Ein Muenchner im Himmel 2026
© Leonine

Ein Münchner im Himmel – Der Tod ist erst der Anfang

Ein Muenchner im Himmel 2026
„Ein Münchner im Himmel – Der Tod ist erst der Anfang“ // Deutschland-Start: 14. April 2026 (Kino)

Inhalt / Kritik

So richtig viel hat Ludwig ‚Wiggerl‘ Brunner (Maximilian Brückner) ja eigentlich nicht erreicht. Er mogelt sich als Taxifahrer durchs Leben, schläft mit den Partnerinnen anderer und vernachlässigt dafür sein eigenes Umfeld, weshalb seine Noch-Ehefrau Kathi (Hannah Herzsprung) und die gemeinsame Tochter Toni (Momo Beier) nicht gut auf ihn zu sprechen sind. Als er mal wieder den Geburtstag von Toni vergessen hat und ordentlich auf die Tube drückt, um doch noch rechtzeitig da zu sein, gerät er in einen Unfall und wird so schwer verletzt, dass er ins Koma fällt. Als seine Seele gen Himmel wandert, treibt er schnell alle in den Wahnsinn, weshalb Gott (Ina Müller) ihn mit einem Auftrag zurück zur Erde schickt. Den Auftrag ignoriert Ludwig jedoch. Er versucht vielmehr, die Beziehung zu seiner Familie zu retten, bevor es zu spät ist …

Neuinterpretation der bekannten Kurzgeschichte

Auf der Suche nach bewährten Stoffen sind sich die Filmstudios für nichts zu schade. Gerade in Zeiten, in denen die Menschen eher zurückhaltend sind, wenn es um den Kinobesuch geht, braucht es schon etwas, das sie anlocken kann. Das ist einerseits verständlich, schließlich ist so eine Filmproduktion nicht unbedingt günstig. Also wird alles irgendwie verwurstet, was einen Namen hat: ob alte Serien, Videospiele, Comics oder Romane, erlaubt ist alles, was Geld bringt. Nun hat es auch Ein Münchner im Himmel erwischt. Die 1911 veröffentlichte Kurzgeschichte von Ludwig Thoma (Lausbubengeschichten) erzählt von einem missmutigen Mann, der in den Himmel kommt und mit seinem ständigen Gemecker alle gegen sich aufbringt. 1962 kam eine Zeichentrick-Adaption heraus, die selbst Kultstatus genießt. Und nun eben ein richtiger Spielfilm.

An der Stelle dürften die meisten schon stutzig werden. Wie kann eine derart kurze Geschichte anderthalb Stunden füllen? Antwort: gar nicht. Also verabschiedete man sich von der Vorlage, nahm nur das grundsätzliche Konzept und machte etwas Eigenes daraus. Das ist nicht unbedingt verkehrt. Das parallel erscheinende Glennkill: Ein Schafskrimi entfernt sich teilweise auch sehr weit weg von der literarischen Vorlage. Der Unterschied ist aber, dass die tierische Krimikomödie die Idee des Romans nicht verrät, sondern dieser durchaus gerecht wird. Bei Ein Münchner im Himmel – Der Tod ist erst der Anfang ist das nicht der Fall. So hatte Thoma seinerzeit eine Satire geschrieben, welche das Klischee des Münchner Grantlers aufs Korn nimmt. Die neue Adaption wird zwar ebenfalls als solche verkauft. Aber das ist Augenwischerei, satirisch ist hier kaum etwas, lediglich die kurze Passage im Himmel geht als solche durch.

Einfallsloser Kitsch

Stattdessen hat Drehbuchautor Marcus Pfeiffer (My Ex) eine rührselige Geschichte über zweite Chancen geschrieben. So will Wiggerl die Zeit auf der Erde nutzen, um seiner Familie zu helfen. Das ist sicherlich nicht verkehrt, Nachholbedarf gibt es da nicht zu wenig. Außerdem tun Versöhnungsgeschichten oft ganz gut, gerade wenn es da draußen ungemütlich zugeht. Wenn dabei aber ein so einfallsloser Kitsch herauskommt, dann darf man sich schon fragen, wofür es Ein Münchner im Himmel – Der Tod ist erst der Anfang gebraucht hat. Denn von einem solchen gibt es auch so schon mehr als genug, da hätte es Thomas Vorlage nicht gebraucht. Wie wenig aus dem Szenario geholt wird, ist mindestens bedauerlich, wenn nicht gar ärgerlich.

Wenn der Film wenigstens irgendwie Spaß machen würde. Aber auch in der Hinsicht ist nichts zu holen. Schon bei der frühen Szene, wenn der Protagonist nackt durch die Stadt läuft und mit einer vergebenen Frau im Hotelzimmer erwischt wird, lässt einen Übles ahnen, was den Humor angeht. Und diese Befürchtung wird sich bestätigen, wieder und wieder und wieder. Ein Münchner im Himmel – Der Tod ist erst der Anfang ist kaum dazu geeignet, das Publikum zum Lachen zu bringen. Als Einschlafhilfe nach einer stressigen Woche ist das schon eher zu empfehlen. Dem Ensemble kann man dabei noch nicht einmal einen Vorwurf machen, dessen Arbeit ist angemessen. Das reicht aber kaum aus, um diesen uninspirierten Langweiler zu retten.

Credits

OT: „Ein Münchner im Himmel – Der Tod ist erst der Anfang“
Land: Deutschland
Jahr: 2026
Regie: David Dietl
Drehbuch: Marcus Pfeiffer
Vorlage: Ludwig Thoma
Musik: Michael Kamm
Kamera: Holly Fink
Besetzung: Maximilian Brückner, Hannah Herzsprung, Momo Beier, Michaela May, Heiner Lauterbach, Marcel Mohab, Maxi Schafroth, Simon Pearce

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Ein Münchner im Himmel – Der Tod ist erst der Anfang
fazit
Inspiriert von der bekannten Kurzgeschichte erzählt „Ein Münchner im Himmel – Der Tod ist erst der Anfang“ von einem Mann, der nach einem Unfall wieder zur Erde kommt und seiner Familie helfen will. Von den satirischen Elementen der Vorlage ist praktisch nichts mehr übrig, stattdessen gibt es einfallslosen Kitsch.
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