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Tatort: Nachtschatten

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„Tatort: Nachtschatten“ // Deutschland-Start: 1. Januar 2026 (Das Erste)

Inhalt / Kritik

Als die 16-jährige Amanda (Emilie Neumeister) in der Dresdner Innenstadt aufgegriffen wird, wirkt sie geistig verwirrt. Und gefährlich, hat sie doch ein blutiges Skalpell dabei. Bei der Vernehmung gibt sie an, jahrelang von ihrem Vater in einem Keller gefangen gehalten worden zu sein. Ihre Schwester sei sogar immer noch in dem Verlies und müsse dringend befreit werden. Kommissariatsleiter Peter Michael Schnabel (Martin Brambach) kommt die Geschichte seltsam vor. Leo Winkler (Cornelia Gröschel) glaubt ihr hingegen, tut sich aber schwer damit, der Jugendlichen zu helfen. Schließlich kann Amanda nicht sagen, wo genau sich dieser Keller befindet. Jeder noch so kleine Hinweis wird genommen, um den Ort zu finden. Doch je mehr die Polizei ermittelt, umso rätselhafter wird der Fall …

Verbrechen oder nicht?

Zum Ende des Jahres zeigte man sich beim Tatort von einer besonders produktiven Seite. Und von einer sehr abwechslungsreichen. So ließ sich zuletzt Murot und der Elefant im Raum mittels einer Maschine in das Bewusstsein einer komatösen Frau verpflanzen, um ein entführtes Kind zu finden. Davor nahm man uns in Das Verlangen mit in die Welt des Theaters, wo eine Schauspielerin tot auf der Bühne zusammenbrach. Wer auch im neuen Jahr menschliche Abgründe und kriminelle Machenschaften sehen möchte, bekommt mit Nachtschatten die Gelegenheit dazu. Es ist der fünfte Film der Krimireihe innerhalb von zwölf Tagen – was schon ein wenig Overkill ist.

Dabei unterscheidet sich der 1323. Teil des ARD-Dauerbrenners doch stark von dem, was sonst so auf diesem Programmplatz läuft. Der klassische Krimi beginnt damit, dass zu Beginn der Geschichte ein Verbrechen aufgedeckt wird und anschließend herausgefunden werden muss, wer dieses begangen hat. Dann und wann gibt es auch Filme, bei denen das Publikum sehr genau weiß, wer der Täter und die Täterin ist. Es geht dann darum, diese Person zu jagen, manchmal auch, weitere Verbrechen zu verhindern. Tatort: Nachtschatten wiederum ist einer der seltenen Fälle, bei denen man anfangs gar nicht weiß, ob es ein Verbrechen gibt. Stimmt die finstere Geschichte der Jugendlichen oder sind das nur Hirngespinste? Das wird hier bewusst offengelassen. Das Publikum soll an der Seite der Polizei rätseln, was da genau los ist. Ein Rätselkrimi ist das hier also schon, nur etwas anders als sonst.

Zwischen Stillstand und Übertreibung

Zeitweise funktioniert das ganz gut, zumal hier zwischendurch immer mal wieder neue Spuren eingebaut werden, die das Ganze eher noch weiter verkomplizieren, als dass sie für Klarheit sorgen würden. Das kann man spannend finden. Aber auch frustrierend, wenn es irgendwie nicht so wirklich vorangeht. Nur weil man ständig in Bewegung ist, heißt das nicht, dass sich etwas entwickelt. Dafür macht Tatort: Nachtschatten in anderer Hinsicht zu viel. Gerade wenn es um die Darstellung der psychischen Probleme geht, neigt man schon sehr zum Plakativen. Der Drang, menschliche Abgründe aufzuzeigen, ist zwar nachzuvollziehen, zumal es dafür eine klare Zielgruppe gibt – siehe der große Erfolg von True-Crime-Dokus. Ein bisschen weniger wäre aber auch gegangen, das hier sieht manchmal nach einer Karikatur aus.

Schlecht ist der Film damit nicht. Wer diese Mischung aus Mysteriösem und Abgründigem mag, kann es schon einmal hiermit versuchen. Man darf sich nur eben nicht daran stören, dass hier dick aufgetragen wird und das Emotionale geradezu zelebriert wird. Denn auch die Protagonistin darf bei Tatort: Nachtschatten mal wieder ins Schlingern geraten, ruhige Professionalität ist da nicht angesagt. Als Auftakt für das neue Krimijahr ist das zwar nicht der große Wurf. Es finden sich aber weniger Punkte, die Anlass zum Ärger geben, als es zuletzt mehrfach in dieser Reihe der Fall gewesen ist. Deren hoher Output geht übrigens weiter: Bereits in drei Tagen geht es in Das jüngste Geißlein um ein stummes Mädchen und dessen toten Vater. Das wäre dann der sechste Film innerhalb von zwei Wochen.

Credits

OT: „Tatort: Nachtschatten“
Land: Deutschland
Jahr: 2025
Regie: Saralisa Volm
Drehbuch: Viola Schmidt
Musik: Malakoff Kowalski
Kamera: Roland Stuprich
Besetzung: Cornelia Gröschel, Martin Brambach, Yassin Trabelsi, Ron Helbig, Timur Isik, Emilie Neumeister, Nina Kunzendorf, Abak Safaei-Rad

Bilder

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Tatort: Nachtschatten
fazit
In „Tatort: Nachtschatten“ behauptet eine geistig verwirrte Jugendliche, jahrelang von ihrem Vater gefangen gehalten worden zu sein. Der Krimi spielt schon sehr mit dieser Mischung aus Mysteriösem und Abgründigem. Zeitweise funktioniert das gut. Es wäre aber auch alles eine Nummer kleiner gegangen.
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