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Tatort: Unter Freunden

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„Tatort: Unter Freunden“ // Deutschland-Start: 11. Oktober 2026 (Das Erste)

Inhalt / Kritik

Bei Kommissarin Mila Sahin (Almila Bagriacik) tut sich gerade eine Menge. Ihr Chef ist weg, sie selbst plant, die Nachfolge von Kriminalrat Roland Schladitz (Thomas Kügel) anzutreten. Doch dafür muss sie sich der Beurteilung der Kriminalpsychologin Elli Krieger (Karoline Schuch) aussetzen, was ihr alles andere als recht ist. Außerdem hat sie gerade Besseres zu tun, muss sie doch den Mord an Francesca Polidoro aufklären. Hängt dieser mit ihrem Arbeitgeber zusammen, der Prometheus AG? Schließlich scheinen dubiose Dinge bei der Firma für Teleskoptechnik vorzugehen. Möglicherweise gab es aber auch Streit mit Nicolas Bender (Johannes Hegemann), dem Freund der Toten. Zum Glück steht ihr Anna Nowak (Lilith Stangenberg) zur Seite, die sie noch aus Polizeischultagen in Berlin kennt. Bald schon ahnen die beiden, dass die Geschichte größer ist als angenommen …

Neustart für das Kieler Team

Seit Kurzem läuft die neue Saison vom Tatort, weshalb es ein Wiedersehen mit einigen langjährigen Ermittlern und Ermittlerinnen gibt. So musste die Ludwigshafener Kommissarin Odenthal in Explosive Mischung zuletzt den Fall um einen gesprengten Bankautomaten mit Todesfolge aufklären. Davor nahm man sich in Die letzten Menschen von Köln des Themas Prepper an, während der Mord an einem Sozialarbeiter aufgeklärt werden musste. Die beiden Teams sind seit Ewigkeiten im Einsatz, bringen es zusammen auf beeindruckende 190 Filme. Dafür gibt es jetzt zum Ausgleich beim Kieler Beitrag Unter Freunden ein fast neues Team. Fans wissen, dass das Urgestein Borowski letztes Jahr mit Borowski und das Haupt der Medusa ausgestiegen ist. Dessen Kollegin Sahin, vorher nicht mehr als eine Beilage, rückt jetzt in den Mittelpunkt. Mit Krieger und Nowak kommen zwei weitere Frauen hinzu.

Wem die gelegentlichen feministischen Ansätze bei manchen Teams nicht passen, kann das hier komplett ignorieren. Zwar wird es nicht direkt ausgesprochen, anders als man es zuweilen von TV-Produktionen des öffentlich-rechtlichen Fernsehens gewohnt ist. Aber es ist schon eine deutliche Aussage, wenn die alten Männer abtreten und durch jüngere Frauen ersetzt werden. Hinzu kommt, dass die Männer der Folge alle dubios sind, selbst diejenigen, die bei der Polizei arbeiten. Vor allem die. So führt Tatort: Unter Freunden mit Jan Kuper (Sven Schelker) noch einen weiteren Kollegen ein, spielt dabei aber mit der Möglichkeit, dass er selbst zu den Bösen gehört. Denn was als Krimi beginnt, der sich vor allem um das Thema Wirtschaft zu kümmern scheint, geht es danach um Seilschaften in der Polizei.

Extrem plakativ

Grundsätzlich kann man das natürlich schon machen. Nur weil jemand bei der Polizei arbeitet, heißt das nicht, dass man sich immer für das Gesetz und die Wahrheit entscheidet. Tatort: Unter Freunden arbeitet hierbei mit dem Gegensatz von Karriere und Gewissen. Wer es bei der Polizei bis nach oben schaffen will, darf manchmal vielleicht nicht so genau hinsehen, so die Aussage. Leider mag es Regisseur und Co-Autor Lars Kraume, der schon beim Abschied von Borowski das Sagen hatte, an der Stelle sehr plakativ. Wenn die Figuren darüber diskutieren, ob Sahin der Sache nachgehen soll und damit die Beförderung riskiert, wird das alles bis zum letzten Satzzeichen ausformuliert, damit auch ja alle daheim vor den Bildschirmen verstehen, was Sache ist. Offensichtlich wird einem beim 1342. Teil der ARD-Krimireihe nicht zugetraut, das alles selbst einzuordnen ohne Hilfe von außen.

Und auch bei der Figur Nowak hielt man es offensichtlich nicht für notwendig, auch mal etwas ambivalenter zu halten. Die krakeelende Kokserin ist nahe an einer Karikatur und soll als extremes Gegenbeispiel zum verknöcherten, unmoralischen Establishment dienen. Das ist schon reichlich plump. Immerhin, zum Ende hin kommt es in Tatort: Unter Freunden zu einer tatsächlich unvorhergesehenen Wendung. Und man darf zwischendurch auch zweifeln, wer da überhaupt noch gut ist. Aber das reicht nicht aus, um den Film übers Mittelmaß hinaus zu heben. Als Einstieg für das neue Team hinterlässt das keinen besonders vielversprechenden Eindruck. Aber vielleicht steigert sich ja der zweite Teil Unter Feinden, der in der Woche drauf ausgestrahlt wird und die Geschichte fortsetzt.

Credits

OT: „Tatort: Unter Freunden“
Land: Deutschland
Jahr: 2026
Regie: Lars Kraume
Drehbuch: Lars Kraume, Katharina Adler, Rudi Gaul
Musik: Christoph M. Kaiser, Julian Maas
Kamera: Jens Harant
Besetzung: Almila Bagriacik, Karoline Schuch, Lilith Stangenberg, Sven Schelker, Thomas Kügel, Sascha Alexander Gersak, Yorck Dippe, Johannes Hegemann

Bilder

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Tatort: Unter Freunden
fazit
In „Tatort: Unter Freunden“ muss das neue Kieler Team den Mord an einer Frau aufklären, die sich mit ihrem Arbeitgeber anlegte. Der Krimi schneidet einige wichtige Themen an, ist dabei aber so plakativ, dass man nur wenig Lust hat, sich das weiter anzuschauen.
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