Inga Lindström: Liebst du mich? Tv Fernsehen ZDF Streamen online Mediathek Video on Demand DVD kaufen
© ZDF/Ralf Wilschewski

Inga Lindström: Liebst du mich?

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„Inga Lindström: Liebst du mich?“ // Deutschland-Start: 11. Januar 2026 (ZDF)

Inhalt / Kritik

Eigentlich war Jule (Klara Deutschmann) gerade auf dem Weg, endlich die Familie ihres Freunds Edwin (Eric Bouwer) kennenzulernen. Doch dann erhält sie einen Anruf ihres Bruders Hanno (Lukas Zumbrock), der dringend ihre Hilfe bei seinem Bistro braucht. Trotz der Proteste von Edwin macht sie sich daher auf den Weg. Dabei trifft sie auf Paul (Ferdinand Seebacher) und dessen Tochter Lotta (Lillemor Leistenschneider), die den Sommer am See verbringen wollen. Während Jule und Paul sich mit der Zeit näherkommen, ist eine andere Begegnung wenig erfreulich: Ihr verschollener Vater Otto (Heio von Stetten) taucht wieder auf. Aber auch Lotta muss sich einer Krise stellen, als sie ein lang verschwiegenes Familiengeheimnis aufdeckt …

Zynische Liebesbekundung

Inga Lindström und kein Ende. Obwohl inzwischen mehr als 100 Filme zu dem Dauerbrenner im ZDFHerzkino gedreht wurden, wird kontinuierlich an Nachschub gearbeitet. So ist es gerade einmal zwei Wochen her, dass mit Minnas Traum ein neuer Teil ausgestrahlt wurde. Dabei ging es um eine Frau, die ein eigenes Weingut etablieren möchte und dabei unerwartet Hilfe von einem Architekten erhält, der nackt vor ihr Auto läuft. Jetzt gibt es mit Liebst du mich? bereits die nächste Folge, es ist die mittlerweile 108. der 2004 gestarteten Reihe nach Geschichten von Christiane Sadlo, die sich selbst eben Inga Lindström nennt. Überraschende nackte Tatsachen gibt es diesmal keine. Und auch sonst muss man Überraschungen lange suchen.

So beginnt die Geschichte mal wieder damit, dass die Protagonistin mit einem Freund zusammen ist, der sie nicht zu schätzen weiß. Der Film fackelt nicht lang, um diesen als unsympathisch und bevormundend zu charakterisieren. Denn das braucht es, damit Jule später ohne jegliches schlechtes Gewissen ihn mit einem anderen Mann hintergehen darf, der nach wenigen Minuten bereits eingeführt wird. Denn Seitensprünge sind nur schlimm, wenn die Heldin das Opfer ist. Sonst geht das in Ordnung, ist ja für die wahre Liebe. Das ist eine recht zynische Einstellung zu Beziehungen, die natürlich nichts mit Romantik und echten Gefühlen zu tun hat. Aber Inga Lindström: Liebst du mich? ist – wie viele andere Filme aus dem Herzkino-Segment – nicht wirklich daran interessiert, sich mit solchen Themen auseinanderzusetzen. Menschen sind ein Mittel zum Zweck, in mehr als einer Hinsicht.

Hauptsache tragisch!

Ähnlich fragwürdig ist, wie hier mal wieder irgendwelche tragischen Vorgeschichten aus dem Hut gezaubert werden. Natürlich gibt es solche auch in der Realität, es ist also nicht so, dass es solche in Filme nicht geben darf. Hier wird das aber ähnlich zweckmäßig gesehen. Gleich zwei solcher Traumata werden eingeführt, damit in Inga Lindström: Liebst du mich? Konflikte erzwungen werden können. Dass das in der geballten Form ein bisschen viel ist und auch der diversen „Zufälle“ wegen nicht glaubwürdig ist, interessierte mal wieder niemand. Das ist einer dieser Streifen, die auf maximale Gefühle und großes Drama setzen, obwohl es das so überhaupt nicht gebraucht hätte. Man wird hier geradezu erschlagen.

Das ist insofern schade, weil es hier einige schöne Momente gibt. Klara Deutschmann und Ferdinand Seebacher, beide immer wieder im Fernsehen zu Gast, sind ein attraktives Paar, bei dem es Spaß macht zuzusehen. Hätte man sich darauf konzentriert, wäre das zusammen mit den schönen Landschaften zwar nicht mehr gewesen als nette Berieselung. Doch die Versuche von Inga Lindström: Liebst du mich?, das alles komplexer zu machen und für Tiefe zu sorgen, sind so missglückt, dass am Ende ein Film herausspringt, der weniger bewegt als vielmehr ein regelmäßiges Ausgenrollen nach sich zieht. Das muss einen nicht stören, die Zielgruppe dieser Filme interessiert sich nicht für Kriterien wie Glaubwürdigkeit oder Originalität. Wer nicht zu dieser gehört, kann den Sonntagabend anderweitig verbringen.

Credits

OT: „Inga Lindström: Liebst du mich?“
Land: Deutschland
Jahr: 2025
Regie: Ann-Kristin Knubben
Drehbuch: Christiane Sadlo
Musik:  Karim Sebastian Elias
Kamera: Niklas J. Hoffmann
Besetzung: Klara Deutschmann, Ferdinand Seebacher, Lillemor Leistenschneider, Heio von Stetten, Lukas Zumbrock, Eric Bouwer

Bilder

Noch mehr Herzkino

Die sonntags auf dem ZDF ausgestrahlte Reihe Herzkino gehört zu den Dauerbrennern des Senders. Seit 1987 laufen, damals noch unter dem Titel Der große ZDF Sonntagsfilm, deutsche Dramen, die sich meistens mit Familien- und Liebesgeschichten befassen. Mehrere Hundert Titel wurden so im Laufe der letzten Jahrzehnte produziert. Unten findet ihr alle unsere bisherigen Rezensionen zu diesem Thema auf einen Blick.

Herzkino Kritiken

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fazit
In „Inga Lindström: Liebst du mich?“ will eine Frau ihrem Bruder helfen und trifft dabei eine neue Liebe. Das Ergebnis ist ein typisches Herzkino, das gleichzeitig wenig überraschend und völlig übertrieben ist. Und auch der Zynismus im Hinblick auf Schicksalsschläge und Beziehungen hätte nicht sein müssen.
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