Das gewisse Etwas
© Constantin Film

Das gewisse Etwas

Das gewisse Etwas
„Das gewisse Etwas“ // Deutschland-Start: 3. September 2026 (Kino)

Inhalt / Kritik

Eigentlich hatten sich Alex (Max von der Groeben) und sein Vater Karlo (Florian Lukas) das ganz einfach vorgestellt: Sie überfallen den Juwelierladen, nehmen eine Reihe von Schmuckstücken mit sich und hauen anschließend wieder ab. Die ersten beiden Punkte funktionieren gut, der dritte weniger. Und so bleibt den zwei nichts anderes übrig, als bei einer Gruppe junger Erwachsener mit Beeinträchtigung unterzukommen, die mit ihren Betreuenden Polly (Mala Emde), Mona (Jasmin Schwiers) und Marko (Lorenzo Germeno) gerade auf dem Weg in den Sommerurlaub in einer Berghütte sind. Kurzerhand nimmt Alex die Identität eines zu spät gekommenen Neulings an, während Karlo seinen Betreuer spielt. Die Täuschung funktioniert, erst einmal ist das Duo sicher. Doch dann kommt es zu einer Reihe von unvorhergesehenen Komplikationen …

Remake der französischen Hit-Komödie

Was einmal geht, das geht auch mehrfach. Dieser Ansicht ist man zumindest bei Constantin Film und brachte deshalb in den letzten Jahren reihenweise deutscher Remakes europäischer Komödien heraus. Ob nun Der Vorname (2018), Das perfekte Geheimnis (2019) oder Contra (2021), man bedient sich bei dem Verleih doch gern bewährter Stoffe. Nun steht mit Das gewisse Etwas bereits die nächste hiesige Neuauflage an. Die Vorlage stammt diesmal mal wieder aus Frankreich, genauer schnappte man sich Was ist schon normal?. Das ist durchaus nachvollziehbar. Denn während die Komödie 2024 in der Heimat mehr als zehn Millionen Menschen in die Kinos lockte, reichte es hierzulande gerade mal für rund 200.000. Da ist also noch eine Menge Luft nach oben, so erhofft man sich das zumindest.

Das Vertrauen in die Geschichte ist dabei offensichtlich so groß, dass man darauf verzichtete, etwas an ihr ändern zu wollen. Klar, Namen und Schauplatz wurden eingedeutscht. Ansonsten hält man sich aber eng an die Vorlage und erzählt quasi eins zu eins nach, was Regisseur und Hauptdarsteller Artus seinerzeit vorgemacht hatte. So kombiniert Das gewisse Etwas ebenso wie das Original eine Gaunerkomödie mit Wohlfühlelementen, handelt mal von Freundschaft, dann wieder von Liebe. Denn wo ganz viele Menschen auf engem Raum sind, kommen mit der Zeit quasi notgedrungen irgendwelche Gefühle ins Spiel. Bei manchen geht das schneller, andere brauchen ein wenig, bis sie das alles zulassen können.

Nett und sympathisch

Die Besonderheit des Films ist natürlich, dass hier überwiegend Menschen mit Behinderung zu sehen sind – und diese auch tatsächlich von solchen gespielt werden. Ein Anliegen ist es dabei, die Inklusion zu fördern. Wenn überhaupt Filme mal Figuren mit Behinderung haben, was eh schon sehr selten vorkommt, dann werden sie meisten darauf reduziert. Das gewisse Etwas versucht zumindest, hier eine Vielfalt vorzuleben, wenn die jungen Leute alle ihre eigenen Geschichten und Besonderheiten haben. Dabei verzichtet der Film wie schon das Original auf eine moralinsaure Belehrung. Durch die wachsende Freundschaft zwischen Alex und den anderen Mitreisenden wird gezeigt, dass ein Miteinander durchaus möglich ist, wenn denn die Voraussetzungen dafür geschaffen werden.

Das ist alles sympathisch. Und es ist auch beim zweiten Mal erfrischend. Allerdings sind auch die Schwächen geblieben. Zwar wird es ab und zu schon mal etwas derber. Insgesamt ist der Humor aber recht harmlos und zuweilen einfallslos. Der Ablauf der Handlung ist vorhersehbar, selbst für ein Publikum, welches das Original nicht gesehen hat. Über weite Strecken ist Das gewisse Etwas daher nur nett. Wem das reicht und die französische Vorlage nicht kennt, findet jedoch eine amüsante Komödie, mit der man sich gut die Zeit vertreiben kann. Dazu gibt es ein spielfreudiges Ensemble sowie das idyllische Setting, das seinen Anteil an der Klassenfahrtatmosphäre hat. Gebraucht hätte es das Remake kaum, da es zu wenig eigene Akzente setzt. Aber für sich genommen ist das hier gelungen.

Credits

OT: „Das gewisse Etwas“
Land: Deutschland
Jahr: 2026
Regie: Marc Rothemund
Drehbuch: Murmel Clausen
Musik: Konstantin „Djorkaeff“ Scherer
Kamera: Ahmet Tan
Besetzung: Max von der Groeben, Mala Emde, Florian Lukas, Jasmin Schwiers, Lorenzo Germeno, Frangiskos Kakoulakis, Antonia Riët, Simon Rupp, Natalie Kim Lehmann, Jan Bobke, Ferdinand Kuner, Linn Bade, Timon Heinzl, Luca Davidhaimann, Paul Kögler, Dieter Landuris, Bettina Mittendorfer, Johannes Berzl

Bilder

Trailer

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Das gewisse Etwas
fazit
In „Das gewisse Etwas“ tauchen zwei Juwelendiebe bei einer Freizeitfahrt von Menschen mit Behinderung unter. Die Komödie hält sich so eng an das französische Original, dass sie eigentlich überflüssig ist. Aber sie ist doch unterhaltsam und ist ein sympathisches Plädoyer für mehr Inklusion und Austausch.
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