren unentwegt Adaptionen für die Streamingdienste produziert. Vor allem bei Netflix ist man in der Hinsicht sehr fleißig, allein 2025 sind drei neue Serien erschienen. In Ich vermisse dich wurde eine Polizistin von ihrer Vergangenheit eingeholt. Kein böser Traum folgte einer Frau, die ihren verschwundenen Mann und die Wahrheit hinter einem Foto sucht. Danach handelte In seinen Händen von einer Journalistin, die eine Jugendliche sucht. Wie schon in den vergangenen Jahren gibt es pünktlich zu Neujahr die nächste Produktion. Dieses Mal nahm Netflix Suche mich nicht ins Programm auf, basierend auf dem 2019 veröffentlichten Buch Run Away.

Die Serie beginnt dabei mit einem ungewöhnlichen Szenario. Zwar wird auch dieses Mal eine verschwundene Person gesucht. Hier ist es aber ausnahmsweise klar, dass sie selbst abgehauen ist. Und auch beim Motiv muss nicht lange gerätselt werden. Das ist von Anfang an relativ ersichtlich, wird später zudem durch Flashbacks und Dialoge aufgearbeitet. Wo andere Geschichten von Coben mit einem großen Geheimnis beginnen, da fehlt bei Suche mich nicht etwas Vergleichbares. Kurze Zeit später kommt es zwar zum Mord, was dann schon mit einem Rätselraten verbunden ist. Schließlich ist unklar, wer diesen begangen hat. Im Vergleich zu den üblichen Geschichten des US-Amerikaners, die mit einem sehr großen Mystery-Faktor verbunden sind, ist ein regulärer Whodunit eher weniger aufregend.

Langweilig bis lächerlich

Das soll nicht heißen, dass man auf die absurden Wendungen verzichten muss, für die der Autor bekannt ist. Diese gibt es. Sie sind aber sehr ungleich verteilt. So besteht die achte und damit letzte Folge fast ausschließlich darin, dass nachträglich in Dialogen aufgearbeitet wird, was genau geschehen ist. Dabei wird es mal wieder richtig bescheuert, Coben kennt da keine Scham. Wer schon mit den Twists von Shyamalan seine Probleme hat, braucht es hiermit erst gar nicht zu versuchen. Natürlich können Überraschungen und unerwartete Richtungen Spaß machen. Bei In ewiger Schuld hatte das beispielsweise funktioniert. Es gibt aber eine Grenze, wenn das Ganze ins Lächerliche kippt. Und das ist hier so oft der Fall, dass man sich wünschen würde, man hätte aus Suche mich nicht von vornherein eine Komödie gemacht.

Das andere große Problem ist die Langeweile. So unsinnig die Geschichten oft sind, passierte doch immer genug, dass man irgendwie trotzdem dranbleiben wollte, einfach um zu sehen, was noch alles geschehen wird. Bei Suche mich nicht geschieht aber zwischendurch gar nicht so viel – und das, obwohl zwei Stränge parallel erzählt werden. Da ist viel zu viel persönliches Drama, was die Geschichte ausbremst. Dass die tatsächlichen Gewaltszenen offen gezeigt werden, man also auch noch weiß, wer da was tut, sorgt auch nicht unbedingt für Spannung. Hin und wieder ist das okay, oft wird der Thriller aber zäh, zumal die Figuren durch die Bank weg eine Zumutung sind. Und gerade die besagte finale Folge ist so grauenvoll, dass die Serie noch einmal ein ganzes Stück schwächer ist als die zuletzt ohnehin enttäuschenden Beiträge. Da hält sich die Vorfreude auf weitere Adaptionen doch in Grenzen.

Credits

OT: „Run Away“
Land: UK
Jahr: 2025
Regie: Nimer Rashed, Isher Sahota
Drehbuch: Danny Brocklehurst, Tom Farrelly, Amanda Duke, Charlotte Coben
Idee: Danny Brocklehurst
Vorlage: Harlan Coben
Musik: Luke Richards, David Buckley
Kamera: Peter Robertson
Besetzung: James Nesbitt, Ellie de Lange, Ruth Jones, Minnie Driver, Alfred Enoch, Lucian Msamati, Jon Pointing, Adrian Greensmith, Annette Badland, Ingrid Oliver, Amy Gledhill

Bilder

Trailer

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Suche mich nicht
fazit
In „Suche mich nicht“ sucht ein Vater seine durchgebrannte, drogenabhängige Tochter. Im Vergleich zu anderen Serien nach Harlan Coben ist diese überraschend zäh, wenn zu wenig geschieht. Dafür wird in nicht enden wollenden Dialogen zum Schluss noch eine dämliche Wendung nach der anderen eingeführt. Zusammen mit den unzumutbaren Figuren wird daraus dann ein Thriller zum Abschalten.
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