Sarah Kohr - Drecksarbeit Tv Fernsehen ZDF Streamen online Mediathek Video on Demand DVD kaufen
© ZDF/Christine Schröder

Sarah Kohr: Drecksarbeit

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„Sarah Kohr: Drecksarbeit“ // Deutschland-Start: 12. Oktober 2026 (ZDF)

Inhalt / Kritik

Wie viele andere ist Levan Kostava (Sandro Togonidze) nach Deutschland gekommen, weil er sich hier eine bessere Zukunft erhoffte. Stattdessen flieht er schwer verletzt nachts durch den Hamburger Hafen und verschwindet anschließend spurlos. Sarah Kohr (Lisa Maria Potthoff) ist fest entschlossen, den Mann wiederzufinden. Dabei stößt sie auf den Werftbesitzer Jörg Naujoks (Peter Lohmeyer), aber auch Mira Röver (Pheline Roggan) und Marten Schulz (Stellan Torrn), die eine Zeitarbeitsfirma leiten, die Kohr gleich verdächtig vorkommt. Doch die Zeit drängt für die Polizistin. Nicht nur, dass Kostava zu verbluten droht, wenn sie ihn nicht bald findet. Es sind auch andere hinter ihm her, die unter allen Umständen verhindern wollen, dass er auspackt …

Nutznießer der Immigration

Toughe Polizistinnen gibt es im deutschen Fernsehen natürlich einige, die Sender haben darin eine Erweiterung für das Krimigenre entdeckt. Doch keine dieser Ermittlerinnen wird dabei so körperlich wie Sarah Kohr. Seit 2014 schon kämpft sich die Titelfigur durch ihre Fälle, und das meist wortwörtlich. Das Publikum schätzt die Protagonistin, die keine Bedenken hat, im Zweifelsfall reihenweise Männer zu verprügeln, regelmäßig schalten zwischen fünf und sechs Millionen Menschen ein. Das ZDF belohnt diese Treue mit zwei neuen Filmen pro Jahr. Zuletzt musste Kohr in Bis auf den Grund herausfinden, weshalb ein Demonstrant während einer Protestaktion gegen eine Grundwasserbohrung sterben musste. Nun kommt mit Drecksarbeit der zweite neue Titel dieses Jahr, es ist der 14. der Reihe.

Erneut nimmt sich Timo Berndt, der nahezu alle Drehbücher der Reihe geschrieben hat, gesellschaftlicher Themen an. Ging es beim letzten Mal noch um Ökologie, Kapitalismus und Polizeigewalt, greift der Autor hier das ewige rote Tuch Immigration auf. Dabei geht es jedoch in eine etwas andere Richtung, als man das oft in diesem Segment sieht. So kommen die eingewanderten Menschen nicht aus Syrien oder anderen fernen Ländern, sondern aus Osteuropa. Sarah Kohr: Drecksarbeit befasst sich auch nicht mit Rassismus, wie man das sonst oft findet. Das Feindbild hier sind daher auch keine Rechtsradikalen, die Jagd auf Menschen aus einer anderen Kultur machen. Stattdessen werden Leute an den Pranger gestellt, die aus rein wirtschaftlichen Interessen die Not anderer ausnutzen, um sie völlig schamlos auszubeuten.

Zu geradlinig

Das dürfte weniger negative Reaktionen hervorrufen als eine Kritik an Rassismus. Schließlich sind geldgierige Menschen, die andere ausnutzen, bei den meisten als Schurken gut zu verkaufen. Sarah Kohr: Drecksarbeit ist an der Stelle auch ganz ungeniert, macht aus der Gegenseite nicht mehr als Stereotype ohne jegliche Schattierung. Interessanter ist da schon Naujoks, der als ambivalente Figur beschrieben wird. So nutzt er zwar ebenfalls die Notlage aus, seine Position ist aber vielschichtiger. Zumindest teilweise kann man nachvollziehen, warum er es getan hat. Richtig große Lust auf eine Vertiefung hat Berndt jedoch nicht. Es reicht lediglich für einen Denkanstoß, der im Anschluss nicht mehr weiter verfolgt wird. In der Hinsicht wäre sicherlich noch mehr drin gewesen.

Was dieses Mal auch völlig fehlt, ist ein Rätselfaktor. Sicher, das eine oder andere wird erst mit der Zeit wirklich erklärt. Das meiste wird aber relativ früh verraten. Man weiß, wer die Bösen ist, weiß, warum sie was tun. Da gibt es nicht mehr viele Antworten, die gesucht werden müssen. Aber Sarah Kohr: Drecksarbeit geht wie andere Teile der Reihe eben stärker in eine Thrillerrichtung, wenn es darum geht, den verletzten Immigranten zu finden, bevor es die Gegenseite tut. Auch die eine oder andere Actionszene darf nicht fehlen, damit Hauptdarstellerin Potthoff ihre Kampffertigkeit beweisen darf. Das kann sich dann schon sehen lassen, atmosphärisch macht der Film auch einiges richtig. So richtig spannend ist das Ergebnis dann aber doch nicht, eben weil alles von Anfang an klar ist und die Handlung sehr geradlinig ist. Originell ist die Geschichte sowieso nicht. Wer ein Gefühl der Befriedigung damit verbindet, wenn skrupellose Ausbeuter überführt werden, kann reinschauen. Der Rest verpasst nicht sehr viel.

Credits

OT: „Sarah Kohr: Drecksarbeit“
Land: Deutschland
Jahr: 2026
Regie: Mike Marzuk
Drehbuch: Timo Berndt
Musik: Boris Bojadzhiev
Kamera: Patrick D. Kaethner
Besetzung: Lisa Maria Potthoff, Herbert Knaup, Corinna Kirchhoff, Anano Makharadze, Sandro Togonidze, Stellan Torrn, Urs Rechn, Tara Fischer, Pheline Roggan, Filip Schnack, Michael Lott, Peter Lohmeyer

Bilder

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Sarah Kohr: Drecksarbeit
fazit
In „Sarah Kohr: Drecksarbeit“ sucht die Polizistin einen schwer verletzten Immigranten, der von skrupellosen Leuten ausgenutzt wird. Viel zu rätseln gibt es diesmal nicht, die Figuren sind auch überwiegend stereotyp. Atmosphärisch passt es aber, das Feindbild funktioniert.
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