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Tatort: Gefahrengebiet

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„Tatort: Gefahrengebiet“ // Deutschland-Start: 1. Februar 2026 (Das Erste)

Inhalt / Kritik

Am Rande Berlins wird ein Obdachloser tot aufgefunden. Pikant dabei: Eine Augenzeugin gibt an, dass der Mann von einer Wölfin gerissen wurde. Tatsächlich finden sich Verletzungen, die auf Bissspuren hinweisen. Das macht den Fall zu einer politischen Geschichte, da das Thema Wolf sehr emotional besetzt ist. Die kurz vor der Rente stehende Susanne Bonard (Corinna Harfouch) und ihr Kollege Robert Karow (Mark Waschke) gehen der Sache nach und ermitteln in verschiedene Richtungen. Dabei stellt sich heraus, dass der Tote ermordet wurde – von einem Menschen. Aber weshalb? Und von wem? Während Bonard mit der Wildnislehrerin Prof. Dara Kimmerer (Anne Ratte-Polle) durch die Wälder zieht, macht Karow die Bekanntschaft des mysteriösen Noah Alvarez (Nils Kahnwald) …

Symbolik ohne klare Bedeutung

Zuletzt war der Tatort eine weniger erfreuliche Angelegenheit. So versuchte man sich sowohl bei Wenn man nur einen retten könnte über eine tote Studentin wie auch bei Ex-It um entführte und tote Kinder einer früheren Berühmtheit an großen Themen, wollte mit den Geschichten richtig viel aussagen. Bei der Umsetzung haperte es aber. So litten beide Folgen darunter, dass sie sehr unnatürlich waren, weshalb die aus dem Leben gegriffenen Themen wie Erwartungsdruck und kaputte Beziehungen nicht ihre Wirksamkeit entfalten konnten. Im Nachhinein war das aber noch harmlos im Vergleich zu dem, was einen bei Gefahrengebiet erwartet. Denn hier ist quasi schon vorgeschrieben, dass es heftige Reaktionen des Publikums geben wird.

Dabei sieht das anfangs noch wie business as usual aus. Am Anfang wird eine Leiche gefunden, danach muss herausgefunden werden, wer den Mord begangen hat. Dass der 1328. Fall der ARD-Krimireihe anfangs noch mit der Möglichkeit spielt, dass eine Wölfin die Schuldige ist, darf man getrost ignorieren. Warum sonst sollte die Mordkommission ermitteln? Ein bisschen wird dabei angesprochen, wie emotional das Thema Wolf bei den Menschen ist, da wird seit einiger Zeit wieder heftig darum gestritten. Tatort: Gefahrengebiet lässt das alles aber relativ schnell wieder fallen. Das Tier dient ein wenig der Symbolik, wobei die Bedeutung vage gehalten wird. Der Film gefällt sich in assoziativen Bildern, die dann auch einiges hermachen, letztendlich aber nicht wirklich viel verraten.

Faszinierend, wirr und öde zugleich

Dass der Film in der Hinsicht dünn ist, wird aber vermutlich weniger Leute stören als die sonderbaren Erfahrungen, welche die beiden Hauptfiguren machen. Bei Bonard hat man das Gefühl, dass sie direkt vor der Rente den Verstand verliert, während sie sich auf einen existenziellen Selbstfindungstrip begibt – nur ohne Erkenntnis. Und Karow, der sich an einen jüngeren Mann heranmacht, entdeckt eine neue Welt, von der er selbst sagt, dass das nicht normal ist. Nun dürfen Krimis sich auch mal vom Alltag entfernen, um neue Ideen zu präsentieren oder anderweitig Grenzen zu überschreiten. Bei Tatort: Gefahrengebiet wird aber nie klar, was das denn überhaupt soll, was hier das Ziel ist. Der Film ist über weite Strecken einfach nur seltsam.

Und das leider auf keine sonderlich spannende Art und Weise. Tatsächlich ist Tatort: Gefahrengebiet sogar ein ziemlich langweiliger Film geworden, wenn ganz viel geredet wird, ohne dabei aber etwas Relevantes zu sagen. Nicht einmal zum Ende hin kommt wirklich Nervenkitzel aus. Eine gewisse Faszination übt der Krimi zwar schon aus. Streckenweise ist er auch atmosphärisch, wenn wir durch die Wälder streifen und eine bizarre Parallelwelt kennenlernen. Das reicht aber nicht aus, um die vollen anderthalb Stunden zu füllen. Manche werden sich über das Ergebnis ärgern, andere es nur langweilig finden. Immerhin: Das Ergebnis ist so seltsam, dass man den Abschied von Bonard nicht vergessen wird. Nächste Woche geht es im saarländischen Beitrag Das Böse in dir um zwei verfeindete Familien.

Credits

OT: „Tatort: Gefahrengebiet“
Land: Deutschland
Jahr: 2026
Regie: Mira Thiel
Drehbuch: Mira Thiel
Musik: Tim Neuhaus
Kamera: Moritz Anton
Besetzung: Corinna Harfouch, Mark Waschke, Anne Ratte-Polle, Nils Kahnwald

Bilder

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Tatort: Gefahrengebiet
fazit
In „Tatort: Gefahrengebiet“ wird ein toter Obdachloser gefunden, womöglich getötet durch eine Wölfin. Der Film fängt relativ wenig mit dem emotionalen Thema ab, schickt die beiden Hauptfiguren stattdessen auf wirre Trips. Das ist schon irgendwie faszinierend, aber auch unbefriedigend – und überwiegend langweilig.
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