Inga Lindström: Einfach nur Liebe TV Fernsehen ZDF Streamen online Mediathek DVD kaufen Herzkino
© ZDF/Ralf Wilschewski

Inga Lindström: Einfach nur Liebe

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„Inga Lindström: Einfach nur Liebe“ // Deutschland-Start: 1. Oktober 2023 (ZDF)

Inhalt / Kritik

Seit vielen Jahren hatte Maja (Mersiha Husagic) keinen Kontakt mehr zu ihrem Vater, er wollte aus Gründen, die sie nie verstanden hat, nichts mit ihr zu tun haben. Umso größer ist die Überraschung, als sie erfährt, dass er ihr eine ganze Insel hinterlassen hat. Eigentlich will sie das Erbe ausschlagen. Am Ende überzeugt sie ihr Freund Peter (Patrick Schlegel) jedoch, dass sie zumindest einmal hinfahren sollte. Dort trifft sie auf ihre Jugendfreundin Lucinde (Xenia Assenza), deren Bruder Till (Daniel Buder) und deren Tante Ilse (Gerit Kling). Hinzu kommen drei Paare – Anna (Uschi Glas) und Henrik (Leonard Lansink), Pia (Sarah Elena Koch) und Stefan (Björn von der Wellen) sowie Ella (Valentina Pahde) und Markus (Manuel Kandler) –, die alle im Begriff sind, sich zu trennen …

100 Mal große Gefühle

Mit dem Ende des Sommers melden sich zahlreiche Filmreihen des öffentlich-rechtlichen Fernsehens aus der Pause zurück. Statt weiterer Wiederholungen sind dann wieder neue Folgen angesagt. Beim Herzkino scheint man da auf eine Mischung aus Neuem und Bewährtem zu setzen. So gab es zum Einstieg den Zweiteiler Hotel Barcelona über ein familiengeführtes Luxushotel in der Krise. Im Anschluss wurde der Dauerbrenner schlechthin fortgesetzt: Bei Rosamunde Pilcher: Schlagzeile Liebe verliebt sich eine Bürgermeisterin in einen Journalisten. Da darf die zweite derzeitige große ZDF Romanze Inga Lindström nicht nachstehen: Mit Einfach nur Liebe werden Fans der deutsch-schwedischen Liebesgeschichten versorgt. Und das sogar im ganzen großen Stil.

Genauer hat man sich für die Jubiläumsausgabe – Inga Lindström: Einfach nur Liebe ist die 100. Episode der Reihe – richtig viel Personal vor die Kamera geholt. Normalerweise steht im Mittelpunkt dieser Geschichten immer eine Frau, die sich neu verliebt. Dieses Mal gibt es gleich mehrere Paare, die sich mit ihren jeweiligen Situationen auseinandersetzen müssen. Bei zweien sind es recht alltägliche Probleme: Das eine Paar hat sich auseinandergelebt, das andere steckt seit einem Seitensprung in der Krise. Der dritte Fall ist etwas unüblicher, geht es dort doch um das Thema Demenz. Die erkrankte Anna möchte ihre Beziehung beenden, bevor sie für ihren Mann zu einer Belastung wird. Das hat dann zwar nicht direkt etwas mit Liebe zu tun und ist doch stark mit dem Thema verbunden. Heißt hier Liebe loszulassen oder bis zum Schluss weiterzumachen?

Viele Themen, wenig Tiefgang

Theoretisch bietet das Drama auf diese Weise mehrere Anlässe für Diskussionen und Grundsatzfragen. Ganz so weit geht Drehbuchautorin Christiane Sadlo, die hinter dem Pseudonym Inga Lindström steckt, dann doch nicht. Mehr als ein paar Schlagwörter sind nicht drin, schließlich standen nur die handelsüblichen anderthalb Stunden zur Verfügung. Das führt dann dazu, dass man bei Einfach nur Liebe von Thema zu Thema springt, ohne je etwas davon zu vertiefen. Statt eines nuancierten Abwägens gibt es dann Holzhammer-Dialoge. Wie so viele Herzkino-Filme ist auch dieser plakativ und kitschig. Hier soll gefühlt, nicht gedacht werden. Mit aller Gewalt wird das Publikum in die richtige Richtung geschubst.

Das muss einen nicht stören, mit dieser Machart waren auch die zahlreichen vorangegangenen Filme bereits erfolgreich. Aber es ist schon ein bisschen geballt, wie hier die verschiedensten Problemfälle zusammengeführt werden. Zumal da ja auch noch die Sache mit Maja ist, die im Laufe der Geschichte einige schockierende Entdeckungen macht. Das ist dann schon Seifenoper-Niveau, was den Zuschauern und Zuschauerinnen vorgesetzt wird. Fans werden auch damit Spaß haben, selbst wenn Inga Lindström: Einfach nur Liebe nicht so romantisch ist, wie man es eigentlich erwarten würde. Schließlich spielen Trennungen ein großes Thema, auch Demenz ist nicht unbedingt dazu geeignet, dass man sich hier wie sonst sonntags berieseln lassen kann. Der Versuch, sich vom reinen Heile-Welt-Hochglanz zu lösen, ist löblich. Das reicht aber nicht aus, um die anderen inhaltlichen Mängel auszugleichen.

Credits

OT: „Inga Lindström: Einfach nur Liebe“
Land: Deutschland, Schweden
Jahr: 2023
Regie: Marco Serafini
Drehbuch: Christiane Sadlo
Vorlage: Inga Lindström
Musik: Alessandro Molinari
Kamera: Sebastian Wiegärtner
Besetzung: Mersiha Husagic, Xenia Assenza, Uschi Glas, Gerit Kling, Leonard Lansink, Valentina Pahde, Manuel Kandler, Sarah Elena Koch, Björn von der Wellen

Bilder

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Inga Lindström: Einfach nur Liebe
fazit
„Inga Lindström: Einfach nur Liebe“ gibt sich ambitionierter als sonst, wenn gleich vier Geschichten auf einmal abgearbeitet werden müssen. Lobenswert ist, wie man sich dabei vom reinen Heile-Welt-Hochglanz zu lösen versucht. Tiefgang gibt es dennoch nicht, es wird wieder plakativ und kitschig.
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