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Tatort: Showtime

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„Tatort: Showtime“ // Deutschland-Start: 12. April 2026 (Das Erste)

Inhalt / Kritik

Eigentlich bringt Frank Anders (Max Giermann) Freude in das Leben anderer Menschen. Zumindest das Publikum seiner Fernsehshow „Sachen und Lachen“, die er mit seiner Frau Caro (Silvina Buchbauer) moderiert, hat Generationen von Kindern beglückt. Eher weniger glücklich ist das Schicksal von Kameramann Stefan Glück (Niels Bormann), der ermordet im Kofferraum seines ausgebrannten Autos aufgefunden wird. Max Ballauf (Klaus J. Behrendt) und Freddy Schenk (Dietmar Bär) gehen der Sache nach und müssen dabei feststellen, dass es hinter den Kulissen der nach außen hin so netten Sendung weniger nett zugeht. Vor allem Anders selbst stellt sich als absoluter Despot heraus, der regelmäßig anderen das Leben zur Hölle macht …

Blick auf den Fernsehbetrieb

Zuletzt stand der Tatort im Zeichen eines großen Abschieds: Nach hundert Folgen verabschiedete sich das Münchner Duo Batic und Leitmayr in den verdienten Ruhestand. Dafür wurde noch einmal einiges aufgetischt. Im Rahmen des Zweiteilers Unvergänglich – Teil 1 und Unvergänglich – Teil 2 mussten sie auf ihre alten Tage noch einmal diverse Fälle lösen und begegneten dabei diversen alten Bekannten wieder. Jetzt geht es mit dem Kölner Duo Ballauf und Schenk weiter. Dieses gehört ebenfalls zu den Urgesteinen. Zwar sind sie erst sechs Jahre nach den beiden obigen Kollegen gestartet. Mit Showtime treten die beiden aber auch schon zum 95. Mal auf, also nicht viel weniger als die anderen. Mangelnde Produktivität kann man da also kaum vorwerfen.

Der 1335. Teil der ARD-Krimireihe folgt dabei prinzipiell dem klassischen Whodunit-Prinzip: Am Anfang wird die Leiche gefunden, danach wird anderthalb Stunden lang ermittelt, wer denn den Mord begangen hat. Wie so oft wird die Antwort im beruflichen Umfeld gesucht. Theoretisch wäre es natürlich auch möglich gewesen, außerhalb des Fernsehstudios Verdächtige aufzubauen. Das wäre aber kontraproduktiv gewesen, da es in Tatort: Showtime vor allem eben um diese Sendung geht und damit allgemein den Fernsehbetrieb. Tatsächlich rückt die Frage, wer denn der Täter oder die Täterin ist, zwischendurch immer mal wieder in den Hintergrund. Der Krimi ist nur der Aufhänger, um sich mit dem TV-Geschäft auseinanderzusetzen.

Amüsant, albern, anstrengend

Das geschieht hier mit überraschend viel Humor. Oder das, was die Redaktion für Humor hält. Schon die Besetzung mit Max Giermann zeigt an, in welche Richtung der Film geht. Eigentlich kennt man ihn als Komiker, insbesondere als Parodist. In ernsthaften Stoffen sieht man ihn eher selten. Seine Interpretation des bösen Fernsehonkels ist dann auch bewusst übertrieben angelegt, mehr Karikatur als Mensch. Das passt dann auch zu einer Folge, die sich als Satire auf das öffentlich-rechtliche Fernsehen begreift. An manchen Stellen funktioniert das gut, an anderen weniger. Tatort: Showtime versucht sich an bösen Spitzen, verrennt sich aber zu oft in bloßen Albernheiten, auch weil das dann doch zu gewollt ist, zu forciert.

Das spiegelt sich in der Inszenierung, wenn mit Splitscreens gearbeitet wird. Und dann sind da noch die knallbunten Kulissen und Kostüme, welche für eine entsprechende Stimmung sorgen sollen. Das ist sicher mal etwas anderes. Und ein gewisser Mut gehört schon dazu, wenn in Tatort: Showtime dermaßen über den eigenen Arbeitgeber hergezogen wird. Wenn es beispielsweise an einer Stelle des Krimis heißt, dass das Fernsehen zu viele Krimis produziert, ist das schon amüsant. Insgesamt ist die Folge aber eher anstrengend als wirklich anregend. Manche werden sich darüber freuen, wenn der Spiegel vorgehalten wird, andere eher genervt sein. Als Krimi ist das auch nur durchwachsen, da gab es schon interessantere Fälle. Nächstes Mal geht es in Innere Angelegenheiten um einen erschlagenen Gast in einem Freiburger Club.

Credits

OT: „Tatort: Showtime“
Land: Deutschland
Jahr: 2026
Regie: Isabell Suba
Drehbuch: Arne Nolting, Jan Martin Scharf
Musik: Olaf Didolff
Kamera: Falko Lachmund
Besetzung: Klaus J. Behrendt, Dietmar Bär, Joe Bausch, Roland Riebeling, Tinka Fürst, Max Giermann, Silvina Buchbauer, Bineta Hansen, Julia Riedler, Erkan Acar, Niels Bormann

Bilder

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Tatort: Showtime
fazit
„Tatort: Showtime“ blickt nach dem Mord an einem Kameramann hinter die Kulissen einer Kindersendung. Vereinzelt ist die Satire auf das öffentlich-rechtliche Fernsehen amüsant. Oft ist es aber einfach nur anstrengend, wie bemüht der Humor ist. Der Fall an sich ist auch nicht sehr interessant geworden.
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