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© Radio Bremen/Magdalena Stenge

Tatort: Wenn man nur einen retten könnte

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„Tatort: Wenn man nur einen retten könnte“ // Deutschland-Start: 25. Januar 2026 (Das Erste)

Inhalt / Kritik

Als die Jurastudentin Annalena Höpken (Annika Gräslund) tot aufgefunden wird, stellt sich schnell heraus, dass jemand sie offensichtlich die Treppe hinuntergestoßen hat. Nur aus welchem Grund? Die Kommissarinnen Liv Moormann (Jasna Fritzi Bauer) und Linda Selb (Luise Wolfram) gehen zusammen mit ihrem Kollegen Patrice Schipper (Tijan Njie) vom Kriminaldauerdienst der Sache nach und suchen nach möglichen Verdächtigen. Dazu zählen unter anderem Karima Al-Sharquawi (Shirin Eissa), Colin Trenkner (Mitja Over), Laslo Wolf (Joyce Sanhá) und Hannes Butenbeker (Michael Schweisser), die mit ihr in einer Wohngemeinschaft lebten – und dort krachte es wohl heftig. Dabei wird klar, dass die Tote wegen ihres Studiums mächtig unter Druck stand und sich nur mit Aufputschmitteln zu helfen wusste …

Das Leid der jungen Studierenden

Zuletzt mochte man es beim Tatort etwas theatralischer. So führte uns Die Schöpfung an die Kölner Oper, wo es zu mehreren Morden kam und die Leute sich auch sonst nicht gerade mit Samthandschuhen anfassten. Anschließend befasste sich der Stuttgarter Beitrag Ex-It mit einer Ex-Berühmtheit, die sich mit sozialen Medien irgendwie zu retten versucht, während das Kind tot ist und die Ehe eigentlich auch. Nun geht es mit Wenn man nur einen retten könnte mal wieder nach Bremen, wo die Kommissarinnen ihren inzwischen achten Fall zu lösen haben. Mit berühmten Leuten hat man es hier nicht zu tun, sondern mit mehreren jungen Männern und Frauen, die alle noch am Anfang stehen. Konflikte und Abgründe gibt es aber auch dort mehr als genug.

Dabei zeigt sich der 1327. Film der ARD-Krimireihe von seiner inhaltlich ambitionierten Seite. Ziel war es offensichtlich, einen Einblick in das Leben von heutigen Studierenden zu geben. Was beschäftigt sie? Welche Sorgen schleppen sie mit sich herum? Tatort: Wenn man nur einen retten könnte will aufzeigen, wie kaputt das hinter der Fassade alles sein kann und wie junge Menschen am Leben verzweifeln. Ein wenig erinnert das an Überlebe wenigstens bis morgen vor einigen Monaten über eine junge Frau, die überall Anschluss suchte und ihn nirgends fand – und die auch erst Wochen nach ihrem Tod in der Wohnung gefunden wurde. Während der besagte Teil sich aber darauf konzentrierte, wirklich das Leben der Verstorbenen nachzuzeichnen und auf diese Weise eine Tragödie zu rekonstruieren, da wird hier alles Mögliche zusammengeworfen.

Zu unnatürlich

Wie schon vergangene Woche bei der Darstellung einer zerstörten Ehe ist das größte Problem, dass nichts davon wirklich natürlich wirkt. So real und alltäglich die Themen sind, die hier angesprochen werden, es gelingt nicht, einen das so auch fühlen zu lassen. Die Figuren sind in Tatort: Wenn man nur einen retten könnte mal wieder reine Drehbuchkonstrukte, eine Zusammenstellung aus Klischees, garniert mit Dialogen, die alles sind, nur nicht menschlich. Aber auch bei den Themen war man einfach zu bemüht, wenn Wohnungsnot, Zukunftsängste und finanzielle Schwierigkeiten um jeden Preis Teil der Geschichte werden musste. Der Film ist eher ein Vortrag, weniger ein Blick auf das Leben.

Das ist schade, weil die Absicht und die grundsätzliche Idee gut waren. Außerdem macht es immer wieder Spaß, Jasna Fritzi Bauer dabei zuzusehen, wie sie mit Schnodderschnauze durch die Gegend stapft und gerade auch in einem aufgeblasenen Umfeld auftrumpft. An Kontrasten mangelt es dadurch nicht. An einem guten Inhalt schon. Das gilt auch für den Kriminalfall an sich, die Auflösung ist in Tatort: Wenn man nur einen retten könnte schon ziemlich ernüchternd. Wie schon letzte Woche ist das hier daher nicht einmal durchschnittlich und letztendlich Verschwendung von Zeit und Potenzial. Nächste Woche geht es beim Berliner Beitrag Gefahrengebiet um einen toten Obdachlosen mit Bissspuren.

Credits

OT: „Tatort: Wenn man nur einen retten könnte“
Land: Deutschland
Jahr: 2026
Regie: Ziska Riemann
Drehbuch: Elisabeth Herrmann, Dr. Christine Otto
Musik: Martin Glos, Jasmin Reuter, Christian Ziegler
Kamera: Aljoscha Hennig
Besetzung: Jasna Fritzi Bauer, Luise Wolfram, Tijan Njie, Helen Schneider, Annika Gräslund, Mathilda Smidt, Catrin Striebeck, Shirin Eissa, Mitja Over, Joyce Sanhá, Niklas Marian Müller, Michael Schweisser

Bilder

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Tatort: Wenn man nur einen retten könnte
fazit
In „Tatort: Wenn man nur einen retten könnte“ wird eine Studentin tot aufgefunden, die Spur führt zu ihrer zerstrittenen WG. Der Film will dabei einiges über das Leben von heutigen Studierenden sagen, ist dabei aber viel zu konstruiert. Als Krimi taugt das auch eher weniger, weshalb man sich das Einschalten sparen kann.
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