Tatort: Gottesgarten Tv Fernsehen Das Erste ARD Streamen online Mediathek Video on Demand DVD kaufen
© BR/Claussen+Putz Filmproduktion GmbH/Clemens Baumeister

Tatort: Gottesgarten

Tatort Logo
„Tatort: Gottesgarten“ // Deutschland-Start: 25. Oktober 2026 (Das Erste)

Inhalt / Kritik

Als der Travestiekünstler Elias Schaller (Moritz Bock) mit durchgeschnittener Kehle in einem Stundenhotel gefunden wird, sieht alles nach einem Mord im Rotlichtmilieu aus. Das stellt Felix Voss (Fabian Hinrichs) und seine neue Kollegin Emilia Rathgeber (Rosalie Thomass) vor eine gewaltige Aufgabe, da der Tatort so übersät ist mit Spuren, dass sie auf diese Weise nicht weiterkommen. Die Polizei hat keine Ahnung, wer der Täter sein könnte. Also macht sich das Duo an die Arbeit, das Leben des Verstorbenen zu rekonstruieren und landen dabei bei dessen Eltern (Horst Kummeth und Jule Gartzke). Zur gleichen Zeit sind Toni Steeg (Leonard Scheicher) und Marcel Dahlmann (Anselm Bresgott) unterwegs und verfolgen eigene Ziele …

Bitter und trostlos

Alles neu macht der Oktober? Zumindest gibt es beim Tatort direkt in Folge zwei Teams, die zur Hälfte neu besetzt wurden. Zuerst war Kiel an der Reihe, wo Borowski nach vielen Jahren notgedrungen den Dienst quittierte. Dessen Sidekick Mila Şahin durfte daraufhin nach vorne rücken und gab an der Seite der Polizeipsychologin Elli Krieger in einer Doppelfolge ihr Debüt als Hauptfigur. Unter Freunden und Unter Feinden handelten von mehreren Morden sowie Korruption bei der Partei. Jetzt folgen die Franken mit einem Auftritt. Auch dort stehen Veränderungen an: Kriminalhauptkommissare Paula Ringelhahn war nach Episoden Geschichte. Nachdem es anschließend erst einmal allein mit Voss weiterging, markiert Gottesgarten den Einstand der neuen Kollegin Rathgeber. Und es ist ein gelungener Einstand.

Natürlich gibt es die üblichen Rangeleien, wer denn wann was machen darf – wie fast immer, wenn ein Team neu zusammenkommt. Das geht jedoch ohne die nervigen Streitigkeiten einher, die in solchen Fällen oft bemüht werden. Man nähert sich an, ein wenig unbeholfen vielleicht, aber doch sehr charmant. Vor allem der Einfall, der sich um ein bestimmtes Wort dreht, ist sehr schön geworden und bildet einen starken Kontrast. Denn ansonsten ist Tatort: Gottesgarten ein sehr bitteres und trostloses Werk geworden. Klar, wenn jemand ermordet wird, ist das – abgesehen von den Folgen aus Münster – nur selten mit heiteren Momenten verbunden. Doch dieses Mal scheint man fest entschlossen zu sein, dem Publikum ganz besonders viel zuzumuten, wenn wir am Ende mit lauter kaputten und toten Leuten zurückgelassen werden.

Zwischen leisen Tönen und Tiefschlägen

Der Film schneidet dabei mehrere Themen an, von denen man vorab aber besser nicht zu viel wissen sollte, da das doch einiges vorwegnimmt. Aber es geht darum, wie Erfahrungen, wie wir im Leben machen, uns auf viele Jahre bestimmen können. Vielleicht auch für immer. Verbunden wird das mit Fragen der Gerechtigkeit, wenn die gefühlte Gerechtigkeit oft im Widerspruch steht zur Gesetzgebung. Das ist prinzipiell alles nicht neu, wird aber überzeugend erzählt. Tatort: Gottesgarten baut zudem auch ein paar Wendungen ein, wenn die zwischenzeitlich einfach erscheinende Geschichte doch komplexer wird. Dennoch, ein wirklicher Rätselkrimi ist das nicht. Vielmehr nähert man sich hier mit der Zeit dem Thrillergenre an, vor allem zum Ende hin, wenn dann alles aus dem Ruder läuft.

Was von dem Film besonders zurückbleibt, ist seine Emotionalität. So gibt es einen Wechsel aus sanften und harten Momenten. Schöne Szenen, die geprägt sind von Freundschaft oder Gemeinschaft, wechseln sich mit Tiefschlägen ab. Letztere zeigen auch deshalb so viel Wirkung, weil das Ermittlerduo ein Team der leisen Töne ist. Tatort: Gottesgarten kann hierbei auch mit einem starken Ensemble auftrumpfen, das diese Rollen mit Leben führt. Manches bleibt dabei unausgesprochen, lässt sich nur aus Mimik ablesen – oder vertagen. Das macht die 1344. Folge der unverwüstlichen ARD-Krimireihe zu einer der besten dieses Jahres. Nächstes Mal geht es in zwei Wochen mit dem Schweizer Beitrag Frei wie ein Adler weiter, wo der Mord an einer Frau in die Rockerszene führt.

Credits

OT: „Tatort: Gottesgarten“
Land: Deutschland
Jahr: 2026
Regie: Dustin Loose
Drehbuch: Constantin Lieb
Musik: Dürbeck & Dohmen GbR
Kamera: Clemens Baumeister
Besetzung: Fabian Hinrichs, Rosalie Thomass, Eli Wasserscheid, Leonard Scheicher, Anselm Bresgott, Jörg Witte

Bilder

Noch mehr Tatort

Wer noch weitere Tatort-Teile sehen möchte oder sich für die Geschichte der beliebten Krimireihe interessiert: In unserem Themenspecial erzählen wir euch mehr über den Dauerbrenner von den holprigen Anfängen bis heute, inklusive einer Liste zu sämtlichen bis heute ausgestrahlten Filmen! Dazu findet ihr unten noch eine Liste mit all unseren Tatort-Rezensionen.

T

Kaufen / Streamen

Bei diesen Links handelt es sich um sogenannte Affiliate-Links. Bei einem Kauf über diesen Link erhalten wir eine Provision, ohne dass für euch Mehrkosten entstehen. Auf diese Weise könnt ihr unsere Seite unterstützen.




(Anzeige)

Tatort: Gottesgarten
fazit
„Tatort: Gottesgarten“ beginnt mit dem Mord in einem Stundenhotel, bevor es dann richtig abgründig wird. Der erste Fall des (teil-)neuen Teams in Franken hat ein paar Wendungen, bleibt aber vor allem wegen der emotionalen Komponente in Erinnerung, wenn sich sanfte Momente mit Tiefschlägen abwechseln.
Leserwertung0 Bewertungen
0
7
von 10