Inga Lindström: Ein Sommer voller Wunder TV Fernsehen ZDF Streamen online Mediathek Video on Demand DVD kaufen
© ZDF/Ralf Wilschewski

Inga Lindström: Ein Sommer voller Wunder

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„Inga Lindström: Ein Sommer voller Wunder“ // Deutschland-Start: 22. März 2026 (ZDF)

Inhalt / Kritik

Marie (Marie von Reibnitz) kann beruhigt ihrer Zukunft entgegenblicken. In der Kanzlei ihres Vaters Hans (Francis Fulton-Smith) hat die Anwältin immer einen Platz. Ihr Freund Frederik (Daniel Noah) ist ihr ebenso treu ergeben, hat ihr jetzt sogar einen Heiratsantrag gemacht. Die Sache hat nur einen Haken: Marie weiß gar nicht, ob sie das will. Erst einmal steht aber sowieso ein Urlaub mit ihrer besten Freundin Hilli (Anna Bachmann) an. Nach Rom soll es gehen, vorher wollen sie noch einen Abstecher bei Hillis Tante Sanna (Marion Kracht) machen. Und irgendwie kommt dabei alles anders. Nicht nur, dass Sanna einen Bandscheibenvorfall hat und erst einmal Unterstützung braucht. Marie lernt dabei auch Simon (Max Rothbart) kennen, der kürzlich ein fahrbares Puppentheater von seinem Vater geerbt hat …

Und ewig die falsche Beziehung

Nachdem die letzten Wochen der Sonntagabend im ZDF Frühling gehörte, meldet sich jetzt eine andere Herzkino-Dramareihe zurück. Inga Lindström gehört zu den umfangreichsten, die auf diesem Programmplatz ausgestrahlt werden. Zuletzt war dort Liebst du mich? zu sehen, wo eine Frau eigentlich die Familie ihres Freundes kennenlernen soll, dann aber zu ihrem Bruder fährt und sich dort in einen anderen Mann verliebt. Davor handelte Minnas Traum von einer Frau, die ein eigenes Weingut führen möchte und sich dabei verliebt. Nun kommt mit Ein Sommer voller Wunder der nächste Teil dieser Reihe heraus, inzwischen sind wir bei 109 angekommen. Und das Publikum darf dabei das eine oder andere Déjà-vu-Erlebnis haben.

Mal wieder ist eine der beiden Hauptfiguren in einer Beziehung, die aber die falsche ist. Das war bei den letzten zwei Filmen auch schon so. Und mal wieder wird dies bewusst, indem die richtige Person auftaucht, ganz zufällig natürlich. Manchmal versuchen diese Liebesdramen noch eine Begründung zu liefern, warum jemand der oder die falsche ist. Inga Lindström: Ein Sommer voller Wunder tut das nicht. Später heißt es zwar, dass sich Marie nicht länger ihr Leben vorschreiben lassen will. Das ist prinzipiell nachvollziehbar. Nur hat sie selbst keine Vision davon, was sie will. Immer, wenn man sie fragt, was ihre Ziele sind, heißt es nur, dass sie das selbst nicht weiß. Und auch sonst bleibt das alles ziemlich schwammig bei ihr. Von einer Anwältin, die als taff beschrieben wird, sollte man schon meinen, dass sie weiß, wie sie sich ausdrücken kann.

Unsympathische Hauptfigur

Grundsätzlich ist es natürlich nicht verkehrt, wenn da eine fehlbare Figur im Mittelpunkt steht. Das schafft mehr Identifikationsfläche als diese lupenreinen Heldinnen, mit denen man es manchmal zu tun bekommt. Problematisch wird es aber, wenn es ins Gegenteil kippt. Marie ist mit ihrer passiv-aggressiven Art sehr unsympathisch geworden. Immer wieder lässt sie andere auflaufen, macht ihnen Vorwürfe, ohne sich wirklich mit etwas auseinanderzusetzen. Sie wirkt dadurch eher wie eine mürrische Teenagerin, nicht wie jemand, der sein Leben im Griff hat. Warum sie in Inga Lindström: Ein Sommer voller Wunder gleich zwei Männer hat, die ihr hinterherlaufen, wird nicht klar. Ebenso wenig, warum man als Zuschauer bzw. Zuschauerin mit ihr mitfühlen soll.

Das ist schade, weil der Film durchaus auch Stärken hat. So ist das alles schon ziemlich gut gespielt, dem Ensemble lässt sich wirklich kein Vorwurf machen. Außerdem ist das mit den handgemachten Puppen charmant geworden, gibt Inga Lindström: Ein Sommer voller Wunder Persönlichkeit. Nur fehlt diese ansonsten eben. Das ist mal wieder ein sehr formelhafter Teil geworden, der ebenso gut von einer künstlichen Intelligenz stammen könnte. Dass da ein Familiengeheimnis und eine tragische Vorgeschichte hineingequetscht werden musste, macht das Ergebnis nicht besser. Nur unglaubwürdiger. Trotz der einzelnen gelungenen Elemente, das ist hier wieder nichts geworden.

Credits

OT: „Inga Lindström: Ein Sommer voller Wunder“
Land: Deutschland
Jahr: 2026
Regie: Marco Serafini
Drehbuch: Christiane Sadlo
Musik: Alessandro Molinari
Kamera: Sebastian Wiegärtner
Besetzung: Marie von Reibnitz, Max Rothbart, Marion Kracht, Francis Fulton Smith, Angela Roy, Anna Bachmann, Daniel Noah, Leah Lavinia, Stephan Bürgi

Bilder

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Herzkino Kritiken

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Inga Lindström: Ein Sommer voller Wunder
fazit
In „Inga Lindström: Ein Sommer voller Wunder“ lernt eine unschlüssige Anwältin einen Puppenspieler kennen und überdenkt ihr Leben. Der Film kombiniert eine formelhafte Geschichte mit einer passiv-aggressiven, unsympathischen Hauptfigur. Da können dann auch das gute Ensemble und die charmanten Puppen nichts mehr retten.
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