Rosamunde Pilcher: Einspruch für die Liebe TV Fernsehen ZDF Streamen online Mediathek Video on Demand DVD kaufen Herzkino
© ZDF/Steve Tanner

Rosamunde Pilcher: Einspruch für die Liebe

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„Rosamunde Pilcher: Einspruch für die Liebe“ // Deutschland-Start: 4. Januar 2026 (ZDF)

Inhalt / Kritik

Eigentlich ist es der Anwalt Bill Reynolds (Kerim Waller) gewohnt, vor Gericht seine Fälle zu gewinnen. Umso ärgerlicher ist, dass er bei einem simplen Streit zwischen seinem früheren Lehrer und Förderer Frederik Duffy (Felix Vörtler) und Nachbarin Diane Lloyd (Nina Kronjäger) verliert. Und das auch noch gegen seine Kollegin Johanna Rashford (Anna Hausburg), mit der er zuvor aneinandergeraten ist und die gerade ihren ersten Fall vor Gericht hatte. Trotz ihrer mangelnden Erfahrung ist Reynolds angetan von ihr und bietet ihr einen Job in seiner Kanzlei an. Rashford lehnt zuerst ab, weil sie ganz eigene Vorstellungen von dem Beruf hat, sagt dann aber doch zu. Während die beiden sich so näherkommen, taucht Bills Bruder Daniel (Jan Tsien Beller) auf und sorgt für jede Menge Chaos …

Liebe auf den zweiten Blick

Ein bisschen ist Rosamunde Pilcher beim ZDF ja in Ungnade gefallen. Obwohl die Reihe seit 1993 erfolgreich läuft und einer der festen Stützpfeiler der Herzkino-Programmschiene ist und war, sollen in Zukunft weniger neue Teile gedreht werden. So gab es 2025 zwar viele Wiederholungen, aber nur zwei tatsächlich neue Filme. Im kontrovers aufgenommenen Jahrestag ging es um ein Ehepaar, das sich nach 50 Jahren scheiden lassen möchte – ein ungewohntes Szenario für diese Liebesfilme. Traditioneller war da schon Wer immer du bist über einen Finanzberater in der Bredouille, der unter einem falschen Namen eine Gärtnerin kennenlernt. Mit Einspruch für die Liebe gibt es jetzt wieder einen neuen Teil der 1993 gestarteten Reihe, es ist der 176.

Bei diesem geht es betont konventionell zu. So weiß man schon in der ersten Szene, dass Reynolds und Rashford füreinander bestimmt sind, noch bevor wir ihren Namen oder ihre Lebensgeschichte kennen. Sie selbst haben keine Ahnung. Tatsächlich streiten sie sich beim ersten Treffen sogar. Ein erfahrenes Publikum ist dennoch im Bilde, was es damit auf sich hat. Schließlich ist das eines der wiederkehrenden Klischees in solchen Filmen. Rosamunde Pilcher: Einspruch für die Liebe macht daher zunächst nicht so wahnsinnig viel Lust darauf, sich den Rest des Films anzuschauen. Zumal die Figuren auch sehr anstrengend sind: Beide sind auf ihre Weise überheblich. Während er dem Stereotyp des versnobten Besserwissers entspricht, verkauft sie sich auf aggressive Weise als Weltverbesserin, hat aber kein Problem damit, vor Gericht zu lügen.

Furchtbare Figuren

Danach wird es eine Zeit lang besser. Zum einen kommen die beiden Figuren sich näher und geben zusammen ein attraktives Paar ab, selbst wenn die zwei das erst einmal nicht sein wollen. Ein bisschen Dynamik kommt zudem durch den kleinen Bruder hinzu, der für viel Chaos sorgt und nicht ganz so verkrampft auftritt wie praktisch alle anderen Charaktere. Rosamunde Pilcher: Einspruch für die Liebe arbeitet da natürlich mit einem großen Kontrast zwischen den beiden Brüdern. Und der obligatorischen tragischen Vorgeschichte, ohne die ja kaum ein Herzkino auskommt. Das ist dann zwar alles ziemlich berechnend, es funktioniert aber einigermaßen und ohne übergroßen Anlass für Ärger – bei diesen Filmen nun wirklich keine Selbstverständlichkeit.

Die positivere Zwischenpassage wird zum Ende hin dann leider doch wieder zunichtegemacht. Zum einen wird auf befremdliche Weise Daniel zu einem Love Interest gemacht. Außerdem schlägt dann die furchtbare Figurenzeichnung der beiden verhinderten Turteltauben wieder durch. So attraktiv Anna Hausburg (Käthe und ich: Verhängnisvolle Liebe) und Kerim Waller (Steirerschuld) zweifelsfrei sind: Es macht nicht sonderlich viel Spaß, den beiden dabei zuzusehen, wie sich die Figuren so dämlich anstellen und alles ganz kompliziert machen müssen. Mit Romantik hat Rosamunde Pilcher: Einspruch für die Liebe dann eher wenig zu tun. Dafür gibt es wieder schöne Aufnahmen aus der englischen Provinz. Wem das reicht, schaltet ein. Ein Publikum auf der Suche nach realistischen Liebesgeschichten, ist hingegen falsch.

Credits

OT: „Rosamunde Pilcher: Einspruch für die Liebe“
Land: Deutschland
Jahr: 2026
Regie: Marc Prill
Drehbuch: Jochen S. Franken, Martin Wilke
Vorlage: Rosamunde Pilcher
Musik: Patrick M. Schmitz
Kamera: Holger Greiß
Besetzung: Anna Hausburg, Kerim Waller, Felix Vörtler, Nina Kronjäger, Jan Tsien Beller, Zeynep Bozbay

Bilder

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Rosamunde Pilcher: Einspruch für die Liebe
fazit
In „Rosamunde Pilcher: Einspruch für die Liebe“ geraten ein erfolgreicher Anwalt und seine Kollegin erst aneinander, entwickeln dann aber Gefühle füreinander. Das fängt klischeehaft an, wird kurzzeitig besser, nur um dann doch wieder ärgerlich zu sein. So attraktiv die Besetzung ist, gegen die furchtbaren Figuren kommen sie nicht an.
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