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© SRF/Pascal Mora

Tatort: Könige der Nacht

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„Tatort: Könige der Nacht“ // Deutschland-.Start: 3. Mai 2026 (Das Erste)

Inhalt / Kritik

Als die Fahrradkurierin Moya Alemu (Nambitha Ben-Mazwi) beobachtet, wie zwei Leute eine Leiche abtransportieren, kann sie selbst nur knapp entkommen und steht nun vor einer Zwickmühle. Eigentlich müsste sie zur Polizei gehen und erzählen, was sie gesehen hat. Als illegale Einwanderin darf sie aber nicht auffallen. Umso größer ist die Angst, als die Leiche des Callboys Ruben Jovanov (Yves Weckemann) auftaucht und sie den Toten erkennt. Tessa Ott (Carol Schuler) und Isabelle Grandjean (Anna Pieri Zuercher) müssen deshalb ohne die Aussage der wichtigen Zeugin nach der Wahrheit suchen. Dabei drängt die Zeit, denn es wird nicht bei dieser einen Leiche bleiben …

Reizthema illegale Immigration

Beim Tatort hatte man zuletzt wieder das Bedürfnis, über den eigentlichen Krimi hinaus noch etwas mehr zu erzählen und dabei auch gesellschaftliche Themen anzusprechen. Letztes Mal ging es beim Wiener Beitrag Gegen die Zeit um eine Einrichtung für Jugendliche, die nicht in die Gesellschaft passen. Davor musste in Innere Angelegenheiten der Tod in einem Freiburger Club aufgeklärt werden, bei dem die Polizei offensichtlich etwas zu vertuschen versucht. Bevor sich der Sonntagabendkrimi in die besonders lange Sommerpause verabschiedet – rund vier Monate lang müssen Fans mit Wiederholungen auskommen –, darf noch ein letztes Mal in Könige der Nacht ermittelt werden. Und auch bei dem Züricher Duo nahm man sich einiges vor.

Genauer sind es zwei Themen, die dieses Mal verarbeitet werden. Zum einen nahm man sich – mal wieder – des Dauerbrenners (illegale) Immigration an. Dass das Thema wichtig ist, dürfte niemand bestreiten. Aber es wurde so oft in den letzten Jahren beackert, dass man das Gefühl hat, in einer Endlosschleife gefangen zu sein. Zumal Tatort: Könige der Nacht dem Ganzen ja auch keine neue Facetten abgewinnt. Man konzentriert sich darauf, sie als schutzbedürftige Opfer zu zeigen. Die Absicht dahinter ist sicher gut, als Gegenposition zu den oft einseitig geführten Debatten. Wenn das Ergebnis aber ebenso einseitig ist, bringt das nicht so wahnsinnig viel. Über die Figuren hat man auch nichts zu sagen, diese werden darauf reduziert, Geflüchtete zu sein. Vielschichtige Individuen sucht man vergebens.

Nichts zu erzählen

Und das gilt auch für das zweite Thema. So nimmt man sich eine zweite Parallelwelt vor, dieses Mal am anderen Ende der Hierarchieskala. Genauer lernen wir in Tatort: Könige der Nacht die Superreichen kennen, die ihrerseits illegal unterwegs sind, dafür aber keine Folgen zu befürchten haben. Denn wer Geld hat, so die Überzeugung, für den gelten andere Regeln. Oder auch keine Regeln. Auch das ist etwas, das immer mal wieder in Krimis aufgegriffen wird. Vermögende oder Unternehmen werden zunehmend zu Feindbildern erklärt. Bei Fackel etwa ging es um Mauscheleien beim Bau. Nun ist es nicht verkehrt, an der Stelle auch mal anzuklagen und Verfehlungen anzuprangern. Wenn aber auch dabei nur Klischees bestätigt werden und man sich einem bequemen Populismus hingibt, ist das nicht sehr interessant.

Wenn der Film wenigsten als Genrebeitrag spannend wäre. Aber auch wenn man sich zeitweise daran versucht, mit Thrillerelementen für Nervenkitzel zu sorgen, das Ergebnis ist eher dürftig. Wirklich viel zu rätseln gibt es ohnehin nicht. Letzten Endes ist der 1338. Teil der ARD-Krimireihe damit ziemliche Zeitverschwendung geworden. Tatort: Könige der Nacht will sich als besonders wichtig verkaufen und ist doch nicht mehr als eine mit dramatischer Musik aufgebauschte Stichwortsammlung, die so niemand gebraucht hat. Als Abschluss einer zuletzt ohnehin nicht besonders gelungenen Saison ist das ziemlich wenig.

Credits

OT: „Tatort: Könige der Nacht“
Land: Schweiz
Jahr: 2026
Regie: Claudio Fäh
Drehbuch: Mathias Schnelting
Musik: Mirjam Skal
Kamera: Tobias Dengler
Besetzung: Carol Schuler, Anna Pieri Zuercher, Rachel Braunschweig, Aaron Arens, Igor Kovac, Nambitha Ben-Mazw, Basil Eidenbenz, Liliom Lewald, Tim Borys, André Nkot Olinga

Bilder

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Tatort: Könige der Nacht
fazit
„Tatort: Könige der Nacht“ handelt von einem getöteten Callboy und einer illegalen Immigrantin, die Zeugin ist. Der Film will unbedingt zwei wichtige Themen verhandeln, ist dabei aber nicht mehr als eine mit Klischees gefüllte Stichwortsammlung, die weder tiefgründig noch spannend ist.
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