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© ZDF/Arvid Uhlig

Inga Lindström: Klang der Sehnsucht

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„Inga Lindström: Klang der Sehnsucht“ // Deutschland-Start: 8. September 2019 (ZDF)

Inhalt / Kritik

Die Trauer ist groß, als der Dirigent des örtlichen Orchesters stirbt. Und auch die Not, da ihn jemand ersetzen muss, da das wichtige Sommerkonzert bevorsteht. Die Wahl fällt dabei auf Stine Sunström (Stephanie Stumph), die zu diesem Zweck in ihre Heimat zurückkehrt. Doch die Aufgabe ist schwieriger als gedacht, auch weil Hugo Lagerloff (Filip Peeters), der Konzertmeister des Orchesters, ihr das Leben schwermacht und nicht viel davon hält, dass eine Frau das Orchester leitet. Hinzu kommen die privaten Herausforderungen. Denn da ist immer noch das Geheimnis um Lene (Tara Fischer), die immer glaubte, die jüngere Schwester von Stine zu sein. Stattdessen ist sie ihre Tochter. Und auch Mads Morgengrün (Sebastian Achilles), der Vater von Lene, hat von der Geschichte keine Ahnung …

Musik in einer Männerwelt

Auch wenn der Titel weniger geläufig sein dürfte als der von anderen Reihen, die im Rahmen der ZDF-Programmschiene Herzkino laufen, gehört Inga Lindström ohne Zweifel zu den produktivsten. Mehr als 100 Teile wurden seit dem Start im Jahr 2004 gedreht. Zuletzt ging es in Liebst du mich? um amouröse Bekanntschaften und alte Familiengeheimnisse, während Ein Sommer voller Wunder von einer Anwältin handelte, die sich in einen Puppenspieler verliebt. Die große Zahl an Filmen ist für den Sender eine wichtige Fundgrube, wenn es darum geht, Lücken im Programm zu stopfen. Und so auch jetzt, wenn die Fußball-Weltmeisterschaft eine Sommerpause erzwungen hat, die noch einmal ein bisschen früher beginnt als gewöhnlich. Also wird Klang der Sehnsucht ausgestrahlt, ein Film von 2019.

Dieser baut auf bewährten Elementen dieser Reihe auf. Wobei es dieses Mal keine neue Liebe gibt, sondern eine alte. Der 81. Teil des Dauerbrenners nimmt das immer wieder genutzte Motiv, dass da jemand in seine Heimat zurückkehrt, um sich der Vergangenheit zu stellen. Oft sind es weniger erfreuliche Anlässe, die eine solche Rückkehr vorantreiben. Betrug durch den Partner zum Beispiel. Bei Inga Lindström: Klang der Sehnsucht ist es ausnahmsweise mal eine berufliche Chance. Das Thema, wie sich eine junge Frau in einer von Traditionen geprägten Welt der Orchestermusik bewegt, ist dabei nicht uninteressant. Zwar hat der Film nichts Neues oder Originelles zu erzählen, wenn die Hauptfigur lernt sich durchzusetzen. Aber es ist zumindest universell und wichtig genug, um das auch erzählen zu können.

Attraktive Nullnummer

Der familiäre Aspekt ist hingegen mal wieder grauenvoll geworden. Dass da jemand einer alten Jugendliebe begegnet und wieder längst erloschen geglaubte Gefühle hochkommen, ist als Szenario einfach zu verbraucht. Zu viele Filme, gerade auch im Herzkino, erzählen solche Geschichten. Dass die Figuren so austauschbar sind, macht die Sache nicht besser. Inga Lindström: Klang der Sehnsucht nervt darüber hinaus aber auch mit diesen Geheimnissen, welche die Familie mit sich herumträgt und die dann ganz dramatisch ausgeschlachtet werden. Da wird mal wieder tief in die Seifenoperkiste gegriffen, um eine Geschichte zu erzählen, die gleichermaßen langweilig wie lächerlich ist.

Als Pluspunkt bleibt mal wieder die Optik. So locken die meisten Herzkino-Beiträge mit irgendwelchen idyllischen Landschaften, die auch als Postkartenmotive herhalten könnten. Da gibt es dann viel Grün, ein See oder das Meer, dazu urige Ortschaften, die dazu einladen, Urlaub zu machen. Und natürlich muss auch die Besetzung attraktiv sein, sonst will das Publikum Liebesgeschichten nicht sehen. Wem das alles reicht, wird mit Inga Lindström: Klang der Sehnsucht bedient. Das Erfolgsrezept mag wenig variantenreich sein, es funktioniert aber – zumindest bei der Zielgruppe. Der Rest macht wie immer einen großen Bogen um das Ganze.

Credits

OT: „Inga Lindström: Klang der Sehnsucht“
Land: Deutschland
Jahr: 2019
Regie: Stefanie Sycholt
Drehbuch: Stefanie Sycholt
Musik: Annette Focks
Kamera: Thomas Etzold
Besetzung: Stephanie Stumph, Sebastian Achilles, Marion Mitterhammer, Tara Fischer, Rebecca Rudolph, Filip Peeters, Anselm Bresgott, Yannic Eilers, Moa Steffansdotter

Bilder

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Die sonntags auf dem ZDF ausgestrahlte Reihe Herzkino gehört zu den Dauerbrennern des Senders. Seit 1987 laufen, damals noch unter dem Titel Der große ZDF Sonntagsfilm, deutsche Dramen, die sich meistens mit Familien- und Liebesgeschichten befassen. Mehrere Hundert Titel wurden so im Laufe der letzten Jahrzehnte produziert. Unten findet ihr alle unsere bisherigen Rezensionen zu diesem Thema auf einen Blick.

Herzkino Kritiken

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Inga Lindström: Klang der Sehnsucht
fazit
In „Inga Lindström: Klang der Sehnsucht“ kehrt eine junge Dirigentin in die Heimat zurück, um ein Orchester zu übernehmen, und muss sich dabei der Vergangenheit stellen. Der Musikpart ist dabei noch in Ordnung, auch wenn der Kampf einer Frau in einem patriarchalen System wenig originell ist. Das familiäre Drama um eine verschwiegene Tochter ist hingegen wieder furchtbar geworden.
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