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Tatort: König in Gelb

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„Tatort: König in Gelb“ // Deutschland-Start: 13. September 2026 (Das Erste)

Inhalt / Kritik

Als in einem Demenzdorf, wo Männern und Frauen mit dieser Krankheit ein würdiges Leben ermöglicht werden soll, eine ältere Frau stürzt und an den Folgen verstirbt, sieht das zunächst nach einem tragischen Unfall aus. Auch Charlotte Lindholm (Maria Furtwängler), die als Vertretung zum Schauplatz gerufen wird, erkennt daran nichts Auffälliges. Ihr Kollege Matthias Vogel (Andreas Lust) ist anderer Ansicht. Seiner Meinung nach war dies ein Mord, begangen von einem Mann, der zuvor schon andere Menschen getötet hat. Und eben dieser Mann soll in dem besagten Demenzdorf leben. Ist da etwas dran oder ist das nur eine krude Theorie von Vogel? Schließlich ist er selbst an Demenz erkrankt, es fällt ihm zunehmend schwer, sich an etwas zu erinnern und einen klaren Kopf zu bewahren. Dennoch erklärt sich Lindholm dazu bereit, ihm bei den Ermittlungen zu helfen …

Mord oder nicht?

Dass im Sommer der Tatort eine Pause einlegt, ist nichts Ungewöhnliches. Denn so ergeht es praktisch allen deutschen Reihen und Serien im Fernsehen. 2026 war diese aber besonders lang, mehr als vier Monate sind seit dem Züricher Beitrag Könige der Nacht vergangen. Damals ging es um einen ermordeten Callboy sowie eine illegale Einwanderin. Jetzt meldet sich die ARD-Krimireihe mit dem 1339. Film König in Gelb zurück und wagt dabei gleich einmal etwas Neues. Zum ersten Mal wird ein Teil des Dauerbrenners vorab bereits in der Mediathek zu sehen sein. Das ist einerseits konsequent, da sich die Tätigkeiten des öffentlich-rechtlichen Fernsehens zunehmend in den Online-Bereich verschieben, um den sich verändernden Sehgewohnheiten anzupassen. Und doch ist es bemerkenswert, dass das Flaggschiff jetzt ebenfalls dieser Veröffentlichungspolitik folgt, nachdem die Filme jahrelang erst nach der linearen Ausstrahlung verfügbar gemacht wurden.

Der Film selbst ist dabei weniger revolutionär. So beginnt die Geschichte wie in den meisten Fällen mit dem Fund einer Leiche, anschließend muss herausgefunden werden, wer den Mord begangen hat. Der klassische Whodunit eben. Tatort: König in Gelb variiert das Motiv ein wenig, indem hier zunächst offen ist, ob es überhaupt ein Verbrechen gab oder nicht doch nur ein Unfall war. So etwas findet man immer mal wieder in diesem Genre. Hier ist es aber tatsächlich denkbar, dass es kein Mord war, weil ja vielmehr der frühere Serienmörder geschnappt werden soll – unabhängig vom neuen Fall. Zu rätseln gibt es dabei genug. Zum einen geht es um die Frage, ob Vogels Vermutung richtig ist. Dann muss geklärt werden, ob der neue Mord, sollte er einer sein, ebenfalls von dem früheren Mörder begangen wurde. Ganz offen sind zudem die Motive, denn weder die damaligen Todesfälle noch der neue sind in der Hinsicht erklärbar.

Spannend und tragisch

Erschwert wird das Ganze durch die Demenz des Hauptkommissars, der oftmals neben sich steht. Das ist zwar kein wirklich neuer Einfall. Es gab schon früher Krimis und Thriller, bei dem die demenzkranke Hauptfigur einen Fall lösen muss und dabei gegen das eigene Vergessen ankämpft. Bei Sleeping Dogs – Manche Lügen sterben nie etwa war Russell Crowe als ehemaliger Polizist zu sehen, der einen alten Fall aufrollt, obwohl er sich kaum noch an den eigenen Namen erinnert. Bei Tatort: König in Gelb ist das noch nicht ganz so extrem. Aber es kommt auch hier immer wieder zu Situationen, in denen Vogel nicht mehr weiter weiß und sogar zu einer Bedrohung wird. Er könnte zu jeder Zeit losgehen, was dem Film eine reizvolle Unberechenbarkeit gibt.

Die Folge erzeugt dadurch schon eine größere Spannung, mehr als man es oft von dieser Reihe gewohnt ist. Aber es ist auch der emotionale Aspekt, der in Erinnerung bleibt. So ist es natürlich tragisch, wenn wir hier lauter Menschen kennenlernen, die alle zunehmend in sich selbst verlorengehen, andere nicht mehr wiedererkennen, zum Teil nicht mehr wissen, was sie da tun. Tatort: König in Gelb greift dabei auch ein gesellschaftliches Thema auf, welches viele angeht, ohne dabei – wie das sonst gern bei TV-Krimis der Fall ist – moralisieren zu wollen. Hier dürfen sich viele angesprochen fühlen. Nächstes Mal geht es in Die letzten Menschen von Köln um Prepper.

Credits

OT: „Tatort: König in Gelb“
Land: Deutschland
Jahr: 2026
Regie: Alexander Adolph
Drehbuch: Alexander Adolph
Musik: Christoph M. Kaiser, Julian Maas
Kamera: Alexander Fischerkoesen
Besetzung: Maria Furtwängler, Andreas Lust, Marina Galic, Constantin von Jascheroff, Cornelius Schwalm, Matthias Bundschuh, Kathrin Ackermann, Gerd Anthoff, Thomas Thieme

Bilder

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Tatort: König in Gelb
fazit
„Tatort: König in Gelb“ spielt in einem Demenzdorf, in dem ein früherer Serienmörder leben soll. Der Krimi spielt viel mit Ungewissheit und kreiert dadurch ordentlich Spannung. Aber es ist auch die Tragik der Menschen, die hier in Erinnerung bleibt, wenn sogar der ermittelnde Polizist zunehmend in sich verlorengeht.
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