El Convento Der Konvent Im Names des Teufels
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Der Konvent – Im Namen des Teufels

„Der Konvent – Im Namen des Teufels“ // Deutschland-Start: 30. April 2026 (Blu-Ray/DVD)

Inhalt / Kritik

Navarra, 1750: Während einer Messe fällt die Nonne Águeda (Ana Álvarez) in religiöse Ekstase. Sie weint blutige Tränen und zeigt plötzlich Stigmata an den Händen – ein Ereignis, das von Anwesenden als göttliches Wunder interpretiert wird. Kurz darauf treten die jungen Postulantinnen Lucía (Mariá Mercado) und Ana Mariá (Nahia Bergasa) in das abgelegene Kloster ein, dessen Oberin Águeda ist. Lucía ist tief beeindruckt von der vermeintlichen Heiligkeit der Äbtissin und strebt danach, ihrem Vorbild an Frömmigkeit nachzueifern. Ana Mariá hingegen sucht im Kloster vor allem Zuflucht vor ihrem gewalttätigen Stiefvater und hat große Schwierigkeiten, sich den strengen Regeln des Konvents zu unterwerfen. Mit der Zeit stoßen die beiden jungen Frauen jedoch auf immer verstörendere Vorgänge hinter den dicken Mauern des Klosters. Heimliche Rituale und unheimliche nächtliche Aktivitäten werfen Fragen auf. Als Lucía schließlich Zeugin eines grausamen Verbrechens wird, beginnt ihr Glaube zu bröckeln.

Nach einer wahren Geschichte

Der Konvent: Im Namen des Teufels greift einen historischen Stoff auf, der auf den sogenannten „satanischen Nonnen von Corella“ basiert, die im Jahr 1743 vor ein Inquisitionsgericht gestellt wurden. Das aus Navarra stammende Regieduo Luis Galindo und Ángel M. Chivite verbindet diese Grundlage mit fiktionalen Elementen und siedelt die Handlung in einem düsteren Kloster voller Geheimnisse an. Trotz dieses vielversprechenden Settings gelingt es dem Film jedoch nur bedingt, eine wirklich packende Atmosphäre zu erzeugen. Zwar bietet das als Drehort genutzte Monasterio de Fitero mit seinen verwinkelten Gängen und kargen Mauern eine eindrucksvolle Kulisse, doch bleibt dieses Potenzial weitgehend ungenutzt. Die Spannung entwickelt sich nur schleppend, und das Erzähltempo wirkt über weite Strecken zu gemächlich.

Auch die Figurenzeichnung trägt zu diesem Problem bei. Die Figuren Lucía und Ana Mariá bleiben zu eindimensional, als dass sich eine tiefere emotionale Bindung zum Publikum aufbauen kann. Deutlich interessanter gestaltet sich dagegen die Figur der Oberin Águeda, deren ambivalente Ausstrahlung zwischen Heiligkeit, die sich im Laufe des Films immer mehr in Bedrohung wandelt, zumindest Ansätze von Komplexität erkennen lässt. Besonders hervor sticht jedoch Mentxu Vicente als Schwester Claudia, die als Köchin des Klosters eine überraschend dominante Präsenz entwickelt. Ihre Darstellung verleiht dem Film Momente von Intensität, die den übrigen Figuren häufig fehlen.

Psychologischer Horror

Ein weiterer Schwachpunkt liegt in der inszenatorischen Umsetzung des psychologischen Horrors. Der Film setzt stark auf Andeutungen, suggestive Bilder und religiös aufgeladene Symbolik, findet jedoch selten die richtige Balance zwischen Zurückhaltung und dramatischer Zuspitzung. Gerade die immer wieder eingestreuten Visionen und Traumsequenzen wirken eher repetitiv als verstörend und verlieren dadurch an Wirkung. Auch der Einsatz von Ton und Musik bleibt vergleichsweise zurückhaltend, was zwar zur kargen Ästhetik passt, aber nur selten dazu beiträgt, die gewünschte Beklemmung zu intensivieren.

Inhaltlich reiht sich der Film in die Welle jüngerer Nonnen-Horrorfilme ein, ohne jedoch deren Qualität zu erreichen. Im Vergleich etwa zu Immaculate fehlt es hier sowohl an erzählerischer Dynamik als auch an konsequent aufgebautem Suspense. Viele Wendungen sind vorhersehbar, und die Entscheidung, primär auf psychologischen Horror statt auf visuelle Effekte zu setzen, geht nicht vollständig auf, da die inszenatorische Umsetzung zu wenig Spannung erzeugt. So bleibt Der Konvent: Im Namen des Teufels letztlich ein atmosphärisch durchaus vielversprechender, aber insgesamt zu konventioneller und behäbiger Beitrag zum Genre, dem es nicht gelingt, aus seinem historischen Hintergrund und seiner düsteren Prämisse das nötige Maß an Intensität herauszuholen.

Credits

OT: „El Convento“
Land: Spanien, Italien, Uruguay
Jahr: 2025
Regie: Luis Galindo, Ángel M. Chivite
Buch
: Jesús Córdoba
Musik: 
Hernán González Villamil
Kamera: Inigo Hualde Usoz
Besetzung: Ana Álvarez, María Mercado, Nahia Bergasa, Mentxu Vicente, Vanesa Baldonado, Alessandra Borgia, Alfonsina Carrocio

Bilder

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Der Konvent – Im Namen des Teufels
fazit
Atmosphärisch reizvoll, aber erzählerisch zu träge: „Der Konvent: Im Namen des Teufels“ verschenkt sein starkes historisches Fundament durch vorhersehbare Entwicklungen, blasse Figuren und fehlende Spannung. Nur einzelne Darstellerinnen und das Setting sorgen für nachhaltige Eindrücke.
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