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© SWR/Christian Koch

Tatort: Die Nacht der Kommissare

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„Tatort: Die Nacht der Kommissare“ // Deutschland-Start: 18. Juni 2023 (Das Erste)

Inhalt / Kritik

Sebastian Bootz (Felix Klare) steht vor einem Rätsel. Genauer steht er vor einer Leiche. Einer Leiche jedoch, die keinen Körper hat, nur der Kopf ist noch geblieben. Hat ein Hund, ein sehr großer Hund, diesen einfach abgebissen? Und wo ist der Rest geblieben? Während er und die Gerichtsmedizin aus dem Ganzen schlau zu werden versuchen, erhält Nootz eine Nachricht von seinem Kollegen Thorsten Lannert (Richy Müller). Nur, wo ist er? Erst später wird er ihn finden, zugedröhnt von den Drogen, die man ihm verabreicht hat. Lebensbedrohlich ist sein Zustand nicht, dafür aber unpraktisch. Nicht nur, dass Lannert nur bedingt ansprechbar ist. Es fällt ihm zudem schwer, sich an die vergangene Nacht zu erinnern. Dabei treibt irgendwo eine Gangsterbande ihr Unwesen …

Ein Mordsspaß

So ein Mord ist natürlich eine sehr ernste Sache. Das bedeutet aber nicht, dass man nicht zwischendurch auch einmal Spaß dabei haben darf und etwas Humor hineinbringt. Beim Tatort ist eigentlich das Team aus Münster für solche humoristischen Interpretationen des Genres zuständig, wie man es zuletzt bei MagicMom gesehen hat. Dann und wann scheren aber auch die anderen aus und bringen ein wenig Komik in die Geschichte. Beispielsweise war die Münchner Krimidinner-Variante bei Mord unter Misteln eine ironische Meta-Angelegenheit, bei der Grenzen verschwimmen. Nun geht es auch in Stuttgart heiterer zu. Beim neuen Auftritt in Die Nacht der Kommissare wird vieles nicht ganz so ernst genommen, wenn die beiden durch die Nacht taumeln.

Das ist beim 1241. Teil der ARD-Krimireihe durchaus wörtlich zu nehmen. Lannert ist so zugedröhnt, dass er eigentlich zu nichts zu gebrauchen ist. Er schafft es kaum, ein paar Schritte zu gehen, das mit dem Sprechen klappt auch nicht so wirklich, vom Nachdenken ganz zu schweigen. Tatort: Die Nacht der Kommissare erinnert da ein wenig an Des Teufels langer Atem. Auch dort wurde der Kommissar unter Drogen gesetzt und musste im Anschluss die vergangene Nacht rekonstruieren. Während der Kollege dies aber im langsam wieder nüchtern werdenden Zustand tun durfte, da steckt Lannert noch mittendrin. So etwas kann für surreale Bilderwelten genutzt werden. Hier führt es eher zu andauerndem Herumblödeln, inklusive spontaner Liebesbekundungen.

Mehr kurios als spannend

Das ist manchmal amüsant, manchmal auch etwas anstrengend, zumal sich das Ganze bald zu wiederholen beginnt. Bei der Spannung ist das ebenfalls so eine Sache. Durch die betonte Albernheit entsteht nie so wirklich das Gefühl von Gefahr, trotz der anfänglichen Leiche, trotz der Gangster, die irgendwo da draußen sind und ohne Skrupel ihr Ding durchziehen. Gleichzeitig ist man aber zumindest neugierig, was es mit all dem auf sich hat. Was genau ist in dieser Nacht geschehen? Wer steckt hinter allem? Wie bei einem klassischen Genre müssen die Polizisten in Tatort: Die Nacht der Kommissare Spuren suchen, klappern verschiedene Orte ab, befragen mehrere Leute, um beim Ende dann eine Lösung präsentieren zu können.

Diese ist von einer etwas gemischten Natur. So hat Drehbuchautor Wolfgang Stauch (Tod und Spiele) auf jeden Fall ein originelles Szenario entworfen. Die Geschichte führt im weiteren Verlauf zu einem thematischen Umfeld, das man eher selten in einem Krimi zu sehen bekommt. Allerdings wird es auch ziemlich tragisch, was nicht so wirklich zu dem Blödsinn passt, der hier veranstaltet wird. Insgesamt ist Tatort: Die Nacht der Kommissare damit ein Film, der schon aus der Masse an Krimis hervorsticht, die man am Sonntagabend normalerweise zu sehen bekommt. Man behält das hier eher in Erinnerung. Aber es bleibt dann doch eher das Gefühl, es mit einer Kuriosität zu tun zu haben als mit einem tatsächlich sehenswerten Film.

Credits

OT: „Tatort: Die Nacht der Kommissare“
Land: Deutschland
Jahr: 2023
Regie: Shirel Peleg
Drehbuch: Wolfgang Stauch
Musik: Jasmin Reuter
Kamera: Andreas Schäfauer
Besetzung: Richy Müller, Felix Klare, Jürgen Hartmann, Therese Hämer, Klaus Zmorek, Rilana Nitsch, Poki Wong

Bilder

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Tatort: Die Nacht der Kommissare
fazit
„Tatort: Die Nacht der Kommissare“ ist ein ungewöhnlicher Teil aus Stuttgart, wenn ein zugedröhnter Kommissar durch die Stadt taumelt und nach der Wahrheit sucht. Teilweise ist das amüsant, der Mix aus Albernheit und ernstem Hintergrund fügt sich aber nicht so wirklich zusammen. Es ist auch nur bedingt spannend.
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