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Im letzten Jahr war die Berlinale das letzte große Filmfest, das noch gewohnt abgehalten werden konnte, bis die Corona-Pandemie weltweit den Filmbetrieb gehörig durcheinanderwirbelte. Doch 2021 wurde auch das bedeutendste Festival Deutschlands von den Umständen eingeholt. Die Hoffnung auf eine reguläre Veranstaltung inklusive großem Publikum und Stars auf roten Teppichen gab die aktuelle Lage nach wie vor nicht her. Ganz absagen, wie es Cannes 2020 getan hat, wollte man nicht. Eine reine Online-Veranstaltung war aber ebenso keine Option.

Also entschied man sich für ein Hybrid-Festival, sprich eine Kombination aus Stream und Kino. Anders als es bei mehreren Filmfesten, die ebenfalls eine solche duale Veranstaltung wagten, wurden die beiden Komponenten aber komplett voneinander getrennt. So findet vom 1. bis 5. März 2021 ein aufs Internet beschränkter Industry Event für Händler und Presse statt. Vom 9. bis 20. Juni soll dann eine Publikumsversion folgen, diesmal dann vor Ort, sofern bis dahin die Pandemie in Griff ist. Die Idee: Durch den langen Vorlauf soll während der Monat schon einmal kräftig Werbung für die gezeigten Filme gemacht werden. Ein bisschen Hype schadet schließlich nie.

Umfangreiches Programm mit Stars und Geheimtipps

Tatsächlich bekommt das Publikum auf diese Weise die Gelegenheit, sich schon etwas mehr mit dem Programm auseinanderzusetzen. Denn das ist, trotz der widrigen Bedingungen, wieder recht umfangreich geworden. So gibt es auch 2021 die üblichen Sektionen wie den Wettbewerb, das experimentelle Forum oder auch Generation, welches jüngeren Zuschauern und Zuschauerinnen gewidmet ist. Es finden sich auch wieder eine Reihe großer, prominent besetzter Titel im Angebot, wenngleich die zum Teil im Online-Programm nicht zu finden sind. Dazu zählen Daniel Brühls Regiedebüt Nebenan oder auch Fabian oder Der Gang vor die Hunde nach Erich Kästner. Bei den internationalen Titeln machten sich beispielsweise Der Mauretanier mit Jodie Foster und French Exit und Michelle Pfeiffer rar, beide für Golden Globes nominiert.

Dafür sind neue Werke von einigen Festival-Granden präsent. Beispielsweise meldet sich die französische Filmemacherin Céline Sciamma mit Petite Maman zurück, Dauergast Hong Sansoo ist mit Introduction vertreten. Mit Tides und Ich bin dein Mensch sind gleich zwei Science-Fiction-Werke aus Deutschland dabei. Interessant hört sich auch die marxistische Vampirkomödie Blutsauger an. Ebenfalls mit Horrorelementen arbeitet Der Betatest, eine blutige Abrechnung mit Hollywood. Language Lessons von und mit Natalie Morales und Mark Duplass wiederum macht Mut darauf, dass auch in Zeiten von Corona und Isolation Menschen zueinander finden können – wenn sie es zulassen. Denn irgendwann, so lehrt uns die Berlinale darf und wird die Show wieder weitergehen.

Das vollständige Programm und weitere Infos findet ihr auf www.berlinale.de.

Unsere Rezensionen von der Berlinale 2021



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