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Langsam nimmt die deutsche Filmfest-Szene wieder an Fahrt auf. So meldet sich mit dem Filmfest Hamburg eines der größeren, international beachteten Festivals wieder zurück. Ganz spurlos ist Corona-Pandemie natürlich auch an den Hanseaten nicht vorüber gegangen. So gilt es dieses Mal nicht nur spezielle hygienische Bedingungen und Voraussetzungen zu erfüllen. Auch an dem Programm hat sich einiges geändert, im Guten wie im Schlechten. Die schlechte Nachricht ist, dass wie diverse andere Festivals auch dieses Mal weniger Filme gezeigt werden. So sind es 76 Filme, die zwischen dem 24. September und 3. Oktober 2020 um die Aufmerksamkeit des Publikums buhlen werden, knapp die Hälfte von dem, was 2019 noch zu sehen war. Dafür können dieses Jahr zum ersten Mal auch Leute zusehen, die es nicht nach Hamburg schaffen – ein eigenes, ergänzendes Online-Angebot macht es möglich.

Die Auswahl selbst ist wieder eine bunte Mischung aus prominenteren und kleineren Titeln. Frisch aus Venedig importiert wurden unter anderem der Abschlussfilm Nomadland mit Frances McDormand als Nomadin quer durch die USA, der kurz zuvor mit dem Goldenen Löwen ausgezeichnet wurde. Auch das berührend-skurrile Gaza mon amour, die Tragikomödie Apples über eine Gedächtnisverlust-Pandemie, die Doku I Am Greta und Lav Diaz’ neues Opus Genus Pan werden direkt nach der Weltpremiere auch in Hamburg zu Gast sein. Eröffnungsfilm Enfant Terrible, ein Biopic über Fassbinder, hätte hingegen ebenso wie das französische Thrillerdrama Rascal und der polnische Film Sweat über eine Instagram-Influencerin in Cannes laufen sollen. Neben diesen ernsten Themen gibt es aber auch wieder einiges zum Schmunzeln, sei es bei der Sundance-Gaunerkomödie Kajillionaire oder den diversen Filmen, die in der Kinder- und Jugendsektion Michel laufen.

Bemerkenswert ist dieses Jahr zudem die hohe Zahl von Debüt-Filmen, die auf dem Festival laufen. Unter anderem werden Moritz Bleibtreu und Bjarne Mädel ihre jeweiligen Regie-Erstlinge Cortex bzw. Sörensen hat Angst vorstellen, und das sogar persönlich. Denn auch wenn die Rahmenbedingungen kaum internationale Gäste zulassen, so lassen es sich doch einige Filmemacher*innen und Schauspieler*innen nicht nehmen, vor Ort zu sein und für ein bisschen Festivalatmosphäre zu sorgen. Mehr Infos und das vollständige Programm findet ihr auf www.filmfesthamburg.de.

Unsere Rezensionen vom Filmfest Hamburg 2020



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Filmfest Hamburg (2020)
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