Baumgeflüster Tv Fernsehen ZDF Streamen online Mediathek Video on Demand DVD kaufen
© ZDF/Susanne Bernhard

Baumgeflüster

Baumgeflüster Tv Fernsehen ZDF Streamen online Mediathek Video on Demand DVD kaufen
„Baumgeflüster“ // Deutschland-Start: 29. März 2026 (ZDF)

Inhalt / Kritik

Privat läuft es bei Yascha Krüger (Linus Schütz) gerade nicht so toll. So sehr er sich auch anstrengt, er findet keinen Partner – sehr zur Sorge seines besten Freundes Holger Petri (Robert Stadlober). Dafür tut sich beruflich umso mehr. Eigentlich ist der studierte Forstwirt im Ministerium angestellt. Nun soll er aber den erkrankten Revierförster vertreten und dabei auch gleich einen Privatwald abkaufen, der in einen Nationalpark umgewandelt werden soll. Bislang gehörte der einer Frau, die sich vehement gegen den Verkauf wehrte, nun aber gestorben ist. Bei seiner Arbeit im Wald lernt Yascha den Fotografen Mats Stein (Aaron Friesz) kennen und findet sofort Gefallen an ihm. Dumm nur, dass sich kurze Zeit später herausstellt, dass Mats ausgerechnet der Erbe des Waldes ist …

Viel Liebe im Wald

Grundsätzlich wird das sonntägliche Herzkino von den großen Reihen wie Rosamunde Pilcher, Frühling oder Das Traumschiff dominiert, die jedes Jahr mehrere neue Teile bekommen. Dann und wann produziert das ZDF aber auch Einzeltitel, die für sich stehen und keine eigene Reihe bilden sollen. Zuletzt gab es Ende des Jahres zwei solcher Filme zu sehen. Liebesbrief an Jenny handelte von einer übergewichtigen Frau und einem Fitnessexperten, die sich ineinander verlieben. Eine fast perfekte Bescherung war der obligatorische Weihnachtsfilm, diesmal ging es um eine Gruppe von Menschen, die wegen eines Bombenfundes notgedrungen Weihnachten zusammen in der Turnhalle einer Schule verbringen müssen. Ganz so explosiv geht es bei Baumgeflüster nicht zu. Dafür gibt es hier zumindest theoretisch Fortsetzungspotenzial, selbst wenn in der Hinsicht offiziell nichts gesagt wurde.

Wie es sich für einen Beitrag dieser Programmschiene gehört, nimmt Romantik viel Raum ein. So beginnt die Geschichte gleich mit einer Dating-Situation des Protagonisten, welche nach wenigen Sekunden ergebnislos endet. Als dann Fotograf Mats auftaucht, weiß das Publikum bereits, wer Yascha aus seiner Einsamkeit befreien will. Neben dieser Hauptromanze gibt es einen Nebenstrang um den besten Freund Holger und dessen Partner Mirko Zumdeik (Jochen Schropp), bei denen es gerade kriselt. Außerdem taucht noch Yaschas Mutter Pari (Inka Friedrich), in die sich der Forstarbeiter Harry Seidl (Thomas Loibl) verguckt. Dieser Strang wird zwar nur halbherzig verfolgt, trägt aber dazu bei, dass Baumgeflüster ziemlich monothematisch daherkommt. Klar, beim Herzkino ist Liebe oft das wichtigste. Schade ist es aber schon, dass das Setting des Waldes und die Arbeit darin zu einer bloßen Kulisse verkommen.

Zu viele Klischees

Dabei sieht es zwischenzeitlich danach aus, als könnte der Film noch grundsätzlichere Themen ansprechen. Gerade der Verkauf des Waldes, der mit unterschiedlichen Interessen einhergeht, hätte sich eigentlich dafür angeboten, auch ein bisschen Tiefgang zu liefern. Baumgeflüster ignoriert das aber. Die unglücklichen Date-Erfahrungen der Hauptfigur zu Beginn des Films werden ebenfalls nicht genutzt, um etwas über moderne Beziehungen zu verraten. Stattdessen gibt es lahme Witze. Das queere Element beschränkt sich auf Klischees, auch hier ist also wenig zu holen. Stadlobers Figur verkommt zu einem Stereotyp, was das eigene Bekenntnis zu Diversität sabotiert.

Wobei die Liebeskomödie auch sonst nicht die einfallsreichste ist. Mal wieder gibt es eine große Lüge der Hauptfigur, welche ihr kurz vor Schluss vor die Füße fällt, damit dann kurz so getan werden kann, als wäre die Romanze in Gefahr. Das ist nicht nur wenig kreativ. Man gibt sich nicht einmal die Mühe, diese Lüge inhaltlich zu begründen. Wo in anderen Fällen wenigstens noch ein wirklicher Interessenskonflikt vorlag, ist in Baumgeflüster nie ersichtlich, warum Yascha denn lügt. Einen Privatwald kaufen zu wollen, um ihn in einen Nationalpark zu verwandeln, ist nun wirklich nichts, was verheimlicht werden müsste. Zumal das ja nicht einmal Yaschas Vorschlag ist, er diesen nur übermitteln soll. Dass der Film da so extrem konstruiert ist, nur um Klischees zu erfüllen, hätte nun wirklich nicht sein müssen, und zieht die ansonsten eigentlich ganz nette Liebeskomödie unnötig runter.

Credits

OT: „Baumgeflüster“
Land: Deutschland
Jahr: 2026
Regie: Dirk Kummer
Drehbuch: Claudia Matschulla, Arnd Mayer
Musik: Annette Focks
Kamera: Alexander Püringer
Besetzung: Linus Schütz, Aaron Friesz, Robert Stadlober, Inka Friedrich, Thomas Loibl, Henriette Richter-Röhl

Bilder

Noch mehr Herzkino

Die sonntags auf dem ZDF ausgestrahlte Reihe Herzkino gehört zu den Dauerbrennern des Senders. Seit 1987 laufen, damals noch unter dem Titel Der große ZDF Sonntagsfilm, deutsche Dramen, die sich meistens mit Familien- und Liebesgeschichten befassen. Mehrere Hundert Titel wurden so im Laufe der letzten Jahrzehnte produziert. Unten findet ihr alle unsere bisherigen Rezensionen zu diesem Thema auf einen Blick.

Herzkino Kritiken

Kaufen / Streamen

Bei diesen Links handelt es sich um sogenannte Affiliate-Links. Bei einem Kauf über diesen Link erhalten wir eine Provision, ohne dass für euch Mehrkosten entstehen. Auf diese Weise könnt ihr unsere Seite unterstützen.




(Anzeige)

Baumgeflüster
fazit
In „Baumgeflüster“ soll ein Förster wider Willen einen Privatwald kaufen und verliebt sich dabei in dessen Besitzer. Der Film holt aus dem Setting und den angesprochenen Themen wenig heraus, stattdessen gibt es eine austauschbare Liebeskomödie. So reicht es am Ende doch nur für Mittelmaß.
Leserwertung0 Bewertungen
0
5
von 10