Das Traumschiff Japan TV Fernsehen ZDF DVD
© ZDF/Dirk Bartling

Das Traumschiff: Japan

Das Traumschiff 14
„Das Traumschiff: Japan“ // Deutschland-Start: 1. Januar 2019 (ZDF)

Inhalt / Kritik

Die Vorfreude ist groß bei den Passagieren und Passagierinnen an Bord des Traumschiffs, geht es doch ins Land der aufgehenden Sonne! Vor allem der neunjährige Paul (Daan Lennard Liebrenz) kann es kaum erwarten, schließlich betreibt er begeistert Kendo und steht kurz vor seiner nächsten Prüfung. Würden sich doch nur seine Eltern Saskia (Johanna Klante) und Tobias (Pierre Kiwitt) nicht ständig streiten. Dabei hat Saskia noch ganz andere Dinge im Kopf: Ihr Verlag steckt in der Krise. Da trifft es sich doch gut, dass auch der Bestseller-Schriftsteller Hendrik Claasen (Götz Otto) an Bord ist und eine neue berufliche Möglichkeit bietet. Für die Halbjapanerin Anna Sato (Agnes Decker) bedeutet die Reise mit ihrem Verlobten Daniel Felber (Tobias van Dieken) vor allem eine Reise zu ihren nicht immer ganz einfachen Wurzeln. Und auch bei der Besatzung geht es drunter und drüber. Die eineiigen Zwillinge Laura (Jana Münster) und Julia Friesinger (Sophia Münster) sorgen für Chaos, während Oskar Schifferle (Harald Schmidt) mit seinem Unterhaltungsprogramm kämpft …

Zwischen Tradition und Moderne

Seit 1981 bereits ist die Crew der ZDF-Reihe Das Traumschiff bereits auf den Weltmeeren unterwegs, hat – in wechselnder Besetzung – im Laufe der Jahre die unterschiedlichsten Länder besucht. Das sollte eigentlich genug Zeit sein, um alle wichtigen Destinationen einmal abgeklappert zu haben. Sollte man zumindest meinen. Dennoch dauerte es bis zum 83. Film knapp vier Jahrzehnte später, bis auch mal Japan auf dem Reiseprogramm stand. Während beispielsweise Hongkong, Vietnam und Kambodscha schon einmal angefahren wurden, mussten Liebhaber und Liebhaberinnen des Landes der aufgehenden Sonne lange warten. Dabei hat dieses ohne Zweifel jede Menge zu bieten. Allein die sprichwörtliche Kombination aus Tradition und Moderne ist Grund genug, einmal nach Fernost zu fahren.

Das Traumschiff: Japan versucht dann auch ein wenig, die beiden Seiten zu zeigen. Jedoch mit einer klaren Gewichtung: Das alte Japan war dem Team hinter dem Film ganz eindeutig wichtiger. So sind wir in einem traditionellen Garten und einem Tempel unterwegs, sehen dem Jungen bei der Kendo-Prüfung zu. Und als wäre das noch nicht genug, darf Annas Schwester Misaki (Linda Chang) auch noch als Geisha arbeiten. Das moderne Japan ist nicht weniger klischeehaft beschrieben. Natürlich gibt es mal wieder einen Ausflug an einen der großen Bahnhöfe, an denen sich Schifferle verlaufen darf. Eigentlich fehlen nur noch Karaoke und die futuristischen Toiletten, um das Japan-Klischee-Bingo vollzukriegen. Da wäre doch noch etwas mehr Einfallsreichtum schön gewesen.

Schöne Bilder, mieses Drehbuch

Aber das Drehbuch von Jürgen Werner (Mauritius) hat auch gar nicht den Anspruch, in irgendeiner Form künstlerisch zu sein. Oder auch realistisch. Während einige Handlungsstränge unglaublich langweilig sind, auch wegen der grauenvollen Figurenzeichnungen, wurde bei anderen völlig überzogen. Tiefpunkt ist die Geschichte um zwei Zwillingsschwestern, die sich als eine ausgeben, um so unbemerkt aufs Schiff schleichen zu können. Natürlich sind die Geschichten in der Reihe selten gut. Das Traumschiff: Japan schafft es aber irgendwie, selbst innerhalb der bescheidenen Ansprüche ziemlich weit unten angesiedelt zu sein. Als Komödie hätte das vielleicht noch funktioniert. Teilweise geht das auch in die Richtung. Nur eben nicht konsequent genug.

Der einzige Grund, sich Das Traumschiff: Japan anzuschauen, sind dabei wie immer die Bilder. Auch wenn die Aufnahmen Japans nichts sind, was man nicht schon anderweitig kennt, so können sich diese doch sehen lassen. Die Postkartenmotive ersetzen zwar keine wirkliche Reise in das fernöstliche Land, sind aber zumindest ein Ersatz für all diejenigen, die selbst nicht dorthin fahren können. Ob einem das reicht, um hier einmal reinzuschauen, ist natürlich den Zuschauern und Zuschauerinnen überlassen. Wer jedoch tatsächlich spannende Einblicke in das Land gewinnen möchte, sollte sich vielleicht alternativ überlegen, einfach Filme von dort anzuschauen. Das wäre zumindest authentischer.

Credits

OT: „Das Traumschiff: Japan“
Land: Deutschland
Jahr: 2019
Regie: Stefan Bartmann
Drehbuch: Jürgen Werner
Musik: Hans Günter Wagener
Kamera: Marc Prill
Besetzung: Sascha Hehn, Barbara Wussow, Nick Wilder, Harald Schmidt, Johanna Klante, Pierre Kiwitt, Agnes Decker, Tobias van Dieken, Götz Otto, Jana Münster, Sophia Münster, Daan Lennard Liebrenz, Linda Chang, Gen Seto

Bilder

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Das Traumschiff: Japan
Fazit
Nach knapp vier Jahrzehnten macht „Das Traumschiff: Japan“ endlich auch mal im Land der aufgehenden Sonne Halt. Die Aufnahmen können sich dabei auch sehen lassen, selbst wenn die ebenso klischeehaft sind wie die dazugehörigen Geschichten. Der Rest des Drehbuchs ist nicht minder mies, hat beispielsweise mit grauenvollen Figurenzeichnungen zu kämpfen.
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