Das Traumschiff Island TV Fernsehen ZDF Streamen online Mediathek Video on Demand DVD kaufen
© ZDF/Dirk Bartling

Das Traumschiff: Island

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„Das Traumschiff: Island“ // Deutschland-Start: 5. April 2026 (ZDF)

Inhalt / Kritik

Eigentlich hatte Dominik Dahlke (Bernhard Piesk) mit seinem Vater nach Island fahren wollen, so wie sie es früher getan haben. Doch nach dessen Tod bleibt dem Sohn nichts anderes übrig, als allein an Bord zu gehen. Dabei bleibt er nicht lang allein. Nikolaus Andresen (Barnaby Metschurat) belegt nicht nur die Kabine nebenan. Die beiden Männer haben noch mehr gemeinsam, wie sie bald feststellen müssen. Evelyn Küpper (Saskia Vester) hingegen freut sich, noch einmal mit ihrer Enkelin Ronja (Rosa von Lobenstein) zu verreisen. Dabei ahnt sie nicht, dass sie auf der Insel ihre alte Liebe Toni Meissner (Michaela May) wiedersehen wird. Dr. Jessica Delgado (Collien Fernandes) macht hingegen eine ganz neue Bekanntschaft, als sie sich bei einer Wanderung verirrt …

Überfällige Reise

Sie gehören fest zum sonntäglichen ZDFHerzkino dazu: die Geschichten um Das Traumschiff. Meistens werden diese um die Feiertage herum ausgestrahlt. So ging es zuletzt an Neujahr nach Afrika: Madikwe, wo wir mehr über ein verhindertes Selbstmord-Duo und eine Patchwork-Familie erfahren. Weihnachten stand Bora Bora auf dem Reiseprogramm, damals ging es um ein Mutter-Tochter-Gespann, ein peinliches Praktikum und ein mangelndes Tanztalent. Wer seither das Bedürfnis nach weiteren Urlaubsimpressionen entwickelt hat, darf aufatmen. So steht an Ostern mit Island eine Fahrt zur europäischen Insel an. Diese ist inzwischen ein beliebtes Reiseziel. Da ist es fast schon verwunderlich, dass es in der mittlerweile 45 Jahre andauernden Erfolgsreihe keinen früheren Anlauf gab.

Ansonsten hält sich der 109. Teil des Dauerbrenners eng an die bewährten Pfade. Wie praktisch immer gibt es hier drei Stränge, die parallel erzählt werden. Zwei davon betreffen die Gäste, der dritte geht um die Schiffsärztin. Letzterer ist der kürzeste, dürfte dennoch für reichlich Diskussionen sorgen. Zunächst sieht es danach aus, als wollte Das Traumschiff: Island diesen primär nutzen, um die Schönheit der Insel zu zeigen. Schließlich stapft Delgado durch die Gegend, was mit viel Grün verbunden ist. Der Film geht dabei aber gleichzeitig auf die Mythen des Landes ein. Grundsätzlich ist das nicht verkehrt, ein Manko der Reihe ist oft, dass sie über die Reiseziele so wenig zu sagen hat. Ob das aber auf diese Weise geschehen musste, steht auf einem anderen Blatt. Manche werden das hier schon lächerlich finden, wenn Realität und Fantasie nicht voneinander zu trennen sind.

Zwischen Klischee und Übertreibung

Richtig dramatisch geht es bei dem Strang um die beiden Männer zu, die nach kurzer Zeit an Bord erfahren müssen, dass sie – Vorsicht Spoiler – Halbbrüder sind, weil ihr Vater parallel zwei Leben führte und dies geheim hielt. Dieses Motiv findet sich immer mal wieder in deutschen Fernsehproduktionen, wird auch in der x-ten Variation nicht glaubwürdiger. Natürlich will diese Reihe nicht realistisch sein, die Geschichten sind oft konstruiert. Der Gegensatz der beiden Figuren ist es auch, gerade zu Beginn versucht Das Traumschiff: Island etwas verkrampft, die Halbbrüder als konträr zu beschreiben. Vielleicht sollte das Ergebnis komisch sein. Falls ja, ist der Versuch gescheitert. Ein paar der gemeinsamen Szenen sind aber zumindest rührend geworden, weshalb die inhaltlichen Schwächen leichter ignoriert werden können.

Der dritte Strang um die beiden Frauen, die sich „zufällig“ Jahrzehnte später wiedersehen und dabei wieder Gefühle füreinander entwickeln, ist ebenfalls eine typische Drehbuchkonstruktion. Wirklich störend ist das aber nicht, zumal es schon irgendwie nett ist, von der Liebe zweier Seniorinnen zu erzählen. Sehr oft sieht man das ja nicht. Dafür gibt es wieder reichlich Klischees drumherum, die Balance aus übertrieben und einfallslos stimmt mal wieder nicht. Mehr als ein mäßiges Drama ist aber mal wieder nicht draus geworden. Insgesamt ist Das Traumschiff: Island dennoch erträglicher geworden als so manch andere Entgleisung, die man in dieser Reihe findet. Schöne Bilder gibt es sowieso.

Credits

OT: „Das Traumschiff: Island“
Land: Deutschland
Jahr: 2026
Regie: Tina Kriwitz
Drehbuch: Stephanie Blöbaum, Martin Wilke, Jochen S. Franken
Musik: Hans Günter Wagener
Kamera: Daniel Bussmann
Besetzung: Florian Silbereisen, Barbara Wussow, Daniel Morgenroth, Collien Fernandes, Michaela May, Saskia Vester, Rosa von Lobenstein, Barnaby Metschurat, Bernhard Piesk, Pétur Óskar, Evelyn Burdecki

Bilder

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Die sonntags auf dem ZDF ausgestrahlte Reihe Herzkino gehört zu den Dauerbrennern des Senders. Seit 1987 laufen, damals noch unter dem Titel Der große ZDF Sonntagsfilm, deutsche Dramen, die sich meistens mit Familien- und Liebesgeschichten befassen. Mehrere Hundert Titel wurden so im Laufe der letzten Jahrzehnte produziert. Unten findet ihr alle unsere bisherigen Rezensionen zu diesem Thema auf einen Blick.

Herzkino Kritiken

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Das Traumschiff: Island
fazit
In „Das Traumschiff: Island“ geht es um Jahrzehnte alte Familiengeheimnisse und eine alte Liebe, die überraschend wieder aufgefrischt werden darf. Die Geschichten sind mal wieder ziemlich konstruiert. Dennoch ist das Drama ein wenig besser als die direkt vorangegangenen Entgleisungen. Schöne Bilder gibt es sowieso.
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