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© NDR/Thorsten Jander

Tatort: Unter Feinden

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„Tatort: Unter Feinden“ // Deutschland-Start: 18. Oktober 2026 (Das Erste)

Inhalt / Kritik

Der Schock ist groß bei Mila Sahin (Almila Bagriacik): Anna Nowak (Lilith Stangenberg) ist tot. Zwar heißt es, dass ihre Kollegin und Freundin eine Überdosis Drogen genommen hat. Doch für Sahin steht fest, dass das kein Unfall war, sondern jemand gezielt nachgeholfen hat. Sie hat dabei auch schnell den Polizisten Jan Kuper (Sven Schelker) aus dem Wirtschaftsdezernat in Verdacht, da die Tote gegen ihn ermittelt hatte. Dabei stößt sie bei ihrem neuen Vorgesetzten Robert Iwersen (Yorck Dippe) aber auf Granit. Der will davon nichts hören. Mehr noch: Auch die Ermittlungen gegen das Unternehmen Prometheus sollen unverzüglich eingestellt werden. Also bleibt ihr nichts anderes übrig, als auf eigene Faust zu ermitteln und sucht dabei die Hilfe der Polizeipsychologin Elli Krieger (Karoline Schuch) …

Angst vor der eigenen Polizei

Doppelt hält besser. Dieser Ansicht war man wohl beim Tatort, als das neue Kieler Team eingeführt wurde, welches das Urgestein Borowski beerben soll. Nicht nur, dass diesmal zwei Frauen gleichberechtigt auftreten sollen, so wurde es zumindest angekündigt. Man spendierte den beiden auch eine Doppelfolge. Der Auftakt Unter Freunden führte dabei die Figuren ein, wobei Sahin natürlich schon als zweite Geige bei ihrem Vorgänger tätig war. Es dient aber auch der Etablierung des Themas, wenn es – mal wieder – um Korruption bei der Polizei geht, verbunden mit wirtschaftlichen Mauscheleien. Die Episode fiel durch die plakative Art auf, die lautstarken Auseinandersetzungen und auch den überraschenden Tod der Polizistin Anna. Unter Feinden knüpft nun nahtlos an die Ereignisse an.

Die feministische Ausrichtung ist dabei geblieben, wenn zwei Frauen gemeinsam gegen die Männerwelt antreten. Man muss aber auch dazu sagen, dass der Film mit der eigenen Protagonistin nicht gerade glimpflich umgeht. Denn während Krieger sehr souverän und rational auftritt, ist Sahin ein Nervenbündel auf zwei Beinen. Das ist nicht nur deshalb irritierend, weil man sie so von den früheren Filmen her eigentlich nicht kennt. Man darf sich zudem fragen: Wie kann jemand, der sich selbst zu keiner Zeit unter Kontrolle hat, bei der Polizei arbeiten? Darf man einem solchen Menschen wirklich eine Waffe anvertrauen? Andererseits lässt einen Tatort: Unter Feinden auch bei dem Vorgesetzten an der Kompetenz zweifeln. Dass es in einem Krimi menschelt und die Figuren fehlbar sind, ist zwar grundsätzlich nicht verkehrt. Hier wird es aber schon ziemlich arg.

Stark gespielt

Und doch ist es dieser emotionale Faktor, der den Film irgendwie sehenswert macht. Denn so überzogen das alles ist, so ärgerlich die Hysterie – es ist schon auch beeindruckend gespielt. Sowohl Almila Bagriacik (Die Polizistin und die Todesstille) als tickende Zeitbombe wie auch Sven Schelker (Stiller) als korrupter Polizist werfen sich voll in ihre jeweiligen Rollen und bleiben einem bis weit über den Abspann hinaus in Erinnerung. Vom restlichen Ensemble kann man das weniger sagen, wobei Schuch schon einen soliden Eindruck hinterlässt. Bei den Verbrechern hat Tatort: Unter Feinden nicht mehr als Stereotype zu bieten, weshalb da ohnehin niemand glänzen könnte. Sofern man überhaupt von einer Charakterisierung sprechen kann, diese Leute sind einfach nur irgendwie da, weil man sie für die Geschichte brauchte.

Die Geschichte selbst ist dann auch nicht weiter erwähnenswert. Der 1343. Film der ARD-Krimireihe verrät relativ früh, worum es geht und wer das was verbrochen hat. Stoff zum Rätseln gibt es auf diese Weise nicht. Streckenweise wird zwar versucht, das durch eine stärkere Thrillerrichtung auszugleichen. Aber das klappt nur bedingt. Bei dem einen Strang weiß man mehr oder weniger, wie das ausgehen wird. Der andere lässt einen kalt, weil die Figuren nichtssagend ist. Dennoch ist Tatort: Unter Feinden etwas besser als der erste Teil, eben aufgrund der einen oder anderen beeindruckenden Szene. Bei den kommenden Fällen darf es aber gern ein spannenderer Inhalt sein. Nächstes Mal geht es in Gottesgarten um einen Toten in einem Stundenhotel.

Credits

OT: „Tatort: Unter Feinden“
Land: Deutschland
Jahr: 2026
Regie: Lars Kraume
Drehbuch: Lars Kraume
Musik: Christoph M. Kaiser, Julian Maas
Kamera: Jens Harant
Besetzung: Almila Bagriacik, Karoline Schuch, Lilith Stangenberg, Sven Schelker, Thomas Kügel, Sascha Alexander Gersak, Yorck Dippe, Fabrizio Romagnoli

Bilder

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Tatort: Unter Feinden
fazit
In „Tatort: Unter Feinden“ sucht die Polizistin mit allen Mitteln nach dem Mörder ihrer Kollegin und überschreitet diverse Grenzen. Die Geschichte ist mäßig interessant, die geballte Inkompetenz der Polizei erschreckend. Doch die emotionalen Momente sind so gut gespielt, dass man diese Mankos fast vergisst.
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