
Gemeinsam haben James Belmont (Brad Pitt) und sein Hund Odin viel Schreckliches beim Militär erleben müssen. Und auch wenn die beiden sich aus dem aktiven Dienst zurückgezogen haben, werden sie doch immer mal wieder von den Erinnerungen an die Kampfeinsätze eingeholt. Um diesen entkommen zu können, zieht Belmont das Leben in der Einöde Alaskas vor, wo er nur selten einen anderen Menschen zu Gesicht bekommt. Als er eines Tages mit seinem kleinen Flugzeug unterwegs ist, erleidet er jedoch einen Herzinfarkt und stürzt ab. Zwar überleben die beiden das Unglück, sind jetzt aber mitten in der Wildnis gestrandet. Mit einem begrenzten Vorrat und ohne jede Hilfe müssen sie einen Weg in die Wildnis zurückfinden und dabei zahlreiche Gefahren meistern …
Klassisches Survival-Abenteuer
War Brad Pitt in den 1990ern und 2000ern eines der markantesten Gesichter Hollywoods, ist er in den letzten Jahren primär als Produzent in Erscheinung getreten sowie durch die private Schlammschlacht. Das macht jeden Auftritt des Schauspielstars zu einer Art Ereignis. Manchmal zieht er auch tatsächlich noch die Massen an, das Rennsportdrama F1: Der Film wurde zu einem beachtlichen Erfolg. Die Actionkomödie Wolfs hinterließ hingegen eher weniger Eindruck. Mit Eiserne Wildnis – Heart of the Beast meldet sich der US-Amerikaner nun wieder zurück und stellt sein Talent als Hauptdarsteller unter Beweis. Tatsächlich ist er über weite Strecken sogar der einzige Mensch, der überhaupt in dem Film zu sehen ist. Wobei man sich natürlich darüber streiten kann, ob er oder der Hund nun der Liebling des Films ist.
Auf jeden Fall bekommt man von beiden genug zu sehen. Genauer sehen wir zu, wie die zwei sich rund anderthalb Stunden durch die Wälder schlagen. Anfangs werden Erinnerungen an den kurz zuvor gestarteten Das Ende der Sterne wach: ein Mann, ein Hund, ein Kleinflugzeug und eine menschenleere Gegend. Doch während die besagte Romanadaption zumindest noch versuchte, eine Geschichte zu erzählen, hat man bei Eiserne Wildnis – Heart of the Beast keine narrativen Ambitionen. Stattdessen handelt es sich um ein klassisches Survivalabenteuer über einen Menschen, der in einer unwirtlichen Gegend den Weg zurück in die Zivilisation sucht – siehe etwa All Is Lost – Überleben ist alles oder Arctic. Während dort aber das Setting selbst schon voller Gefahren ist, da sind die Wälder Alaskas eigentlich idyllisch. Tatsächlich gefährlich wird es in dem Film nur selten. Und eine dieser brenzligen Situationen ist auch noch selbstverschuldet.
Nichtssagend und kitschig
Richtig aufregend ist das Ganze daher eigentlich nicht, über lange Zeit ist der Film eher entspannend als spannend. Offensichtlich war man sich dessen bewusst, weshalb es neben der Haupthandlung noch die Vorgeschichte gibt. Grundsätzlich ist es natürlich nicht verkehrt, wenn einer Figur in einem solchen Überlebenskampf noch eine Persönlichkeit gegeben werden soll. Nur ist das im konkreten Fall mäßig interessant. Nur weil jemand Soldat war, ist das kein Grund, an dem Schicksal teilhaben zu müssen. Jemanden allein darüber definieren zu wollen, ist ein bisschen wenig. Zumal diese Vorgeschichte über weite Strecke völlig irrelevant für die Handlung ist. An einer Stelle kommen die über viele Jahre erworbenen Fähigkeiten zum Einsatz. Das war es aber auch schon.
Zum Ende hin packt Eiserne Wildnis – Heart of the Beast das alles noch mal aus, um noch stärker auf Emotionen zu setzen. Und hier wird es dann richtig übel. Nicht nur, dass Regisseur David Ayer, der zuletzt mit den Actionfilmen The Beekeeper und A Working Man Tiefpunkte seiner Karriere vorlegte, gibt sich da nicht nur dermaßen stark dem Kitsch hin, dass der Film unfreiwillig komisch wird. Die Szene nimmt und nimmt und nimmt außerdem einfach kein Ende. Das ist schade, weil die Landschaften atemberaubend sind, es durchaus intensive Momente gibt und Pitt geradezu lässig den Film trägt. Aber da sind einfach zu viele Schwächen, unbedingt gesehen haben muss man dieses späte Abenteuer nicht.
OT: „Heart of the Beast“
Land: USA
Jahr: 2026
Regie: David Ayer
Drehbuch: Cameron Alexander
Musik: Jared Michael Fry
Kamera: Mauro Fiore
Besetzung: Brad Pitt
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