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Tatort: Gegen die Zeit

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„Tatort: Gegen die Zeit“ // Deutschland-Start: 26. April 2026 (Das Erste)

Inhalt / Kritik

Wer im „Sonnenhof“ landet, hat meistens schon eine turbulente Vergangenheit hinter sich. Für die 14- bis 18-Jährigen, die in dieser Einrichtung wohnen, ist es die letzte Chance, ihr Leben doch noch irgendwie in den Griff zu bekommen. David Walcher (Roland Silbernagl), der die sozialpädagogische Wohngemeinschaft leitet, will ihnen dabei helfen, ist wegen seiner Methoden aber umstritten. Nun ist er tot, jemand hat ihn erschlagen. Nur wer? Der Verdacht fällt schnell auf den Jugendlichen Cihan Özbek (Alperen Köse), da dieser nicht nur gewaltbereit ist, sondern auch spurlos verschwunden. Moritz Eisner (Harald Krassnitzer) und Bibi Fellner (Adele Neuhauser) nehmen aber auch die anderen Bewohner sowie die Betreuer unter die Lupe und blicken dabei in so manchen Abgrund …

Eine Jugend ohne Zukunft

Beim Tatort ist man gerade damit beschäftigt, diverse Institutionen aus den verschiedensten Bereichen des öffentlichen Lebens zu demontieren. So musste das Kölner Duo in dem satirisch angelegten Showtime hinter die Kulissen einer Kindershow im Fernsehen blicken und damit auch in diverse Abgründe. Anschließend galt es in Innere Angelegenheiten, einen tödlichen Vorfall in einem Freiburger Club aufzuklären, was auch bedeutete, Verfehlungen und Mauscheleien bei der Polizei anzusprechen – was naturgemäß nicht bei allen gut ankommt. Nun steht bei Gegen die Zeit wieder ein Einsatz des Wiener Duos auf dem Programm, es ist der vorletzte der Dauerbrenner. Und auch hier führt ein Todesfall dazu, sich eine Einrichtung etwas genauer anzuschauen.

Der 1337. Teil der ARD-Krimireihe handelt dabei von schwierigen bis gewalttätigen Jugendlichen, die im Leben herumgereicht wurden und sich selbst den Weg verbaut haben. Und wie immer lautet die Frage: Wie geht man mit ihnen um? Wie gibt man jemandem eine Zukunft, der sich selbst mehr oder weniger aufgegeben hat? Für Krimis ist das immer ein dankbares Setting, da es automatisch eine Menge Verdächtige gibt und man die klassische Mördersuche mit gesellschaftlichen Themen verbinden kann. Tatsächlich wurde das vor Tatort: Gegen die Zeit schon anderweitig verarbeitet. So gab es vor einem halben Jahr mit Siebenschläfer bereits eine andere Folge, die in einem Heim für schwer erziehbare Jugendliche spielte. Zwar wird diesmal betont, dass es sich um eine Wohngemeinschaft handelt. Das ändert aber nicht viel.

Wenig ambitioniert

Dass sich ein solches Umfeld für einen Mordfall anbietet, ist daher verständlich. Es bedeutet aber auch, dass man sich schon etwas einfallen lassen sollte, um sich von den vergleichbaren Krimis abzuheben. Bei Tatort: Gegen die Zeit fehlt das. So gab es bei den Figuren keine Ambitionen, auch mal eigene Geschichten zu erzählen. An vielen Stellen begnügt man sich mit Klischees und verlässt sich darauf, dass laute und kaputte Jugendliche schon irgendwie reichen werden, um für genügend Spannung zu sorgen. Als Krimi ist das auch weniger spannend, da die Optionen doch recht überschaubar sind und sich ähneln. Wo andere Krimis mit vielfältigen Motiven arbeiten, da bleibt man hier nah beieinander.

Schlecht ist das Ergebnis nicht. So fällt gerade das unbekannte Nachwuchsensemble positiv auf. Während Krassnitzer und Neuhauser routiniert das Programm abspulen und dabei möglichst betroffen dreinblicken, dürfen die Jugendlichen auch mal richtig ausbrechen. Dadurch sind schon ein paar Szenen dabei, für die sich das Einschalten lohnen kann. Über Durchschnitt kommt Tatort: Gegen die Zeit dennoch kaum hinaus, dafür ist der Film dann doch zu behäbig und austauschbar, große Ambitionen demonstrierte man hier nicht. Nächstes Mal geht es in Könige der Nacht wieder nach Zürich, wo es um einen ermordeten Callboy geht.

Credits

OT: „Tatort: Gegen die Zeit“
Land: Österreich
Jahr: 2026
Regie: Katharina Mückstein
Drehbuch: Katharina Mückstein, Hermann Schmid
Musik: Karwan Marouf
Kamera: Michael Schindegger
Besetzung: Harald Krassnitzer, Adele Neuhauser, Christina Scherrer, Roland Silbernagl, Augustin Groz, Alperen Köse, Ayo Aloba, Emre Cakir, Yacouba Diabate, Renas Hussin Muhamed

Bilder

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Tatort: Gegen die Zeit
fazit
In „Tatort: Gegen die Zeit“ wird der Leiter einer Wohngemeinschaft für schwierige Jugendliche ermordet. Das Thema ist naheliegend, wurde so aber schon mehrfach aufgegriffen. Zum Teil wird der wenig ambitionierte Inhalt durch das engagierte Nachwuchsensemble ausgeglichen.
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