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© SWR/Benoît Linder

Tatort: Sashimi Spezial

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„Tatort: Sashimi Spezial“ // Deutschland-Start: 1. März 2026 (Das Erste)

Inhalt / Kritik

Als der Fahrradkurier Marc Weinert (Dario Scheffler) beim Polizeipräsidium auftaucht und sich selbst wegen Rauschgift anzeigen will, weiß Johanna Stern (Lisa Bitter) nicht so wirklich, was sie mit dieser Situation anfangen soll. Kurze Zeit später stürmt der junge Mann davon und wird prompt von einem Lieferwagen überfahren. Ein schrecklicher Unfall? Lena Odenthal (Ulrike Folkerts) hat ihre Zweifel daran, auch weil Helmkamera und Tablet des Toten verschwunden sind. Gut möglich, dass ihn jemand absichtlich getötet hat. Da die Kollegen und Kolleginnen beim Kurierdienst Velopunks aber weniger Interesse daran haben, der Geschichte nachzugehen, trifft das Polizeiduo eine Entscheidung. Stern fängt selbst bei Velopunks an und versucht, undercover die Wahrheit herauszufinden …

Origineller Einstieg

Zuletzt ging es beim Tatort betont abgründig zu, wenn wir es mit lauter kaputten Leuten zu tun bekamen. So ging es in der vergangenen Folge Schmerz zwar auch um Morde im Rotlichtmilieu. Dabei wurden aber auch zahlreiche persönliche Probleme ausgepackt, es ging in Dortmund mal wieder hoch her. Davor waren wir durch Das Böse in Dir in Saarbrücken, wo es um einen ermordeten Unternehmer ging, vererbten Hass – und weitere Traumata innerhalb eines Teams, bei dem sowieso alle einen Knall haben. Wer angesichts dieser offensiven Psychosen schon die Befürchtung hatte, dass es bei der Polizei niemanden mehr gibt, der auch einfach mal nur seine Arbeit macht, darf aufatmen. Beim Ludwigshafener Beitrag Sashimi Spezial geht es unerwartet normal zu. Zumindest im Vergleich zu den anderen Teams.

Der Einstieg ist dabei auf jeden Fall mal originell. Üblicherweise geht so ein Krimi ja damit los, dass das Ergebnis eines Verbrechens entdeckt wird – meist eine Leiche –, und anschließend herausgefunden werden muss, wer dieses begangen hat. Beim 1331. Film des ARD-Dauerbrenners ist es hingegen so, dass jemand von sich aus ein Verbrechen gestehen will. Das sieht man auch nicht alle Tage. Anschließend wird aber ein weiteres Verbrechen begangen und Tatort: Sashimi Spezial wandelt sich doch noch in einen Whodunit-Krimi. Allerdings gibt es eine gewisse Einschränkung. So ist eigentlich ziemlich klar, dass der Mord mit dem Geständnis und damit den Drogen zusammenhängen muss. Ebenso offensichtlich ist, dass es der Kurierdienst ist, der das Rauschgift verteilt. Dadurch minimiert sich der Rätselanteil schon stark. Wer in erster Linie einschaltet, um eigene Hypothesen aufzustellen, ist da eher weniger gefordert.

Überzeichnet bis langweilig

Stattdessen versuchte man, das Publikum mit anderen Mitteln bei Laune zu halten. Dabei spielt der Kurierdienst selbst eine größere Rolle, da er sehr sonderbar angelegt ist. Wie der Name Velopunks schon sagt, sollen die Männer und Frauen wohl anarchisch unterwegs sein, so richtig mit beruflicher Selbstbestimmung und alles. Eine Auseinandersetzung mit den in der Realität oft prekären Jobs findet so natürlich nicht statt. Aber Tatort: Sashimi Spezial scheint auch nicht wirklich an derselben interessiert zu sein. Vieles an dem Krimi ist dann doch überzeichnet. Anderes ist hingegen schwächer ausgeprägt. So reichte es mal wieder dazu, spannende Figuren zu entwickeln, diese hier sind schon ziemlich nichtssagend.

Und auch sonst ist die Spannung eher überschaubar. Bei einem Krimi, der schon ein wenig vom Rausch der Rebellion spricht, ist das hier nur wenig mitreißend. Die Geschichte kommt kaum vom Fleck. Ein bisschen kurios ist natürlich die Sache mit dem Undercover-Strampel-Einsatz, bei dem man das Gefühl hat, das Drehbuch wäre bei Ein Fall für zwei besser aufgehoben gewesen. Das allein reicht aber auch nicht aus, um den Film sehenswert zu machen. Tatort: Sashimi Spezial ist irgendwo zwischen langweilig und lächerlich angesiedelt. Manche dürften zudem durch das nicht ganz abgeschlossene Ende verärgert sein. Als nächstes geht es in drei Wochen mit Fackel nach Frankfurt, wo ein Hochhausbrand mehrere Menschenleben kostet.

Credits

OT: „Tatort: Sashimi Spezial“
Land: Deutschland
Jahr: 2026
Regie: Franziska Margarete Hoenisch
Drehbuch: Stefan Dähnert
Musik: Cico Beck, Florian Kreier
Kamera: Eva Maschke
Besetzung: Ulrike Folkerts, Lisa Bitter, Camill Jammal, Rabea Lüthi, Ali Reza Ahmadi, Leonard Kunz, Davina Chanel Fox, Johannes Scheidweiler, Bernd Hölscher, Kailas Mahadevan

Bilder

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Tatort: Sashimi Spezial
fazit
In „Tatort: Sashimi Spezial“ will ein Mann ein Geständnis abgeben und wird kurze Zeit drauf überfahren. Das Milieu eines alternativen Fahrradkurierdiensts ist interessant. Der Film selbst ist es nicht, wechselt zwischen langweilig und lächerlich, zumal es auch nicht viel zum Grübeln gibt.
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