Ella Schön - Freischwimmer TV Fernsehen ZDF Mediathek
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Ella Schön: Freischwimmer

„Ella Schön: Freischwimmer“ // Deutschland-Start: 1. Mai 2022 (ZDF) // 14. Juli 2022 (DVD)

Inhalt / Kritik

Während ihrer langen gemeinsamen Zeit sind sich Ella Schön (Annette Frier) und Christina Kieper (Julia Richter) natürlich schon näher gekommen. Dennoch kommt es für beide sehr überraschend, als sie sich eines Abends auf einer Feier küssen. Noch schockierender ist für sie, als sie am nächsten Morgen nackt nebeneinander aufwachen und sich an nichts mehr erinnern können. Hatten sie etwa Sex miteinander? Während sie versuchen, die Nacht zu rekonstruieren und dabei ihr Verhältnis zueinander auf den Prüfstein stellen, hat Ella noch ein ganz anderes Thema, um das sie sich kümmern muss. Friedrich Teetz (Reiner Schöne) hat ein Aktbild seiner Frau Inge (Adriana Altaras) zerstört und wird nun von dem Künstler verklagt. Anwalt Hans Kollkamp (Rainer Reiners) soll ihn aus dem Schlamassel helfen …

Ein Kuss mit Folgen

Der Schock bei den Fans war natürlich groß: Ella Schön wird eingestellt. Rund vier Jahre lang durfte das Publikum der autistisch veranlagten Titelheldin folgen, die sich an der Ostsee mit der geheimen Vergangenheit ihres Mannes auseinandersetzen und sich dabei selbst neu finden muss. Die große Frage war dabei oft: Mit wem wird sie denn nun ihr neues Glück finden? Nachdem es letzte Woche mit Das Glück der Erde, welches die letzte Staffel der ZDF-Filmreihe einleitete, zu diversen Turbulenzen kam und nicht mehr sicher war, ob es für eine Beziehung mit dem Kung-Fu-Trainer Arndt Engler (Oliver Stein) reichen wird, kommt mit Freischwimmer plötzlich eine ganz neue Möglichkeit hinzu. Wie wäre es denn mit Ella und Christina?

Das sorgt nicht nur bei den Anwesenden für staunende Augen, als sich die beiden in der Öffentlichkeit küssen. Auch bei den Zuschauern und Zuschauerinnen dürften so manche etwas verblüfft schauen. Einerseits ist es naheliegend, dass zwei Menschen, die sich derart stark das Leben teilen, vielleicht doch auch mehr sind als nur gute Freundinnen. Solche Grenzen können zuweilen recht fließend sein. Gleichzeitig ist die Vorstellung etwas absurd, da sie völlig aus dem Nichts kommt. Ella Schön: Freischwimmer spielt dann auch sehr mit dieser Irritation, zumal sie kurz vor Ende auftritt und nicht mehr viel Zeit bleibt, um aus dem Ganzen schlau zu werden. Ella selbst versucht das Ganze wie erwartet zu rationalisieren und dabei herauszufinden, was denn überhaupt vorgefallen ist.

Zwischen Herz und Humor

Die Idee, dass da jemand nach einem Filmriss herausfinden muss, was genau passiert ist, erinnert natürlich an Hangover, das mit einem ähnlichen Szenario zu einem Blockbuster wurde und zwei Fortsetzungen nach sich zog. Dennoch hinkt der Vergleich ziemlich. Zum einen ist die Auflösung sehr viel weniger spektakulär als bei den berauscht-vergesslichen US-Kollegen. Wo die Geschichte um deren Erinnerungsversuche schon stärkere Krimianleihen hatte, wenn überall nach Spuren gesucht werden musste, da rückt das bei Ella Schön: Freischwimmer ziemlich in den Hintergrund. Tatsächlich ist die Frage nach den Ereignissen gar nicht so wirklich relevant. Wichtiger ist für die beiden herauszufinden, was sie eigentlich wollen, da es da noch diverse andere zwischenmenschliche Verstrickungen gibt, die geklärt werden müssen.

Das bedeutet aber nicht, dass es nicht auch hier Humor gäbe. Genauer setzt man dabei auf die beliebte Komik, wenn eine sozial beeinträchtigte Ella versucht, die Welt der Menschen zu verstehen. Das ist nicht sonderlich originell, zumal das auch schon der zehnte Film dieser Reihe ist, die darauf zurückgreift. Aber es reicht doch für den einen oder anderen Schmunzelmoment. Ella Schön: Freischwimmer punktet zudem mit dem ungewöhnlichen Fall, mit dem sich die Kanzleiangestellte herumplagt. Die beteiligten Figuren sind skurril, die Rechtslage um das Zerstören von Bildern überraschend. In der Summe ist der Film daher schon recht nett und deutlich interessanter als das, was sich sonntags sonst auf dem Herzkino-Programmplatz tummelt.

Credits

OT: „Ella Schön: Freischwimmer“
Land: Deutschland
Jahr: 2022
Regie: Holger Haase
Drehbuch: Elke Rössler
Musik: Martina Eisenreich
Kamera: Konstantin Kröning
Besetzung: Annette Frier, Julia Richter, Rainer Reiners, Josef Heynert, Oscar Brose, Zora Müller, Tanja Schleiff, Reiner Schöne, Adriana Altaras

Bilder

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Ella Schön: Freischwimmer
Fazit
„Ella Schön: Freischwimmer“ beginnt mit einer überraschenden Szene, wenn sich Ella und Christina küssen. Im Anschluss gibt es die übliche Mischung aus zwischenmenschlichem Drama und Autismus-Humor. Hinzu kommt ein ungewöhnlicher Fall um ein zerstörtes Gemälde, der ebenfalls einige amüsante Momente nach sich zieht.
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