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Superintelligence

„Superintelligence“ // Deutschland-Start: 19. August 2021 (Kino)

Carol (Melissa McCarthy) ist eine liebenswerte, sozial engagierte und smarte Frau, deren Leben eines Tages eine unerwartete Wendung nimmt: Ihr Smartphone, der Fernseher, der Reiskocher und weitere elektronischen Geräte fangen an mit ihr zu kommunizieren, zu allem Überfluss noch mit der Stimme ihres favorisierten TV-Hosts James Corden (Im Original). Im Glauben sie wird verrückt oder würde mit versteckter Kamera auf den Arm genommen, muss sie schnell feststellen, nichts von alle dem passiert gerade, sondern eine Künstliche Intelligenz nimmt mit ihr Kontakt auf. Deren Ziel: Sie als Entscheidungshilfe nutzen, um abzuwägen, ob die Menschheit vernichtet, versklavt oder gerettet werden soll. Quasi eine Art Versuchskaninchen um die Spezies Mensch besser zu begreifen.

(K)ein bewährtes Paar

Warum hält sich niemand mehr an das Sprichwort „Don’t shit where you eat“? Ein besonders abschreckendes Beispiel ist das von Milla Jovovich und Paul W.S. Anderson, die Resident Evil als Ehehobby praktizierten. Aber auch Melissa McCarthy und Ben Falcone gehören zu dem Club der Coupleworkers. Neben Tammy – Voll abgefahren (2014), The Boss (2016), How to Party with Mom (2018) und dem Netflix-Disaster Thunder Force (2021) bescherten sie uns die Scifi-RomCom Superintelligence (2020). Jedes Mal übernahm McCarthy die Hauptrolle, während Falcone in diesen fünf Filmen als Regisseur tätig war. Natürlich sollen Paare zusammenarbeiten können, wenn das Ergebnis dauerhaft unterdurchschnittlich ist, sollte man trotzdem überlegen, woran das wohl liegt.

Ein erstes Problem: Superintelligence sieht vor, dass Carol eine absolute Durchschnittsperson ist und deshalb von der KI ausgewählt wurde. Nur, wo ist sie die typische Durchschnittsperson? In ihrer Einführungsszene versucht sie Hundewelpen zu verkaufen und im darauffolgendem Telefonat mit ihrem BFF Dennis Caruso (Brian Tyree Henry) zählt sie ihre anderen gemeinnützigen Tätigkeiten auf. Darauf erleben wir Carol bei einem Vorstellungsgespräch, wo ihre ehemalige Arbeit bei Yahoo thematisiert wird und sie den neuen Job nur nicht erhält, weil sie nachhaltige Aspekte mit in die Firmenstruktur einbringen will. Klingt für mich nicht überhaupt nicht nach Durchschnitt.

Wenig Witz, keine Romantik

Die eigentliche Grundprämisse ist dabei ganz nett. So antwortet Carol auf die Frage, was sie sich mehr als alles andere wünscht, dass sie die erloschene Liebe zu ihrem Ex-Freund George Churchill (Bobby Cannavale) neu entfachen will. Prompt stattet die Superintelligenz unsere Protagonistin mit Unmengen von Geld, einem neuen Tesla, einem Penthouse und schicker Garderobe aus, damit sie ihren Wunsch umsetzen kann. Außerdem gibt es ein paar witzige Momente. Die scharfzüngigen Bemerkungen der K.I. haben  durchaus guten Unterhaltungswert. Auch die vollkommen inkompetenten Agents Donahue (Sam Richardson) und Kuiper (Ben Falcone) machen manchmal Spaß.

Insgesamt wird dennoch zu wenig geboten, um die Lachmuskeln zu trainieren. Wie so oft fehlt es an zündenden Witzen und es folgen deutlich zu viele Füllszene, die keinen Mehrwert haben. Eine arrangiertes Zufallstreffen von Carol und George im Supermarkt bot so viel Potenzial für gute RomCom-Komik. Aufgetischt wurde abgestandene Cola ohne Kohlensäure und ein hartes Hotdog-Brötchen mit schrumpeligen Würsten ohne Extras. Das neue Penthouse und die Kleideranprobe habe keinerlei Bewandtnis für den Plot und bieten humoristisch gesehen, den abgelaufenen Senf für das Würstchen. Und auch der Romantikpart enttäuscht: Man nimmt McCarthy und Cannavale das verliebte Paar nicht ab. Vielleicht hängt es mit ihrer privaten Freundschaft zusammen, aber sie wirken mehr wie gute Buddies, die auch mal den Freundschafts-Plus-Bereich besichtigen. Emotional wird man null gefesselt und die Taschentücher bleiben furztrocken.

Credits

OT: „Superintelligence“
Land: USA
Jahr: 2020
Regie: Ben Falcone
Drehbuch: Steve Mallory
Musik: Fil Eisler
Kamera: Barry Peterson
Besetzung: Melissa McCarthy, James Corden, Bobby Cannavale, Brian Tyree Henry, Sam Richardson, Ben Falcone

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Superintelligence
Die, mit 106 Minuten deutlich zu lange, Melissa McCarthy Improshow um eine durchschnittliche Frau und eine übermächtige künstliche Intelligenz bietet nur wenig Grund zum Lachen. Und auch in puncto Liebe ist "Superintelligence" eher ein Griff ins Klo.
3von 10
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