Rosamunde Pilcher: Vier Luftballons und ein Todesfall TV Fernsehen ZDF Streamen online Video on Demand DVD kaufen
© ZDF/Jon Ailes

Rosamunde Pilcher: Vier Luftballons und ein Todesfall

Rosamunde Pilcher Edition 24
„Rosamunde Pilcher: Vier Luftballons und ein Todesfall“ // Deutschland-Start: 2. Januar 2022 (ZDF)

Inhalt / Kritik

Als Angestellte in einem Blumengroßhandel hat Gwen Sherman (Meriel Hinsching) eine Menge zu tun. Aber die Arbeit macht ihr Spaß, sie hat auch ein gutes Verhältnis zu ihrem Chef Joey Hamilton (Bernd-Christian Althoff). Tatsächlich sind sie sich zuletzt sogar nähergekommen, weil Joey angefangen hat, sie zu umgarnen – was Gwen durchaus zu schätzen weiß. Doch als sie bei einer Auslieferung bei einem Friedhof in ein Grab stürzt, lernt sie den Notarzt Lennard Boyle (Moritz Otto) kennen. Und auch der hat es ihr angetan. Ihre Mutter Ellen (Janina Hartwig) rät ihr jedoch davon ab, sich auf Lennard einzulassen. Denn der hat vor gerade einmal einem Jahr seine Frau durch einen Autounfall mit Fahrerflucht verloren und ist noch immer in Trauer um sie …

Zu viel Liebe auf einmal

Offiziell versucht sich das ZDF ein wenig von Rosamunde Pilcher zu lösen, einem der Urgesteine der sonntäglichen Programmschiene Herzkino. Wohl auch, weil die Liebesdrama-Reihe nach den Geschichten der britischen Autorin ein weniger gutes Image in der Öffentlichkeit genießt. Wirklich hinter sich lassen will der Sender diese Reihe aber nicht. Zum einen werden noch immer jedes Jahr neue Teile produziert. Kürzlich war da etwa Die Glücksbringerin, bei dem eine Schornsteinfegerin und ein Architekt nach vielen Jahren doch noch zusammengekommen. Und wenn es darum geht, Löcher im Programm zu stopfen, werden gern alte Folgen ausgegraben. Eine solche ist Vier Luftballons und ein Todesfall, die ursprünglich 2022 als 163. Teil des Dauerbrenners ausgestrahlt wurde.

Von dieser Praktik mag man halten, was man will. Fakt ist aber, dass selbst ein Publikum, welches den Film seinerzeit gesehen hat, sich nicht unbedingt an diesen erinnern wird. Denn dafür ist das hier mal wieder zu austauschbar geworden. Das fängt schon damit an, dass hier wie in so vielen anderen Beiträgen die Protagonistin zwischen zwei Männern steht und sich entscheiden muss. Rosamunde Pilcher: Vier Luftballons und ein Todesfall variiert das ein wenig, indem sie zu Beginn der Geschichte nicht wirklich mit dem einen zusammen ist. Sie sind mehr am Anbändeln. Sonst geht es normalerweise damit los, dass die Hauptfigur in einer Beziehung feststeckt, bei der sie erst noch erkennen muss, dass sie falsch ist. Bei dem Film hier muss diese Beziehung erst noch kommen – um dann wieder abgewickelt zu werden.

Business as usual

Ein weiteres Klischee, was hier mal wieder bemüht wird, ist das der traurigen Vorgeschichte. Irgendwie meinen sie bei diesen Filmen immer, dass da unbedingt etwas Schlimmes vorgefallen sein muss, damit das Wirkung zeigt. Da wird dann Tragik mit Tiefgang verwechselt. Ein bisschen irritierend ist dabei auch, wie die eigene Tochter Lilly (Eline Doenst) den Vater gerade einmal ein Jahr nach dem Todesfall dazu drängt, sich mit anderen Frauen zu treffen. Aber in dieser Reihe zeigt man ein zuweilen recht zynisches Menschenbild, bei dem Individuen nur ein Mittel zum Zweck sind. Rosamunde Pilcher: Vier Luftballons und ein Todesfall ist da keine Ausnahme.

Dennoch hat es schon schlimmere Teile gegeben als diesen hier. So nerven die Figuren weniger, als es manchmal der Fall ist. Und auch wenn die Verstrickungen hier nicht gerade die glaubwürdigsten sind, sind doch zumindest die zugrundeliegenden Themen nachvollziehbar und bieten Identifikationsfläche. Der Einfall mit dem Luftballon, der dem Film auch seinen Titel gegeben hat, ist sogar ganz süß geworden. Das macht aus Rosamunde Pilcher: Vier Luftballons und ein Todesfall keinen guten Film. Es reicht ja nicht einmal fürs Mittelfeld. Aber es könnte der Zielgruppe reichen, zumal es wie immer schöne Landschaften und attraktive Menschen gibt. Das ersetzt dann für so manche eine gute Geschichte oder spannende Figuren.

Credits

OT: „Rosamunde Pilcher: Vier Luftballons und ein Todesfall“
Land: Deutschland
Jahr: 2022
Regie: Nina Vukovic
Drehbuch: Andreas Bradler, Karsten Rüter
Vorlage: Rosamunde Pilcher
Musik: Andreas Weidinger
Kamera: Holger Greiß
Besetzung: Meriel Hinsching, Moritz Otto, Bernd-Christian Althoff, Janina Hartwig, Andreas Hoppe, Eline Doenst

Bilder

Noch mehr Herzkino

Die sonntags auf dem ZDF ausgestrahlte Reihe Herzkino gehört zu den Dauerbrennern des Senders. Seit 1987 laufen, damals noch unter dem Titel Der große ZDF Sonntagsfilm, deutsche Dramen, die sich meistens mit Familien- und Liebesgeschichten befassen. Mehrere Hundert Titel wurden so im Laufe der letzten Jahrzehnte produziert. Unten findet ihr alle unsere bisherigen Rezensionen zu diesem Thema auf einen Blick.

Herzkino Kritiken

Kaufen / Streamen

Bei diesen Links handelt es sich um sogenannte Affiliate-Links. Bei einem Kauf über diesen Link erhalten wir eine Provision, ohne dass für euch Mehrkosten entstehen. Auf diese Weise könnt ihr unsere Seite unterstützen.




(Anzeige)

Rosamunde Pilcher: Vier Luftballons und ein Todesfall
fazit
In „Rosamunde Pilcher: Vier Luftballons und ein Todesfall“ steht eine Blumenverkäuferin zwischen ihrem Chef und einem trauernden Witwer. Die Folge ist nicht ganz so schlimm wie andere Teile aus dieser Reihe. Sonderlich glaubwürdig ist das Ergebnis jedoch nicht, zudem gibt es viele Klischees.
Leserwertung0 Bewertungen
0
4
von 10