Tatort: Schmerz Tv Fernsehen Das Erste ARD Streamen online Mediathek Video on Demand DVD kaufen
© WDR/Thomas Kost

Tatort: Schmerz

Tatort Logo
„Tatort: Schmerz“ // Deutschland-Start: 22. Februar 2026 (Das Erste)

Inhalt / Kritik

Als ein Clubbesitzer mit serbischen Wurzeln erschossen in seiner Wohnung aufgefunden wird, führt eine Spur zu einem Bordell. Es ist auch nicht der einzige Mord, der in diesem Milieu begangen wird. Peter Faber (Jörg Hartmann), Rosa Herzog (Stefanie Reinsperger) und Ira Klasnic (Alessija Lause) gehen der Sache nach und müssen dabei feststellen, dass an dem Fall offensichtlich noch deutlich mehr dran ist. So führt die Spur weit in die Vergangenheit bis zu den Jugoslawien-Kriegen, was ihrer Chefin Ira Klasnić (Alessija Lause) sehr zusetzt. Dabei hat das Polizeiteam noch andere Geschichten, die es beschäftigen. So steht immer noch die Frage im Raum, wer den Kriminaltechniker Haller ermordet hat …

Überall Vergangenheit

Aktuell stehen beim Tatort mal wieder seelische Abgründe hoch im Kurs. So führte uns zuletzt das notorisch kaputte Team aus Saarbrücken in Das Böse in Dir in ein vom Hass zerfressenes Dorf, als ein Unternehmer ermordet wird. Davor begaben wir uns mit dem Berliner Duo Gefahrengebiet auf einen wirren Trip in einen Wald, der mit dem Abschied der Kommissarin endete. Nun steht mit Schmerz wieder ein Ausflug nach Dortmund an, dessen Team für raue Kommunikationsformen und einen hohen Personalverschleiß stehen. Und auch der 29. Einsatz wird diesem Ruf gerecht, wenn man gar nicht genau sagen kann, wer da überhaupt Freund, wer Feind ist – und am Ende wieder eine Figur weniger dabei ist.

Wie der Abschied dieses Mal aussieht, sei hier noch nicht verraten. Schließlich kann das in Dortmund schon etwas heftiger ausfallen, wie der Abgang von Martina Bönisch gezeigt hat. Auf diesen wird in der Folge übrigens auch verwiesen. Gleiches gilt für diverse andere Stränge, die in den letzten Jahren bei diesem Team aufgemacht wurden. Aus diesem Grund richtet sich Tatort: Schmerz schon eindeutig an ein Publikum, das regelmäßig einschaltet. Zwar kann man sich einiges im Laufe der anderthalb Stunden selbst zusammenreimen. Dennoch, ohne Vorkenntnisse ist es schon eine Herausforderung, den diversen Geschichten zu folgen, die parallel erzählt werden. Und selbst mit diesem Vorwissen muss man sich ein wenig konzentrieren, um nicht bei dem 1330. Teil der ARD-Krimireihe verlorenzugehen.

Intensiv, aber unausgeglichen

Grundsätzlich spricht natürlich nichts dagegen, Geschichten auch einmal größer anzulegen und auf mehrere Folgen verteilt zu erzählen. Bei Tatort: Schmerz hat man jedoch den Eindruck, dass das Team hinter der Episode Torschlusspanik hatte. So, als müsste man auf den letzten Metern noch alles reinpacken, was man zuvor angefangen hatte, weil der Abgabetermin vergessen wurde. Darunter leidet dann auch der eigentliche Fall, der immer wieder zur Nebensache wird, wenn es um die persönlichen Geschichten der Figuren geht. Wer ein Problem damit hat, wenn die ermittelnden Polizisten und Polizistinnen eigenen Ballast mit sich herumtragen oder mit dem Fall persönlich involviert sind, braucht es hiermit erst gar nicht zu versuchen. Die Grenze zwischen Beruf und Privatleben existiert in Dortmund nicht.

Wobei das mit dem Fall so eine Sache ist. Auf der einen Seite ist es natürlich wichtig, dass an die Jugoslawienkriege erinnert wird und das große Leid dieser Zeit. Nur haben das in den letzten Monaten gleich mehrere Krimis getan, darunter auch die Tatort-Folgen Dunkelheit und Der Elektriker. Da wurde bei der Gesamtplanung der Reihe nicht darauf geachtet, auch ein bisschen Zeit dazwischen zu lassen. Insgesamt ist Tatort: Schmerz schon noch ganz ordentlich geworden, mit einer Reihe von intensiven Szenen und einem tatsächlich packenden Finale. Aber es bleibt eben auch einiges an Irritation zurück, wenn der Film sich völlig verzettelt und man am Ende gar nicht mehr sagen kann, worum es eigentlich gehen sollte. Nächste Woche handelt der Ludwigshafener Beitrag Sashimi Spezial von einem überfahrenen Kurier.

Credits

OT: „Tatort: Schmerz“
Land: Deutschland
Jahr: 2026
Regie: Torsten C. Fischer
Drehbuch: Jürgen Werner
Musik: Warner Poland, Wolfgang Glum
Kamera: Andreas Köhler
Besetzung: Jörg Hartmann, Stefanie Reinsperger, Alessija Lause, Stefan Konarske, Malick Bauer, Moritz Führmann, Sybille Schedwill, Lorena Juric, Kasem Hoxha, Elda Sorra

Bilder

Noch mehr Tatort

Wer noch weitere Tatort-Teile sehen möchte oder sich für die Geschichte der beliebten Krimireihe interessiert: In unserem Themenspecial erzählen wir euch mehr über den Dauerbrenner von den holprigen Anfängen bis heute, inklusive einer Liste zu sämtlichen bis heute ausgestrahlten Filmen! Dazu findet ihr unten noch eine Liste mit all unseren Tatort-Rezensionen.

T

Kaufen / Streamen

Bei diesen Links handelt es sich um sogenannte Affiliate-Links. Bei einem Kauf über diesen Link erhalten wir eine Provision, ohne dass für euch Mehrkosten entstehen. Auf diese Weise könnt ihr unsere Seite unterstützen.


</p



(Anzeige)

Tatort: Schmerz
fazit
In „Tatort: Schmerz“ führt ein Mord ins Rotlichtmilieu, bevor alte Traumata ausgegraben werden. Der Krimi ist zwar intensiv und hat ein packendes Finale, verzettelt sich aber in zu vielen Strängen. Darunter leidet auch der Fall an sich, der nicht die gewünschte Wirkung entfaltet.
Leserwertung0 Bewertungen
0
6
von 10