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© SWR/Benoît Linder

Tatort: Ex-It

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„Tatort: Ex-It“ // Deutschland-Start: 18. Januar 2026 (Das Erste)

Inhalt / Kritik

Früher einmal, da war Pony Hübner (Kim Riedle) ein gefeiertes It-Girl, das dafür berühmt war, berühmt zu sein. Nach Feiern ist ihr aber aktuell nicht zumute, schließlich hat ihr jemand den Wagen geklaut. Das eigentliche Schlimme ist aber, dass ihre beiden Kinder darin waren. Nach einer intensiven Suche wird das Auto tatsächlich im Neckar gefunden. Doch das ist kein Grund zur Freude: Tochter Penelope ist tot, Sohn Hugo ist verschwunden. Was ist da nur passiert? Wollte jemand die zwei Kinder entführen? Thorsten Lannert (Richy Müller) und Sebastian Bootz (Felix Klare) versuchen, eben das herauszufinden. Als sie die Ermittlungen bei Pony und ihrem Ehemann Stephan (Hans Löw) beginnen, stellen sie schnell fest, dass die Ehe völlig zerrüttet ist …

Mehr Beziehungsdrama als Krimi

Aktuell wird man beim Tatort wieder dem Ruf treu, ständig etwas Neues auszuprobieren und dabei schon auch mal mit dem Konzept eines Krimis zu spielen. Dann und wann sind zwar schon noch klassische Whodunits dabei, bei denen man herausfinden muss, wer ein Verbrechen begangen hat. Zuletzt war das beispielsweise bei Die Schöpfung der Fall, wo es in der Kölner Oper zu mehreren Morden kam. Zuvor war beim mysteriös-märchenhaften Freiburg-Abstecher Das jüngste Geißlein aber nicht einmal klar, was für ein Verbrechen es überhaupt gibt. Und auch bei Stuttgarter Beitrag Ex-It hält man sich nicht an die bewährte Formel, bei der das Publikum an der Seite der Polizei grübeln darf, wer der Täter bzw. die Täterin ist.

Ein Grund dafür: Der 1326. Teil des ARD-Dauerbrenners verrät vergleichsweise früh, was mit dem vermissten Jungen geschehen ist. Die Polizei weiß das natürlich nicht, weshalb die Zuschauer und Zuschauerinnen einen Wissensvorsprung haben. Wer gern rätselt, ist hier fehl am Platz. Tatort: Ex-It interessiert sich gar nicht für diesen Aspekt. Wichtiger ist dem Film die Beziehung der Eltern. Dass diese nicht unbedingt die glücklichste ist, ist klar. Schon die ersten Szenen lassen daran keinen Zweifel. Doch erst mit der Zeit wird deutlich, wie schwierig und wie komplex die Situation ist. Verbunden wird das Thema mit einem wenig schmeichelhaften Blick auf die Welt der Berühmten, die sich nur um den Schein drehen. Pony wurde zu einem Star gemacht und so sehr zum Verkauf optimiert, bis von dem Menschen dahinter nicht viel geblieben ist.

Unnatürlich und unglaubwürdig

Als Thema ist das prinzipiell schon interessant. Die tatsächliche Umsetzung ist aber lausig. Ein Punkt, der von Anfang an verstört: Der Tod der Tochter spielt irgendwie keine Rolle. Darüber gesprochen wird zwar schon, anfangs zumindest. Doch die Gespräche drehen sich überwiegend dann doch um die Beziehung, nicht um die beiden Kinder. Wie Menschen aus Fleisch und Blut wirkt das Ergebnis kaum, man sollte meinen, dass der Verlust eine größere Auswirkung hat. Tatort: Ex-It scheitert aber auch bei der Darstellung der Beziehung, da die meisten Dialoge einfach unnatürlich sind, reine Drehbuchkonstruktionen, die so niemand sagen würde. Man hat hier nie das Gefühl, es mit einer Geschichte aus dem realen Leben zu tun zu haben, obwohl die Themen ja eigentlich dem Alltag entnommen sein sollten.

Das ist auch deshalb schade, weil man mit Kim Riedle und Hans Löw zwei versierte Schauspieltalente gefunden hat, die für eine solche Aufgabe prädestiniert sind. Dann und wann gelingen den beiden auch intensive Szenen, die deutlich machen, was hätte sein können. Nur ist das eben zu wenig. Wenn in Tatort: Ex-It ein schwacher Krimi auf ein wenig überzeugendes Familiendrama trifft, ist das einfach zu wenig – da wird man beiden Bestandteilen nicht gerecht. Nächste Woche geht es mal wieder nach Bremen. In Wenn man nur einen retten könnte muss aufgeklärt werden, wer eine Jurastudentin in einem Nachtclub die Treppe hinuntergestoßen hat.

Credits

OT: „Tatort: Ex-It“
Land: Deutschland
Jahr: 2025
Regie: Friederike Jehn
Drehbuch: Wolfgang Stauch
Musik: Lorenz Dangel, Fabian Zeidler
Kamera: Michael Merkel
Besetzung: Richy Müller, Felix Klare, Kim Riedle, Hans Löw, Jürgen Hartmann, Zeynep Bozbay, Anne Haug, David Zimmerschied

Bilder

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Tatort: Ex-It
fazit
In „Tatort: Ex-It“ wird ein Auto mit zwei Kindern gestohlen. Eines davon stirbt, das andere verschwindet spurlos. Als Krimi ist der Film uninteressant, da zu früh verraten wird, worum es geht. Stattdessen liegt der Fokus auf dem Beziehungsdrama, welches aber so unglaubwürdig und unnatürlich ist, dass es nicht überzeugt.
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