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© SWR/Benoît Linder

Tatort: Explosive Mischung

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„Tatort: Explosive Mischung“ // Deutschland-Start: 4. Oktober 2026 (Das Erste)

Inhalt / Kritik

Als Kopf einer Stadtteilgang war Dennis Lohberg zusammen mit seinem Bruder Chris (Filip Schnack) und seiner Ex-Freundin Fiona Markovic (Juliette Larat) umtriebig. Doch jetzt bezahlte er dafür mit seinem Leben: Bei einem Überfall auf einen Geldautomaten geht etwas schief, Dennis stirbt bei der Sprengung. Dabei war er aber offensichtlich nicht allein. Zumindest lässt eine fehlende Geldkassette darauf schließen. Lena Odenthal (Ulrike Folkerts) und Johanna Stern (Lisa Bitter) machen sich auf die Suche nach potenziellen Komplizen und geraten dabei mit Ulf Meisner (Christian Schneeweiß) aneinander, der als selbsternannter Aufpasser für Recht und Ordnung sorgt. Dabei scheut er ebenso wenig vor Gewalt zurück wie daheim bei seiner Frau Isa (Hannah Ehrlichmann) …

Vorsicht vor dem Mann!

Zuletzt versuchte man sich beim Tatort wieder an ein par größeren, gesellschaftlich relevanten Themen. Erst nahm König in Gelb das Publikum mit in ein Demenzdorf, in dem ein Serienmörder untergekommen sein soll. Im Anschluss wandte sich Die letzten Menschen von Köln Preppern zu, Menschen also, die sich auf eine potenzielle Katastrophe intensiv vorbereiten. Mit Explosive Mischung meldet sich nun auch das Ludwigshafener Duo aus der Sommerpause zurück und geht einem rätselhaften Fall nach. Und auch wenn beim 1341. Teil der ARD-Krimireihe kein vergleichbares Thema in den Mittelpunkt rückt, gibt es hier doch einiges, das über einen bloßen Genrebeitrag hinausgeht. Man will da schon etwas aussagen.

Das trifft besonders auf die Figur Meisner zu. So erfahren wir später, dass er brutal seine Frau misshandelt, wenn diese es wagt, den Mund aufzumachen. Die Szene ist schon effektiv, auch wegen der Darstellung von Christian Schneeweiß, der eine unheimliche Präsenz hat. Leider war man aber der Ansicht, diese toxische Männlichkeit auch noch einmal in Dialogen aufzugreifen, nur für den Fall, dass die Zuschauer und Zuschauerinnen das sonst nicht verstehen. Das ist schon ziemlich plump. Tatort: Explosive Mischung ist auch nicht sonderlich ambitioniert, was die Figurenzeichnung des Schlägers angeht. Mehr als ein Stereotyp wird nicht geboten. Sowohl bei seinen Ansichten zur Mann-Frau-Beziehung wie auch den Ausführungen, wenn er sich als Sheriff des Viertels zu präsentieren versucht, hat man nicht sehr viel Arbeit investiert.

Erst zum Ende hin spannend

Deutlich ambitionierter ist die Folge in einer anderen Hinsicht. So wurde die Geschichte als Echtzeiterzählung umgesetzt. Der Film ist nicht nur wie üblich 90 Minuten lang, sondern deckt auch inhaltlich 90 Minuten ab. Mit solchen Methoden wird üblicherweise versucht, Spannung zu erzeugen, ein Gefühl der Dringlichkeit auch. Bei Tatort: Explosive Mischung bleibt das aber eine Behauptung, man spürt von dieser Besonderheit wenig. Es ist auch nicht so, als wäre das alles vom Ablauf der Handlung her sonderlich packend geworden. Tatsächlich ist über längere Zeit primär Langeweile angesagt, wenn das alles nicht so wirklich vom Fleck kommt. Wenn man schon eine Geschichte in Echtzeit erzählt, sollte man darauf achten, dass diese Zeit irgendwie sinnvoll gefüllt ist.

Erst zum Ende hin nimmt der Film dann mal Fahrt auf, auch weil es dann mehrere gewaltbereite Figuren gibt, die nicht dasselbe Ziel verfolgen. Da könnte es sogar richtig knallen. Die Optik eines nächtlichen Ludwigshafens trägt auch zu der Atmosphäre bei, das kann sich prinzipiell schon sehen lassen. Dennoch, man sollte keine zu hohen Erwartungen an den neuen Teil haben. Tatort: Explosive Mischung hat zwar einige gute Momente, aber nicht genug, um den übrigen Leerlauf kompensieren zu können. Mehr als Mittelmaß ist das Ergebnis kaum, die erhoffte Spannung bleibt aus. Nächstes Mal wird beim Kieler Beitrag Unter Freunden eine neue Kollegin eingeführt, die sich mit dem Mord an einer jungen Frau beschäftigen muss.

Credits

OT: „Tatort: Explosive Mischung“
Land: Deutschland
Jahr: 2026
Regie: Martin Eigler
Drehbuch: Martin Eigler
Musik: Oliver Kranz
Kamera: Andreas Schäfauer
Besetzung: Ulrike Folkerts, Lisa Bitter, Juliette Larat, Filip Schnack, Hannah Ehrlichmann, Christian Schneeweiß, Davina Chanel Fox, Johannes Scheidweiler

Bilder

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Tatort: Explosive Mischung
fazit
In „Tatort: Explosive Mischung“ stirbt ein Mann bei einem Überfall auf einen Geldautomaten, die Polizei sucht den Komplizen. Der Film ist trotz einiger größerer Themen und einer Echtzeiterzählung oft eher langweilig. Erst beim Finale steigert sich der Krimi noch einmal deutlich.
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