Tatort: Avatar Tv Fernsehen Das Erste ARD Streamen online Mediathek Video on Demand DVD kaufen
© SWR/Christian Koch

Tatort: Avatar

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„Tatort: Avatar“ // Deutschland-Start: 7. Januar 2024 (Das Erste)

Inhalt / Kritik

Als ein Mann tot am Rheinufer in Ludwigshafen gefunden wird, sieht das zwar auf den ersten Blick nach einem natürlichen Todesfall aus. Schließlich ist er an einem Herzinfarkt gestorben, das kann schon einmal vorkommen. Nur stellt sich heraus, dass jemand ihm zuvor Pfefferspray ins Gesicht gesprüht hatte. Aber wer? Und aus welchem Grund hat die Person das getan? Auf ihrer Suche nach Antworten stoßen Lena Odenthal (Ulrike Folkerts) und Johanna Stern (Lisa Bitter) auf Julia da Borg (Bernadette Heerwagen), die sich verdächtig verhält und von der sie überzeugt sind, dass sie mehr über die Geschichte weiß, als sie zugeben mag. Dabei finden sie heraus, dass diese im Internet sehr aktiv ist, weshalb sie sich weiter an ihre Ferse heften …

Gefahren des Cybergroomings

Offensichtlich möchte man beim Tatort den Jahreswechsel nutzen, um ein paar Figuren auszutauschen. Gerade erst wurde Was bleibt ausgestrahlt, bei dem sich das Publikum von Julia Grosz (Franziska Weisz) verabschieden musste. Nun gibt es auch in Ludwigshafen zwei Abschiede zu verkraften. Wobei es sich bei Avatar nur um zwei Nebenfiguren handelt. Genauer ist der neueste Film der letzte, in dem Assistentin Frau Keller (Annalena Schmidt) und Kriminaltechniker Peter Becker (Peter Espeloer) zu sehen sind. Während in Hamburg hierfür eine richtig tragische Szene gewählt wurde, die den Zuschauern und Zuschauerinnen den Rest geben sollte, wird am Rhein der Abschied ganz traditionell gefeiert – Plastikpalme inklusive.

Dafür versucht sich der 1256. Film des ARD-Dauerbrenners durchaus an modernen Themen. Genauer stellt sich bald heraus, dass man hier für die Gefahren des Cybergroomings sensibilisieren möchte. Damit wird das Verhalten bezeichnet, sich mittels des Internets an deutlich Jüngere, teils Minderjährige heranzumachen. Schließlich erlaubt es einem das Netz, sich als jemand anderes auszugeben und bei allem zu lügen, darunter eben auch beim Alter. Tatort: Avatar wirft da mit den entsprechenden Begriffen um sich, gibt aber zusätzlich konkrete Beispiele. Schließlich sollen die Leute vor den Fernsehern mitfühlen und mitfiebern, das funktioniert am besten mit Einzelschicksalen. Der Film hält auf diese Weise die Balance aus Individuellem und Allgemeinem.

Eine Frage der (Selbst-)Justiz

Zu rätseln gibt es hingegen wenig. Anfangs meint man zwar noch, dass es sich hierbei um einen klassischen Krimi handeln könnte, bei dem es darum geht herauszufinden, wer das Verbrechen begangen hat. In Tatort: Avatar wird das aber recht früh verraten. So gibt es keine wirkliche Alternative zu Julia, die schnell als Hauptverdächtige etabliert wird. Mehr noch, auch beim Motiv gibt es nur noch wenig zu klären. Es handelt sich bei dem Film um einen Thriller, bei dem es um Rache und Selbstjustiz geht. Spannung wird hier also nicht durch die Frage nach dem Tathergang erzeugt, sondern durch die, ob die Mörderin aufgehalten werden kann, bevor sie das nächste Opfer gefunden hat.

Das Ergebnis ist ganz solide. Sich an junge Menschen heranzumachen ist ein Thema, mit dem man immer gut emotionalisieren kann. Nicht wenige dürften der Rächerin sogar zustimmen bei dem, was sie tut. Daraus hätte man einen Film machen können, der sich mit Selbstjustiz tatsächlich auseinandersetzt. Tatsächlich in die Tiefe ging man hier aber nicht. Der Krimi, der beim Festival des deutschen Films 2023 Premiere hatte, ist weniger an Diskussionen interessiert als vielmehr der bloßen Unterhaltung. Als solche funktioniert Tatort: Avatar prinzipiell. Klar weiß man, dass auf die eine oder andere Weise der Rachefeldzug ein Ende findet. Der genreerfahrene Regisseur und Kameramann Miguel Alexandre holt aber genug aus dem Ganzen heraus, dass man sich das schon anschauen kann. Es reicht immerhin fürs Mittelfeld, was bei den Ludwigshafener Auftritten keine Selbstverständlichkeit ist.

Credits

OT: „Tatort: Avatar“
Land: Deutschland
Jahr: 2023
Regie: Miguel Alexandre
Drehbuch: Harald Göckeritz
Musik: Dominic Roth
Kamera: Cornelia Janssen, Miguel Alexandre
Besetzung: Ulrike Folkerts, Lisa Bitter, Bernadette Heerwagen, Renato Schuch, Felix Von Bredow, Leni Deschner, Caspar Hoffmann, Sabine Timoteo, Luis Vorbach

Bilder

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fazit
„Tatort: Avatar“ verzichtet auf die übliche Rätselstunde, hier wird früh verraten, wer hinter dem Tod eines Mannes steckt. Aber es ist doch einigermaßen spannend, wenn eine Frau einen Rachefeldzug gegen Männer startet, die im Netz nach jungen Opfern sucht.
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