Reset - Wie weit willst du gehen? TV Fernsehen ZDF Streamen online Mediathek Video on Demand DVD kaufen
© ZDF/Tina Krohn

RESET – Wie weit willst du gehen?

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„RESET – Wie weit willst du gehen?“ // Deutschland-Start: 11. März 2024 (ZDF)

Inhalt / Kritik

Mit ihrer Show feiert die Moderatorin Floriane Bohringer (Katja Riemann), von allen nur Flo genannt, große Erfolge, eine zehnte Staffel ist bereits in Planung. Privat läuft es ebenfalls. Zwar ist ihre Ehe mit Jens Koska (Thomas Loibl) gescheitert. Aber sie hat sich damit arrangiert, zumal sie mit dem deutlich jüngeren Kollegen Milan Rakas (Dejan Bućin) eine Affäre hat. Diese Welt bricht aber eines Tages zusammen, als sie ihre Tochter Luna (Hannah Schiller) tot auffindet. Selbstmord. Wie konnte es nur dazu kommen? Warum hat sie nicht gemerkt, dass es ihr so schlecht geht? Während sie in ihrer Verzweiflung nach Antworten sucht, wird sie von einer fremden Frau angesprochen, die ihr von der Möglichkeit erzählt, in die Vergangenheit zu reisen. Zunächst ist das für Flo reiner Blödsinn, sie will nicht davon hören. Doch dann zeigt sich, dass dies tatsächlich möglich ist. Und so reist sie zurück, um den Selbstmord zu verhindern und ihre Tochter zu retten …

Zeitreisen als Problembewältigung

Die meisten Menschen dürften irgendwann einmal den Wunsch haben, etwas ungeschehen zu machen. Wie schön wäre es, in die Vergangenheit reisen zu können, um Fehler wiedergutzumachen? Viele Filme und Serien spielen mit dieser Möglichkeit, erzählen von Leuten, die ihre Gegenwart verändern wollen, indem sie nachträglich alles anders machen. In Es war einmal ein zweites Mal (2019) schlüpft ein Mann wiederholt durch einen magischen Karton, der ihn durch die Zeit reisen lässt, um auf diese Weise eine gescheiterte Beziehung zu retten. Eine ähnliche Idee verfolgte die frankokanadische Serie Plan B von 2017, die damit einen Nerv traf. Sechs Jahre später folgte eine gleichnamige Serie, ebenfalls aus Kanada, diesmal auf Englisch. Nun liegt mit RESET – Wie weit willst du gehen? auch eine deutsche Version der Geschichte vor.

Von dem Science-Fiction-Aspekt sollte man dabei nicht viel erwarten. Wo andere Titel großen Wert darauf legen und irgendwelche komplizierten Apparaturen entwerfen – siehe Zurück in die Zukunft oder Steins;Gate –, da überspringt die ZDF-Produktion diesen Teil. Flo wird von unbekannten Männern abgeholt, muss sich die Augen verbinden lassen und wird mittels Transporter weggebracht. Das klingt mysteriös. Die Serie interessiert sich aber gar nicht dafür. Auch andere Elemente, die damit zusammenhängen, etwa die satirisch angehauchten Telefonate, wenn mal wieder kein Mensch zur Verfügung steht, sind letztendlich nur Beiwerk. RESET – Wie weit willst du gehen? vertieft das alles nicht, weil der Fokus dann doch woanders liegt. Die Serie ist in erster Linie ein Familiendrama, kein Genrebeitrag, wenn wir in sechs Folgen mehr über die Dynamik und die Geschichten der Figuren erfahren.

Universelle Fragen ohne richtige Antworten

Die drängendste Frage ist natürlich: Warum hat sich Luna umgebracht? Aber wie das so ist, wenn man in die Vergangenheit reist, die Antworten sind nie so einfach wie erhofft. Das muss auch Flo erkennen, wenn der konkrete Anlass für die Zeitreise dazu führt, dass sie vieles hinterfragen muss, was sie immer als gegen angenommen hatte. Je stärker sie dafür kämpft, dass Luna am Leben bleiben möchte, umso mehr muss sie sich mit ihren eigenen Entscheidungen auseinandersetzen. Da sind viele Themen in RESET – Wie weit willst du gehen?, die trotz des Szenarios sehr alltäglich sind. Beispielsweise muss Flo zwischen ihrer Tochter, die immer etwas schwieriger war, und ihrem Sohn Carlo (Paul Ahrens) eine Balance finden. Je mehr sie sich um das eine Kind kümmert, umso mehr fühlt sich das andere vernachlässigt.

Auch Fragen zu Geschlechterrollen sind ein wiederkehrendes Thema, wenn es um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie geht. Stark sind beispielsweise die Szenen mit Christine Schorn als Flos Mutter Heidrun, die eine klassische Rollenverteilung vorlebt, was ihrer feministischen Tochter ein Dorn im Auge ist und zu vielen Konflikten führte. RESET – Wie weit willst du gehen? verzichtet dabei darauf, eine richtige Antwort vorgeben zu wollen. Wie so oft bei diesen Zeitreise-Geschichten führen gut gemeinte Aktionen häufig zum Gegenteil: Wer an einer Stelle etwas ändert, ändert an anderen automatisch etwas mit. Etwas zu gewinnen, kann dann auch bedeuten, etwas anderes zu verlieren. Der Trial-and-Error-Faktor ist dennoch nicht ganz so ausgeprägt wie etwa bei The Flash letztes Jahr. Wo andere quasi dauernd die Sprünge wiederholen, auf der Suche nach dem perfekten Durchgang, dauern die einzelnen Versuche ziemlich lang, teils Jahre. Für ungeduldige Naturen ist das nichts. Wer aber ein Interesse an menschlichen Geschichten hat, findet hier einen ungewohnt starken Beitrag im öffentlich-rechtlichen Fernsehen, nachdenklich und bewegend zugleich.

Credits

OT: „RESET – Wie weit willst du gehen?“
Land: Deutschland
Jahr: 2024
Regie: Isa Prahl, Eoin Moore
Drehbuch: Ingrid Kaltenegger, Mika Kallwass
Musik: Lara Frank
Kamera: Jieun Yi
Besetzung Katja Riemann, Hannah Schiller, Thomas Loibl, Paul Ahrens, Annika Kuhl, Ursula Renneke, Dejan Bućin, Sara Fazilat, Hildegard Schroedter, Christine Schorn

Bilder

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RESET – Wie weit willst du gehen?
fazit
Wenn in „RESET – Wie weit willst du gehen?“ eine Frau in die Vergangenheit reist, um den Selbstmord der Tochter zu verhindern, rückt der Science-Fiction-Aspekt schnell in den Hintergrund. Vielmehr ist die Serie an den Figuren und ihren komplexen Beziehungen interessiert. Das ist trotz des Szenarios sehr alltäglich und hat viele Fragen, ohne darauf eindeutige Antworten zu geben.
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