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DOKfest Muenchen 2020 PlakatAlles neu macht der Mai? Das vielleicht nicht. Doch dieses Jahr zeigt sich das DOK.fest München zumindest in einer ungewohnten Form. Nachdem die weltweit grassierende Corona-Pandemie keine Filmfestivals der traditionellen Sorte mehr zulässt, überlegten sich die Münchner eine Alternative. Und so findet die 35. Ausgabe des Fests rein online statt. Auf diese Weise müssen die Fans der jährlichen Veranstaltung zumindest hier nicht komplett verzichten, wie es bei den meisten anderen Filmfesten der Fall ist. Die neue Version hat zudem den Vorteil, dass sie in ganz Deutschland ein Zuhause findet. Wem bisher die Fahrt nach München zu weit war oder sich keinen Urlaub nehmen konnte, kann also erstmals ganz bequem in den eigenen vier Wänden dabei sein und ausgiebig reinschnuppern.

Am nötigen Stoff wird es nicht mangeln, insgesamt stehen vom 6. bis 24. Mai 2020 ganze 121 Filme aus 42 Ländern zur Verfügung, also nicht viel weniger als in einem „normalen“ Jahr. Darunter finden sich zahlreiche Premieren: 69 sind das erste Mal in Deutschland zu sehen, weitere 21 sind sogar richtige Weltpremieren. Unterteilt werden die Werke wie bislang in verschiedene Sektionen. DOK.focus lasting memories zeigt Filme, die sich mit dem Nationalsozialismus befassen, etwa der Eröffnungsfilm The Euphoria of Being über eine 90-jährige Holocaust-Überlebende, die ihr Leben mittels eines Tanzes erzählt.

In DOK.international laufen die Filme aus dem internationalen Wettbewerb. Die thematische Bandbreite ist groß, von der persönlichen Hommage Babenco: Tell Me When I Die aus Brasilien über das Protestporträt Hong Kong Moments bis zu Sunless Shadows über junge Iranerinnen im Gefängnis ist alles dabei. Lokaler geht es in DOK.deutsch zu, einem Wettbewerb rund um deutsche Menschen und Geschichten, siehe etwa das sensible Demenz-Tagebuch in Vater mein Bruder. Und natürlich gibt es auch Werke, die einen direkten Bayernbezug haben, darunter Lene und die Geister des Waldes, Walchensee Forever oder After Munich, das an die schreckliche Geiselnahme während der Olympiade 1972 in München erinnert.

Karten gibt es entweder als Einzelticket pro Film oder als Festivalticket, mit dem man sich so viel anschauen kann, wie man mag. Zusätzlich zu den Filmen gibt es Q&As und Live-Events, die ebenfalls online abgerufen werden können. Mehr Infos und das vollständige Programm findet ihr auf www.dokfest-muenchen.de.

Unsere Rezensionen vom DOK.fest München 2020



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DOK.fest München (2020)
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