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Tatort: Am Ende des Tages

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„Tatort: Am Ende des Tages“ // Deutschland-Start: 5. September 2010 (Das Erste)

Inhalt / Kritik

Rudi Fromm (Peter Lerchbaumer) könnte glücklicher nicht sein: Sein Ruhestand steht vor der Tür! Das bedeutet nicht nur, dass er sich jetzt zurücklehnen und das Leben genießen kann. Er will außerdem endlich die Beziehung zu Bea Ziegler (Brigitte Karner) öffentlich machen, mit der der verheiratete Leiter der Frankfurter Mordkommission schon eine ganze Weile eine Affäre hat. Aber daraus wird nichts, denn plötzlich steht ein Mann (Richard Sammel) vor ihm und bringt Bea vor seinen Augen um – mit seiner eigenen Dienstwaffe. Als Charlotte Sänger (Andrea Sawatzki) und Fritz Dellwo (Jörg Schüttauf) am Tatort ankommen, ahnen sie noch nicht, dass ihr langjähriger Chef in der Sache mit drin steckt. Denn der ist zur großen Verwunderung aller plötzlich verschwunden …

Abschied vom Frankfurter Team

Der erste Teil eines neuen Tatort Teams ist sicher der schwierigste. Schließlich gilt es, ganz neue Figuren zu etablieren und die durchaus kritischen Fans davon zu überzeugen, dass sie bitte auch in Zukunft einschalten sollen. Aber auch der letzte Film ist eine ziemliche Herausforderung. Dass dieser dem Team würdig sein soll, ist klar. Aber was genau heißt das? Wie schafft man etwas Besonderes, das sich zugleich harmonisch ins Gesamtbild einfügt? Im Zweifelsfall wird eine der Figuren getötet, das geht immer. Titus Selge hatte bei Am Ende des Tages eine andere Idee, mit denen er das Duo Sänger und Dellwo nach 18 Einsätzen in acht Jahren in den vorzeitigen Ruhestand schicken konnte. Dabei erinnert der 770. Film der ARD-Krimireihe frappierend an Das Haus am Ende der Straße, mit dem der Frankfurter Nachfolger fünf Jahre später aufhörte.

Genauer erzählt Tatort: Am Ende des Tages, wie auch der besagte Nachfahre, davon, wie ein hochrangiger Polizist nicht einfach nur einen Verbrecher jagen, sondern ihn auch zur Strecke bringen will – wortwörtlich. Dass dies ungesetzlich ist, wissen die beiden Männer natürlich. Sie sehen aber keinen anderen Weg. Während Steier dies jedoch später tat, weil er den Glauben an das Gesetz verloren hatte, da ist Fromm auf Rache aus. Denn selbst wenn der Mörder geschnappt wird, bringt ihm das seine Partnerin nicht wieder zurück. Die härteste Szene des Films ist – neben den Morden natürlich –, als Fromm auf die Warnung, er würde für einen Mord lebenslänglich bekommen, erwidert, dass er dies schon bekommen habe. Denn mit seiner Freundin hat er seinen Lebensmut verloren.

Eher bewegend als spannend

Tatsächlich ist Tatort: Am Ende des Tages dann auch ein Film, den man sich der tragischen Ereignisse wegen anschaut, weniger wegen des Spannungsfaktors. Zwischendurch kommt es zwar zu brenzligen Szenen. Mit einer solchen geht die Geschichte sogar los. Aber der Fokus liegt auf dem Persönlichen und Zwischenmenschlichen. Genauso gibt es nichts zu rätseln. Zwar verschweigt Selge anfangs, wer der Mann ist und warum er mordet. Aber es dauert nicht lange, bis das Geheimnis gelüftet ist. Wenn überhaupt, dann ist die Frage, ob Fromm sein Ziel findet, bevor es der Rest der Polizei tut. Aber auch, was der Mörder in der Zwischenzeit alles anrichtet, bevor ihm das Handwerk gelegt wird. Zumindest teilweise geht das also mehr in die Thrillerrichtung, anstatt ein klassischer Krimi zu sein.

Das ist durchaus sehenswert, auch weil Peter Lerchbaumer die Tragik seiner Figur schön herausspielt. Schade ist dafür, dass wie schon beim vorangegangenen Teil Weil sie böse sind Sänger und Dellwo irgendwie an den Rand geschoben werden. Sie ermitteln dieses Mal zwar wieder stärker, greifen in den Fall ein. Die Konflikte, die sich im Laufe der Jahre entwickelt haben, verhindern jedoch, dass sie wirklich als Team auftreten. Immer wieder muss man hilflos mitansehen, wie die zwei sich gegenseitig das Leben schwer machen, eine vorsichtige Annäherung barsch zurückgewiesen wird. Das ist manchmal anstrengend, manchmal auch lustig, macht zudem das Ende von Tatort: Am Ende des Tages umso rührender, wenn sie im Angesicht der Gefahr doch noch einen versöhnlichen Ton anschlagen und sich damit eines der interessanteren Teams des Dauerbrenners verabschiedet.

Credits

OT: „Tatort: Am Ende des Tages“
Land: Deutschland
Jahr: 2010
Regie: Titus Selge
Drehbuch: Titus Selge
Musik: Marco Beltrami
Kamera: Eigil Bryld
Besetzung: Andrea Sawatzki, Jörg Schüttauf, Peter Lerchbaumer, Richard Sammel, Thomas Balou Martin, Jördis Triebel, Barbara Focke

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Tatort: Am Ende des Tages
Fazit
Mit „Tatort: Am Ende des Tages“ verabschiedet sich das Frankfurter Team mit einem gelungenen Film, der allerdings besser als Drama funktioniert statt als Krimi. Dabei geht gerade das Schicksal von Chef Kromm zu Herzen, der einen Rachefeldzug startet. Sänger und Dellwo sind mehr Unterstützung und verabschieden sich mit einer versöhnlichen Note.
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