
Als die BKA-Polizistin Gloria Acheampong (Thelma Buabeng) die Leiche von Yunis Zouaï (Alexander Milo) sieht, ist der Schock groß. Denn sie kannte den Polizisten, der als verdeckter Ermittler in der Frankfurter Drogenszene unterwegs war gut. Sie hatte sogar ein Verhältnis mit ihm, was sie ihrem Chef Boris Lambert (Tobias Oertel) aber verschweigt. Getötet wurde er in einem Maisfeld nahe dem Haus, welches DJ Nikki Caspari (Marc Benjamin) und Emma (Haley Louise Jones) gerade kaufen wollen. Unterstützt von den beiden Drogenfahndern Milan Stepanovic (Slavko Popadic) und Ronny Engels (Nico Holonics) geht Acheampong der Geschichte nach. Dabei führt eine Spur zu dem Drogenhändler Leon Graf (Carlo Ljubek), in dessen Club der Tote als Barkeeper arbeitete …
Zweiter Teil der Krimireihe
Bei den unzähligen Krimireihen und Serien, welche das öffentlich-rechtliche Fernsehen produziert, ist es fast unmöglich, sich alle zu merken. Vor allem, wenn diese nur sporadisch erscheinen. Noch schwieriger wird es, wenn die Reihen keinen einprägsamen Reihentitel haben. Ein Beispiel hierfür ist der ZDF-Krimi rund um Gloria Acheampong. Diese hatte vor zwei Jahren in Die Polizistin und die Sprache des Todes ihren ersten Auftritt. Damals musste sie mit einem Provinzpolizisten das Rätsel um die Frauenleiche im Kanal lösen. Nun gibt es mit Die Polizistin und die Todesstille einen zweiten Teil, dessen Titel sich nahezu wie der des Debüts liest. Dies führt aber nicht zu einem Wiedererkennungswert. Stattdessen hört sich das so beliebig an, dass nur wenige die Verbindung machen werden.
Aber das ist auch nicht unbedingt notwendig, da der Film nur bedingt an den Vorgänger anknüpft. So ermittelte die Protagonistin beim letzten Mal in einer abgelegenen Gegend, dieses Mal in Frankfurt am Main. Dass außer ihr niemand zurückkehrt, ist daher klar, es gibt kein Team in dem Sinn. Damit einher geht eine Verschiebung bei der Tonalität. War der Auftakt schon manchmal fast komisch, wird es hier durchgehend ernst und düster. Die Polizistin und die Todesstille ist auch wegen dieser Faktoren nicht wirklich als Fortsetzung zu erkennen. Ein bisschen irritierend ist das schon, das Konzept der Reihe ist noch nicht klar umrissen. Immerhin macht es das aber auch den Einstieg einfacher für ein Publikum, das den ersten Teil nie gesehen oder schon wieder vergessen hat.
Spannend, aber nicht sehr einfallsreich
Wobei es durchaus Gemeinsamkeiten gibt. So geht es in beiden Filmen darum, dass die Protagonistin bei ihrem Fall mit fremden Ermittlern zusammenarbeiten muss. War dies beim letzten Mal noch relativ problemlos, nach einem anfänglichen Fremdeln, wird das bei Die Polizistin und die Todesstille deutlich schwieriger. Das hängt aber auch damit zusammen, dass die Figurenkonstellation komplex ist. So gibt es in dem Film neben der Protagonistin noch die beiden Drogenfahnder, dazu den DJ sowie den Clubbesitzer. Hinzu kommen noch Partnerinnen. Und alle hängen sie irgendwie miteinander zusammen. Gerade zu Beginn ist das ein wenig unübersichtlich und man braucht eine Weile, um da die Zusammenhänge zu erkennen.
Dennoch ist der Rätselanteil geringer als beim letzten Mal. Zwar gibt es auch diesmal Wendungen und es geht darum herauszufinden, wer den Mord begangen hat. Aber das ist diesmal doch leichter zu durchschauen. Dafür hat Die Polizistin und die Todesstille mehr Thrilleranteile, wenn da verschiedene Figuren umherlaufen, die alle ihre eigenen Ziele haben und zum Teil gefährlich sind. Regisseur und Drehbuchautor Lars Becker, der unter anderem für die Nachtschicht Filme zuständig ist, hat sichtlich Spaß daran, die diversen Schachfiguren zu manövrieren, bis es dann zu einem großen Showdown kommt. Das ist streckenweise schon ganz spannend, weshalb der Film auch zu den besseren Genrevertretern der letzten Zeit gehört. Einfallsreich ist die Geschichte hingegen kaum.
OT: „Die Polizistin und die Todesstille“
Land: Deutschland
Jahr: 2026
Regie: Lars Becker
Drehbuch: Lars Becker
Musik: Hinrich Dageför, Stefan Wulff
Kamera: Alexander Sachs
Besetzung: Thelma Buabeng, Tobias Oertel, Haley Louise Jones, Marc Benjamin, Almila Bagriacik, Alexander Milo, Teresa Rizos, Nico Holonics, Slavko Popadić, Nadeshda Brennicke, Carlo Ljubek, Vincent Krüger
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