Frühling - Leben oder nicht! TV Fernsehen ZDF Streamen online Mediathek Video on Demand DVD kaufen
© ZDF/Barbara Bauriedl

Frühling: Leben oder nicht!

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„Frühling: Leben oder nicht!“ // Deutschland-Start: 8. März 2026 (ZDF)

Inhalt / Kritik

Für die 13-jährige Ava Gartner (Cara Vondey) steht die Welt Kopf, als sie erfährt, dass sie schwanger ist. Hinzu kommt, dass sie sich nicht wirklich anderen anvertrauen kann. Weder ihre Eltern Luise (Lena Dörrie) und Mike (Stefan Murr) noch der 14-jährige Kindsvater Lucas (Emile Chérif) und dessen Mutter Amanda (Sina Wilke) sind hilfreich, da sie alle auf eine Abtreibung drängen und sie dauernd unter Druck setzen. Doch Ava will das so nicht, sie braucht Ruhe und Abstand. In ihrer Not wendet sie sich daraufhin an Katja Baumann (Simone Thomalla). Sie steht ihr auch mir Rat und Tat zur Seite. Aber auch die erfahrene Dorfhelferin kann nicht verhindern, dass sich die Situation immer weiter zuspitzt und die Jugendliche nicht mehr weiter weiß …

Wichtiges Thema

Nachdem Frühling ewig mit einer dysfunktionalen Familie für Irritierungen sorgte, wurde mit Am Ende einer Lüge dieses Thema kürzlich zu den Akten gelegt, zumindest vorübergehend. Aber es gibt ja weitere Probleme, über die man sprechen kann. Und das wird bei der ZDF-Dramareihe, die im Rahmen der Herzkino-Programmschiene ausgestrahlt wird, ausgiebig getan. So ging es vergangene Woche in Vergiss mein nicht um einen Mann, der nach einem Unfall seine Erinnerungen verliert, auch die an seine gescheiterte Ehe, die er retten will. Das Ende sah so aus, als würde die Geschichte fortgeführt. In Leben oder nicht!, der fünften von sechs Folgen der aktuellen 15. Staffel, wird das aber nicht groß thematisiert. Stattdessen sind die beiden plötzlich wieder ein Paar.

Das Happyend auf Knopfdruck ist typisch für eine Reihe, die immer das große Drama will, aber keine Lust hat, sich wirklich mit den Themen zu beschäftigen oder irgendwie Arbeit zu investieren. Und das gilt dann auch für die nächste thematische Sau, die in Frühling: Leben oder nicht! durch das bayerische Dorf getrieben wird. Prinzipiell ist diese wichtig und es wert, dass man über sie spricht. Was bedeutet es für eine Jugendliche, die eigentlich noch ein Kind ist, wenn sie plötzlich schwanger ist? Und wie geht man als Umfeld damit um? Ein sehr gutes Beispiel, wie so etwas aussehen kann, ist Jeunes Mères – Junge Mütter. Dort geht es um mehrere junge Mütter in einer speziellen Einrichtung, die für sich nach einem passenden Weg suchen, wie es für sie weitergehen kann. Dabei werden verschiedene Themen angesprochen, unterschiedliche Schicksale aufgezeigt, ohne vorgefertigte Antworten oder feste Urteile.

Hysterisches Drama statt Tiefgang

Aber dafür muss man eben das nötige Interesse mitbringen und auch ein gewisses Einfühlungsvermögen. Bei der deutschen TV-Produktion gibt es stattdessen wieder viel Hysterie, weil eine normale Kommunikation zu einfach wäre. Dabei ist Frühling: Leben oder nicht! sogar noch einigermaßen glaubwürdig, was man bei dieser Reihe eher selten behaupten kann. Zumindest nimmt man den ganzen Figuren die Überforderung ab. Hilfreicher wäre es dennoch gewesen, wenn der Film die Situation zum Anlass genommen hätte, um über das alles einmal nachzudenken. Stattdessen gibt es zum Ende hin die obligatorische dramatische Zuspitzung, weil das immer die einfachste Methode ist, um Menschen zusammenzuführen. Warum investieren, wenn man auch einfach zwingen kann?

Bei den diversen anderen Geschichten geht diesmal nichts voran. So ist es inzwischen offensichtlich offiziell aus zwischen Adrian (Kristo Ferkic) und Lilly (Julia Willecke), was nie wirklich erklärt wurde. Die Vatersuche von Lilly ist auf einmal kein Thema mehr. Auch der Nebenstrang um Arthur Moser (Timur Bartels) und dessen Probleme wird nicht wirklich aufgegriffen. Frühling: Leben oder nicht! ist zwar nicht ganz so furchtbar wie die beiden vorangegangenen Folgen. Das heißt aber nicht, dass das Ergebnis sehenswert ist. Wer nicht gerade ein Fan der Reihe oder großer Dramen ist, kann den Sonntagabend anderweitig verplanen. Nächste Woche geht es in dem Staffelfinale Ich weiß, was du heimlich getan hast unter anderem um die Frage, wie es mit Ava weitergeht.

Credits

OT: „Frühling: Leben oder nicht“
Land: Deutschland
Jahr: 2026
Regie: Michael Karen
Drehbuch: Natalie Scharf
Musik: Siggi Mueller
Kamera: Alexander Fischerkoesen
Besetzung: Simone Thomalla, Kristo Ferkic, Johannes Herrschmann, Caroline Ebner, Catalina Navarro Kirner, Cara Vondey, Lena Dörrie, Stefan Murr, Emile Chérif, Sina Wilke

Bilder

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Frühling: Leben oder nicht!
fazit
In „Frühling: Leben oder nicht!“ wird eine 13-Jährige ungewollt schwanger, was für alle ein großes Problem darstellt. Die Folge ist zwar etwas lebensnaher, als es einige vorangegangene waren. Statt einer wirklichen Auseinandersetzung mit den Themen gibt es aber wieder hysterisches Drama.
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