
Zehn Jahre hat die schwerreiche Unternehmerin Gloria Almeda (Adele Neuhauser) für den Mord an ihrem Mann Victor (Bernhard Schir) im Gefängnis verbracht. Nun ist sie wieder draußen und hat nur ein Ziel vor Augen: Sie will herausfinden, wer ihn seinerzeit wirklich umgebracht hat und schreckt dafür vor nichts zurück. Denn sie war es nicht, auch wenn ihr das niemand glaubt. An Verdächtigen mangelt es nicht. Der Tote war von allen verhasst – inklusive Gloria und der erwachsenen Kinder Leonie (Fanny Kraus), Severin (Manuel Rubey) und Stella (Stefanie Stappenbeck) des Paares. Und tatsächlich haben sie sowie das restliche Umfeld Geheimnisse, die sie voreinander und der Polizei verbergen. Doch wer von ihnen hat es am Ende auch getan?
Ein Krimi voller Geheimnisse
Krimifans wissen es natürlich: Der Montagabend ist im ZDF ihrem Lieblingsgenre gewidmet. Üblicherweise laufen auf dem Programmplatz dann bewährte Reihen wie Die Toten am Bodensee oder Nord Nord Mord. Publikumslieblinge also, die verlässlich jedes Mal ein Millionenpublikum vor die Fernseher locken. Dann und wann bringt der Sender aber auch Einzelfilme, die nicht den Anspruch haben, fortgesetzt zu werden. Mit Mama ist die Best(i)e kommt nun wieder eines dieser für sich stehenden Werke heraus. Wobei die deutsch-österreichische Coproduktion in mehrfacher Hinsicht hervorsticht und sich von dem unterscheidet, was man sonst an diesem Tag zu sehen bekommt.
Der erste Unterschied: Es handelt sich hierbei um einen Zweiteiler, der im Laufe eines Abends ausgestrahlt wird. Solche Titel gibt es zwar schon immer mal wieder im öffentlich-rechtlichen Fernsehen, zuletzt etwa Lost in Fuseta – Ein Krimi aus Portugal: Weiße Fracht. Oft handelt es sich bei diesen doppelt so langen Filmen aber um Romanadaptionen, die es nicht schaffen, den Inhalt auf die handelsüblichen anderthalb Stunden herunterzukürzen. Mama ist die Best(i)e hat keine solche Vorlage, was einen etwas misstrauisch stimmt. Denn schon die genannten Adaptionen haben ihre Mühe, die Laufzeit zu füllen, ohne dass es zu Längen kommt. Hier gelingt das hingegen überraschend gut, auch weil wirklich alle Figuren irgendwelche Geheimnisse und Hintergedanken haben, die nach und nach enthüllt werden.
Überzeichnete Figuren und ihre Abgründe
Der zweite Unterschied: Mama ist die Best(i)e ist deutlich humorvoller angelegt. Tatsächlich ist der Film zwischendurch mehr Komödie als Krimi, was insbesondere durch die Figuren bedingt ist. Die sind nicht nur ziemlich überzeichnet, manche dieser High-Society-Leute gehen auch als Karikatur durch. Auch bei den Beziehungen zwischen den Charakteren geht es hoch her. Die Familie als dysfunktional zu beschreiben, wäre noch geschmeichelt. Aber auch drumherum hat man nicht das Gefühl, dass die Leute wirklich miteinander können. Ob innerhalb von Partnerschaften oder die wenigen Freundschaften, die gezeigt werden: Eigentlich klappt hier gar nichts, die Figuren wetzen ständig die Messer und verraten einander bei jeder sich bietenden Gelegenheit.
Das ist dann alles bewusst übertrieben. Aber eben auch unterhaltsam, wenn sich ständig die Ereignisse überschlagen, jede Begegnung in Giftgetränkt ist und man bis zum Schluss rätselt, was genau in dieser fatalen Nacht eigentlich geschehen ist. Auf sympathische Figuren muss man verzichten, die meisten sind sogar an der Grenze der Unerträglichkeit. Mama ist die Best(i)e profitiert dabei von dem spielfreudigen Ensemble, das sich für keine Lächerlichkeit zu schade ist. Im Mittelpunkt steht dabei natürlich Adele Neuhauser, die mit dem breitesten Grinsen unterwegs ist, während sie innerlich auf Kriegspfad ist. Inszenatorisch ist das manchmal ein bisschen repetitiv mit den vielen Flashbacks. Aber es macht doch Spaß, hier in die Abgründe zu folgen.
OT: „Mama ist die Best(i)e“
Land: Deutschland, Österreich
Jahr: 2026
Regie: Ute Wieland
Drehbuch: Uli Brée
Musik: Eva Klampfer
Kamera: Tobias von dem Borne
Besetzung: Adele Neuhauser, Bernhard Schir, Stefanie Stappenbeck, Manuel Rubey, Fanny Krausz, Andreas Lust, Annika Wonner, Theresa Wieland, Roland Koch, Elena Uhlig
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