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Nächste Ausfahrt Glück: Der richtige Vater

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„Nächste Ausfahrt Glück: Der richtige Vater“ // Deutschland-Start: 13. März 2022 (ZDF) // 6. Mai 2022 (DVD)

Inhalt / Kritik

Es geht gerade drunter und drüber im Leben von Katharina Wegener (Valerie Niehaus). Als wäre es nicht schon schlimm genug, dass sie Stress bei der Arbeit in der Kindertagesstätte hat, sorgt vor allem ihr Privatleben für Turbulenzen. Ihr Tochter Nina (Runa Greiner) geht nach Kanada, dafür steht plötzlich unangekündigt ihre Mutter Anschi (Ulrike Krumbiegel) vor ihr. Sohn Paul (Sebastian Schneider) steht währenddessen kurz davor, seine eigene Praxis zu eröffnen, was richtig viel Arbeit bedeutet. Doch am meisten beschäftigt sie, ihre alte Jugendliebe Juri Hoffmann (Dirk Borchardt) wiederzusehen. Denn der ist auf einmal davon überzeugt, dass Paul in Wirklichkeit sein Sohn ist und nicht der von Katharinas Ehemann Georg (Max Hopp) …

Alte und neue Gefühle

Am Sonntagabend wird es im ZDF traditionell dramatisch. Ob Frühling, Ella Schön oder die diversen Romanadaptionen, da müssen schon größere Gefühle ausgepackt werden. Relativ neu in der Herzkino-Familie ist dabei die Reihe Nächste Ausfahrt Glück, die das Publikum mit in die eher beschauliche thüringische Stadt Eisenach nimmt und von den Begegnungen einer alten Jugendliebe berichtet. So waren Katharina und Juri als Jugendliche ein Paar, bis Letzterer aus der DDR floh und später nach Kanada ging. Die ersten beiden Filme Juris Rückkehr und Beste Freundinnen erzählten dabei von der ersten Begegnung nach vielen Jahren und wie Juri mit Katharinas bester Freundin Sybille (Susanna Simon) anbändelt, obwohl er durchaus noch etwas für seine Ex empfindet. Der richtige Vater, Teil drei der Reihe, knüpft daran nahtlos an.

Tatsächliche Vorkenntnisse sind aber nicht nötig, das meiste erklärt sich relativ schnell von selbst. Im Grunde geht es in Nächste Ausfahrt Glück: Der richtige Vater, der Titel verrät es bereits, um die schon vorher aufgeworfene Frage, wer der Vater von Paul ist. Dessen Geburt fällt offensichtlich in einen Zeitraum, in dem beides möglich wäre. Ein richtig großes Geheimnis ist die Antwort aber nicht. Katharinas kaum souveräner Umgang mit der Situation lässt da schon gewisse Schlüsse zu. Überhaupt ist sie, im Gegensatz zu so manch anderer Herzkino-Protagonistin, erfrischend überfordert mit allem. Auch wenn sie sich redlich bemüht, sie bekommt weder privat noch beruflich die Probleme in den Griff, hofft ein bisschen darauf, dass die Lösung vom Himmel fällt.

Zurückhaltend und trotzdem überfrachtet

Immerhin, soviel muss man Regisseurin Esther Gronenborn (Das Leben ist kein Kindergarten: Umzugschaos) zugestehen: Sie inszeniert dieses Drama mit mehr Zurückhaltung, als man es in diesem Bereich erwarten kann und muss. Die meiste Zeit über ist das hier relativ leise. Das gilt auch für die Musik, die auf die übliche Schwülstigkeit verzichtet. Lediglich bei einer späteren Szene, wenn während einer besonders dramatischen Szene auf einmal der Regen beginnt, ist das so übel voller Klischees, dass man sich fragen darf, ob das jetzt gerade ernst gemeint oder eine Parodie ist. Dazu gibt es noch vereinzelt andere Ausrutscher, in denen sich die Figuren plötzlich gehen lassen, was nicht so wirklich passt. Aber auch das hat man schon schlimmer gesehen.

Das größere Problem ist das Drehbuch. Autor Georg Weber beschränkt sich eben nicht darauf, dass hier zwei Menschen, welche durch die DDR-Flucht die gemeinsame Zukunft verloren haben und nicht wissen, wie sie mit dem Wiedersehen umgehen wollen. Da wird dann auch fleißig drumherum irgendwas eingebaut und die Geschichte unnötig aufgeblasen. Die Verschwörungstheorien von Juris Vater (Ernst Stötzner) sind ebenso unnötig wie die Überwachungsfantasien in der Kindertagesstätte. Nächste Ausfahrt Glück: Der richtige Vater wirkt in Folge wie so viele andere Herzkino-Filme ziemlich künstlich. Stattdessen hätte man mehr in die Figuren investieren dürfen, die größtenteils ohne nennenswerte Persönlichkeit sind.

Credits

OT: „Nächste Ausfahrt Glück: Der richtige Vater“
Land: Deutschland
Jahr: 2022
Regie: Esther Gronenborn
Drehbuch: Georg Weber
Musik: Freya Arde
Kamera: Yoliswa von Dallwitz
Besetzung: Valerie Niehaus, Dirk Borchardt, Ernst Stötzner, Max Hopp, Susanna Simon, Winnie Böwe, Fabian Gerhardt, Ulrike Krumbiegel, Sebastian Schneider, Runa Greiner

Bilder

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Nächste Ausfahrt Glück: Der richtige Vater
Fazit
„Nächste Ausfahrt Glück: Der richtige Vater“ knüpft an die beiden Vorgänger and und handelt von der Frage, wer denn nun der Vater des inzwischen 30-jährigen Pauls ist. Das ist zwar über weite Strecken angenehm zurückhaltend inszeniert, letztendlich aber doch überladen, ohne wirklich etwas zu sagen. Und auch die Figuren geben nicht viel her.
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