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© ZDF/Steffen Junghans

Familie Anders: Die rosarote Brille

„Familie Anders: Die rosarote Brille“ // Deutschland-Start: 7. April 2024 (ZDF)

Inhalt / Kritik

Ein Jahr ist es inzwischen her, dass sich Fabian (Moritz Treuenfels) und Paula Anders (Bettina Burchard) getrennt haben. Doch noch immer haben sie ihre Schwierigkeiten damit, die neue Situation in den Griff zu bekommen. So stört sich Fabian dran, dass Paula ständig mit ihrem neuen Freund Alexej Kasabian (Tobias van Dieken) zusammen ist und ihn auch zu den gemeinsamen Kindern Mathilda (Aurelia Ott) und Louis (Marian Dilger) bringt. Umgekehrt hat Paula ein Problem damit, als sich Fabian mit seiner Jugendliebe Nora Mannstein (Antonia Bill) trifft. Und auch beruflich geht es gerade hoch her, wenn der Paartherapeut Fabian dem Paar Leander (Harald Krassnitzer) und Liv Herzog (Ann-Kathrin Kramer) aus der Krise helfen möchte …

Nächstes Kapitel der Ehekrise

Öfter mal etwas Neues. Seit einiger Zeit versucht man beim ZDF, innerhalb der sonntäglichen Programmschiene Herzkino neue Reihen zu etablieren. Eine davon ist Familie Anders, die im März 2023 an den Start ging und mit andersartigen Familienkonzepten arbeitet. Los ging es mit Willkommen im Nest, bei dem das kriselnde Paar sich Hilfe von Leihgroßeltern sucht. Im zweiten Teil Zwei sind einer zu viel hielten die Probleme trotz der neuen Unterstützung aber an, zum Ende stand die Trennung an, weshalb die Fans der Reihe gespannt sein durften, wie es weitergeht. Nun ist die Antwort da. Zuerst steht Die rosarote Brille an, bevor die Woche drauf Mann Nummer 1 auf dem Programm steht.

Bemerkenswert ist dabei, dass nicht nur in der realen Welt ein Jahr vergangen ist, sondern auch innerhalb der Reihe. Im Gegensatz etwa zu Frühling, wo die einzelnen Staffeln immer nahtlos anschließen, wird hier nicht so getan, als wäre die Zeit stehengeblieben. Wobei sich die Grundsituation wenig geändert hat. Offiziell sind Fabian und Paula zwar getrennt, sie können aber nicht voneinander lassen. Auch Alexej ist immer noch mit am Start, durch den die kriselnde Partnerschaft endgültig zu dem Bruch kam. Man kann auch nicht sagen, dass sich die Charaktere groß weiterentwickelt hätten, weshalb sich bei Familie Anders: Die rosarote Brille trotz des Zeitsprungs das Gefühl einer Stagnation einstellt. Dass es nun auch bei Fabian eine potenzielle zweite Frau gibt, macht die Lage zwar minimal komplizierter, ändert aber nicht viel.

Hauptsache Drama

Schade ist, dass erneut die besagten Leihgroßeltern Moni Berner (Ramona Kunze-Libnow) und Ibrahim Yildiz (Vedat Erincin) so wenig Beachtung finden. Waren sie im ersten Film noch sehr prominent platziert, waren sie beim zweiten schon zu Nebenfiguren degradiert. Im dritten Teil könnte man sie endgültig streichen, ohne dass dies groß auffallen würde. Sie haben keine wirkliche Funktion mehr. Damit einher geht auch die Verschiebung der Tonalität: Vom Humor des Auftakts ist fast gar nichts mehr geblieben. Beim Thema Dating wird der Ton zwar kurz noch etwas leichter. Ansonsten dominiert aber eindeutig das Drama, wenngleich das hier nicht ganz so offensiv wird bei vielen Herzkino-Geschichten. Familie Anders: Die rosarote Brille bleibt dann doch eher am Alltag dran.

Wobei der schon mit diversen Klischees einhergeht. Gerade bei der Geschichte um das Ehepaar, welches bei Fabian in Therapie ist, wird damit nicht gespart. Harald Krassnitzer (Tatort: Dein Verlust) mag mit großem Einsatz spielen. Das macht die Figur des überheblichen früheren Oberarztes, der seine Frau unterdrückt, aber nicht spannender. Insgesamt hat der Film nicht wirklich viel Interessantes zu erzählen, was schade ist, da die Reihe ja eigentlich gerade damit gestartet war, einen anderen Blick auf Menschen und ihre Beziehungen werfen zu wollen. Drüber ärgern muss man sich nicht, Familie Anders: Die rosarote Brille ist ein solides Beziehungsdrama mit einem sympathischen Ensemble, aber eben nicht mehr als das.

Credits

OT: „Familie Anders: Die rosarote Brille“
Land: Deutschland
Jahr: 2024
Regie: Sebastian Stern
Drehbuch: Stephanie Dörner, Marita Nienstedt
Musik: Natalie Hausmann
Kamera: Theresa Maué
Besetzung: Moritz Treuenfels, Bettina Burchard, Harald Krassnitzer, Ann-Kathrin Kramer, Ramona Kunze-Libnow, Vedat Erincin, Tobias van Dieken, Antonia Bill, Aurelia Ott, Marian Dilger

Bilder

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Familie Anders: Die rosarote Brille
fazit
Bei „Familie Anders: Die rosarote Brille“ geht es weiter mit dem kriselnden Paar, das nicht genau weiß, wie es mit der Trennung umgehen soll. Das ist engagiert gespielt, aber nicht so wirklich interessant. Die Geschichte hat sich kaum weiterentwickelt, über die Figuren hat das Drama nur wenig zu sagen.
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