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© WDR/Thomas Kost

Tatort: Die Schöpfung

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„Tatort: Die Schöpfung“ // Deutschland-Start: 11. Januar 2026 (Das Erste)

Inhalt / Kritik

Eigentlich war Elli Zander (Ines Lutz) als Rüstmeisterin der Kölner Oper für die Waffen verantwortlich, die bei den Aufführungen zum Einsatz kommen. Nun ist sie selbst durch eine gestorben: Jemand hat sie erschossen und wie für eine Opern-Inszenierung zurechtgemacht, Kostüm inklusive. Aber warum sollte jemand sie umbringen wollen? Max Ballauf (Klaus J. Behrendt) und Freddy Schenk (Dietmar Bär) versuchen dies herauszufinden und tauchen dafür ein in die Welt der großen Kunst. Aber auch die Welt der großen Egos, wenn sich die Menschen nicht nur auf der Bühne bekämpfen. Denn es wird nicht bei dieser einen Leiche bleiben, ein zweiter Mord stellt das Polizeiduo vor das nächste Rätsel …

Klassischer Krimi

Zuletzt ging es beim Tatort ganz besonders mysteriös zu. Natürlich, Rätselraten gehört bei der Krimireihe dazu. Man will ja als Zuschauer bzw. Zuschauerin selbst etwas mitgrübeln. Meistens bedeutet das, dass man herauszufinden versucht, wer ein Verbrechen, insbesondere einen Mord, begangen hat. Doch sowohl Das jüngste Geißlein, wo ein Mädchen in einem Uhrenkasten gefunden wird, wie auch Nachtschatten über eine Jugendliche, die verwirrt aufgegriffen wird, ließen das Publikum zunächst im Unklaren, ob überhaupt ein Verbrechen begangen wurde. Verbunden wurde das mit viel Familiendrama. Das war dann alles schön mysteriös, wird manchen aber vielleicht nicht konkret genug gewesen sein. Wer sich dazuzählt, kann es mit Die Schöpfung versuchen. Denn hier wird es wieder ziemlich traditionell.

Genauer ist der 1325. Film des ARD-Dauerbrenners ein klassischer Whodunit, wo am Anfang die Leiche gefunden wird und danach anderthalb Stunden nach der Antwort gesucht, wer den Mord begangen hat und aus welchem Grund. Später kommt dann noch ein zweiter Mord hinzu, das Rätselraten geht also weiter. Die Ermittlungen sind bei Tatort: Die Schöpfung dann ziemlich konventionell. Da wird herumgelaufen, werden Spuren untersucht und die Leute befragt. Das ist alles nichts Besonderes, soll es auch gar nicht sein. Als an einer Stelle den beiden vorgeworfen wird, eine Frage schonmal gestellt zu haben, erwidern sie, dass sie diese andauernd stellen. Man ist sich da schon bewusst, dass die Abwechslung nicht so wahnsinnig hoch ist. Aber das muss ja auch nicht sein, bei dem Genre ist das bei vielen weniger gefragt. Verlässlichkeit kann auch nett sein.

Viel Theatralik, wenig Spannung

Zumal man anderweitig mehr macht. Man nutzt in dem Film das Opern-Setting schon sehr. Das betrifft nicht nur den Inhalt, wenn hinter die Kulissen geblickt wird und mal wieder nur Abgründe warten – ähnlich zu Das Verlangen kürzlich, wo es um einen Mord am Theater ging. Aber auch inszenatorisch orientiert man sich bei Tatort: Die Schöpfung an dieser besonderen Kunstform. Da ist vieles übertrieben, theatralisch, selbst abseits der Aufführungen wird richtig groß aufgetischt. Dazu gehören auch eigene Figuren, die schon nahe an einer Karikatur sind. Zwischendurch würde man sich tatsächlich wünschen, dass man das dann auch konsequent für eine wirkliche Satire genutzt hätte. Das wollte man aber wohl nicht.

Stattdessen wird es dann ganz tragisch. Das passt dann zwar schon zur Oper, wo Tragik ja gern mal größer als groß geschrieben wird. Es führt nur eben auch dazu, dass man Tatort: Die Schöpfung nicht so wirklich ernst nimmt. Mitgefühl für eine Figur zu entwickeln, die kaum real erscheint, ist dann doch nicht so einfach. Muss man das gesehen haben? Nicht so wirklich. Sofern man nicht selbst Opern-Fan ist oder eine Vorliebe hat für das Theatralische, wird das hier gleichzeitig zu viel und zu wenig sein. Wirklich spannend wird es hier nicht. Und wer auf eine glaubwürdige Lösung hofft, kann das sowieso ganz vergessen. Nächste Woche geht es mit Ex-it wieder nach Stuttgart, wo das Rätsel um ein ertrunkenes Mädchen und ihren verschwundenen Bruder gelöst werden muss.

Credits

OT: „Tatort: Die Schöpfung“
Land: Deutschland
Jahr: 2025
Regie: Torsten C. Fischer
Drehbuch: Wolfgang Stauch
Musik: Daniel Hoffknecht
Kamera: Christoph Krauss
Besetzung: Klaus J. Behrendt, Dietmar Bär, Joe Bausch, Roland Riebeling, Tinka Fürst, Katja Bürkle, Hannah Schiller, Stephan Grossmann, Mareile Blendl, Dagmar Operskalski

Bilder

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Tatort: Die Schöpfung
fazit
In „Tatort: Die Schöpfung“ wird die Kölner Oper zum Schauplatz mehrerer Morde. Das wird dann zwar theatralisch, aber nicht wirklich spannend. Und auch der emotionale Faktor kommt nicht durch, wenn man gleichzeitig mit Karikaturen arbeiten und doch ernst sein will. Wer nicht gerade Opern-Fan ist, muss nicht reinschalten.
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