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Tatort: Fackel

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„Tatort: Fackel“ // Deutschland-Start: 22. März 2026 (Das Erste)

Inhalt / Kritik

Jahre ist es inzwischen her, dass bei einem verheerenden Hochhausbrand 13 Menschen ums Leben gekommen sind. Doch für die Angehörigen ist das Thema nicht weniger aktuell. Der Schmerz sitzt noch immer tief, vor allem, da der Verdacht nie ganz ausgeräumt wurde, dass der Brand sich auch aufgrund von billigem Dämmmaterial so schnell ausbreiten konnte – entgegen der Vorschriften. Da ein Untersuchungsausschuss ohne Ergebnis ausgehen könnte, bittet Almila Adak (Seyneb Saleh), die bei der Katastrophe ihre Mutter verloren hat, ihren Ex-Freund Kommissar Hamza Kulina (Edin Hasanovic) um Hilfe. Dieser nimmt auch tatsächlich gemeinsam mit seiner Kollegin Maryam Azadi (Melika Foroutan) die Ermittlungen auf. Verdächtig ist dabei besonders Steffen Böttcher (Stephan Luca), Geschäftsführer eines Baustoffkonzerns. Doch der ist einflussreich …

Ungewohnt hektisch

Beim Tatort weiß man fast grundsätzlich nicht, was einen erwartet. Zu unterschiedlich sind die einzelnen Teile. Zuletzt erzählte der Ludwigshafener Beitrag Sashimi Spezial von einem kuriosen Fall, der sich um anarchistische Fahrradkuriere und Drogen drehte. Davor waren die Psycho-Spezialisten aus Dortmund an der Reihe: Bei Schmerz ging es um einen Mord im Rotlichtmilieu, eine schmutzige Vorgeschichte sowie zahlreiche persönliche Verwicklungen. Letztere gibt es auch in Fackel, der dritte Auftritt des erst im Herbst gestarteten Frankfurter Duos. Dieses ist zwar noch nicht lange dabei, hat sich aber in mehrfacher Hinsicht bereits etabliert, auch weil es eigene Wege geht. Teilweise wird das auch hier beibehalten, teilweise jedoch nicht.

Eine dieser Besonderheiten ist, dass sich dieses Team an Cold Cases versucht, also alten, nicht abgeschlossenen Fällen. Bei Tatort: Fackel geht es prinzipiell zwar ebenfalls um einen solchen alten Fall, wenn der Brand Jahre zurückliegt. Allerdings wird auch ein aktueller Bezug hergestellt, indem die Deadline für einen Untersuchungsausschuss abläuft und dringend vorher Beweise gefunden werden müssen. Das Ergebnis ist etwas gemischt. Auf der einen Seite erzeugt der Film durch diesen Quasi-Countdown einiges an Spannung, zumal es hier wirklich nicht schwierig ist, mit den Betroffenen mitzufühlen. Andererseits gefielen die ersten Teile durch eine melancholische Stimmung, die eben auch durch die Ruhe bedingt war. Das klappt in dem hektischen Umfeld nicht mehr ganz so gut.

Emotional und fesselnd

An Gefühlen mangelt es trotzdem nicht. Dafür ist vor allem Kulina zuständig, der durch seinen persönlichen Bezug diesmal besonders involviert ist. Solche Verwicklungen sind oft ein bisschen nervig, da auf recht plumpe Weise versucht wird, Betroffenheit zu erzeugen. Bei Tatort: Fackel funktioniert das aber ganz gut. Das ist gerade auch ein Verdienst von Edin Hasanovic: Zu jeder Zeit ist zu fühlen, wie wütend seine Figur ist. Wie groß die Empörung darüber, dass da so viele Menschen sterben mussten, weil gemauschelt wurde und nun nicht einmal jemand dafür geradestehen muss. Der 1332. Teil des ARD-Dauerbrenners ist dann auch einer dieser Krimis, die recht ungeniert das Publikum manipulieren wollen. Da wird mit recht einfachen Feindbildern gearbeitet.

Als Diskussionsgrundlage ist das eher weniger geeignet, selbst wenn es durchaus Potenzial gegeben hätte. Und es ist auch nicht so, als würde das Publikum wahnsinnig viel zu rätseln bekommen. Im Grund ist relativ früh klar, worum es geht. Die eine oder andere Wendung ist zwar noch drin, aber so richtig überraschend fallen diese nicht aus. Der bekannte Schauspieler Tom Schilling, der hier als Co-Autor sein Drehbuchdebüt gibt, verlässt sich auf das Bewährte. Das hört sich alles vielleicht nicht so richtig gut an. Und doch ist Tatort: Fackel einer der besseren Teile der letzten Zeit geworden. Der Zeitdruck, verbunden mit der emotionalen Komponente fesseln einen doch bis zum Schluss. Auch wenn die Frankfurter sich etwas von dem bisherigen Weg entfernt haben, darf man nach dem dritten Teil erneut neugierig sein, wie es weitergeht.

Credits

OT: „Tatort: Fackel“
Land: Deutschland
Jahr: 2026
Regie: Rick Ostermann
Drehbuch: Tom Schilling, Sebastian Heeg
Musik: Christoph M. Kaiser, Julian Maas
Kamera: Philipp Sichler
Besetzung: Melika Foroutan, Edin Hasanovic, Judith Engel, Gordana Boban, Seyneb Saleh, Michael Schenk, Katharina Heyer, Stephan Luca, Nadja Bobyleva

Bilder

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Tatort: Fackel
fazit
In „Tatort: Fackel“ befasst sich das auf Cold Cases spezialisierte Polizeiduo mit dem brandheißen Fall eines niedergebrannten Wohnhauses. Statt ruhiger Melancholie ist diesmal hektische Spannung angesagt sowie ganz viel Gefühl. Das ist sehenswert, selbst wenn der Rätselteil mager ausfällt und man es sich inhaltlich einfach machte.
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