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© ZDF/Michael Ihle

Ostfriesentodesspiel

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„Ostfriesentodesspiel“ // Deutschland-Start: 7. November 2026 (ZDF)

Inhalt / Kritik

Eigentlich haben Ann Kathrin Klaasen (Picco von Groote) und Frank Weller (Tom Radisch) ja Urlaub und sie freuen sich schon darauf, die Arbeit komplett hinter sich lassen zu können. Als plötzlich Rupert (Barnaby Metschurat) vor ihnen steht, wollen sie deshalb erst einmal nicht hören, was er ihnen zu sagen hat. Doch als sie erfahren, dass der Serienmörder Dr. Bernhard Sommerfeldt (Sven Schelker) aus dem Gefängnis geflohen ist, können sie das nicht einfach ignorieren. Zu gefährlich ist der Mann, den Klaasen seinerzeit ins Gefängnis brachte und der ihr eigener Arzt war, ohne dass sie ahnte, was dieser im Schilde führte. Es dauert dann auch nicht lang, bis Sommerfeldt sich wieder an die Arbeit macht und sein mörderisches Treiben fortsetzen will …

Kein Rätselkrimi

Ostfrieslandkrimis gehört inzwischen zu den produktiveren ZDF-Krimireihen. Gab es zu Beginn 2017 immer einen neuen Teil pro Jahr, hat man den Output auf zwei, oft sogar drei Filme pro Jahr erhöht. Zuletzt handelte Ostfriesensturm vor etwa einem halben Jahr von einer rätselhaften Mordserie, bei der die Leichen in Szene gesetzt und verschandelt wurden. Mit Ostfriesentodesspiel gibt es jetzt den zweiten Neuzugang 2026, es ist der 16. Teil der beliebten Reihe. Größere Experimente geht man dabei nicht ein, man hält sich an das, was sich in den letzten Jahren bewährt hat. Wobei es einen großen Unterschied zu sonst gibt. Üblicherweise muss bei diesen Filmen aufgeklärt werden, wer ein bestimmtes Verbrechen begangen hat. Dieses Mal verzichtet man jedoch ausnahmsweise auf diesen Whodunit-Aspekt: Wer hier was macht, ist immer bekannt.

Das klingt dann vielleicht etwas langweilig, zumindest für Zuschauer und Zuschauerinnen, die gerne rätseln. Die Adaption des gleichnamigen Romans von Klaus-Peter Wolf versucht dafür, auf andere Weise Spannung zu erzeugen. So soll das Publikum bei Ostfriesentodesspiel mitfiebern, wenn der Killer auf freiem Fuß ist. Wird er gleich wieder jemanden ermorden? Was sind seine Ziele? Und auch wenn es quasi obligatorisch ist, dass der Verbrecher irgendwann wieder geschnappt oder ausgeschaltet wird, darf man sich doch fragen, auf welche Weise das geschehen wird. Intensive Szenen sind dabei zu erwarten, da es einen persönlichen Bezug gibt. Solche sind in Krimis zwar oft ein Ärgernis, weil sie auf plumpe Weise erzwingen wollen, dass man beim Zuschauen mehr Anteilnahme entwickelt. Hier funktioniert es aber ganz gut, auch weil tatsächlich Angst damit verbunden ist.

Unheimlich gespielt

Dass das funktioniert, ist auch Sven Schelker zu verdanken. Der hatte bereits in Ostfriesentotenstille den todbringenden Arzt Sommerfeldt gespielt, also den Vorgänger des neuen Films. Manche werden ihn auch aus Tatort: Unter Feinden kennen, wo er kürzlich als korrupter und skrupelloser Polizist zu sehen war. Dass der Schweizer Schauspieler sich auf unheimliche und irgendwie verrückte Charaktere versteht, hat er bewiesen. Bei Ostfriesentodesspiel ist das nicht anders. Er überzeugt auch deshalb als Psychopath, weil er eigentlich wie ein Sonnyboy aussieht und es dadurch einen starken Kontrast gibt zwischen dem ansprechenden Äußeren und dem Abgrund dahinter. Die übrigen angeknacksten Figuren, und von denen gibt es mehrere, sind ebenfalls eindrücklich gespielt.

Während die Umsetzung prinzipiell also geglückt ist, krankt der Film an einem nur mäßig interessanten Inhalt. Selbst wenn man kein Problem damit hat, dass es hier wie oben nur wenig Geheimnisse und Rätsel gibt, hat Ostfriesentodesspiel nicht sonderlich viel zu bieten. Der Ablauf der Handlung ist ohne größere Überraschungen oder auch inszenatorische Einfälle. Die Figuren sind überwiegend auch nicht sehr interessant geworden, sind entweder nichtssagend oder durchgeknallt. Dadurch kommt die Mischung aus Krimi und Thriller nicht über Mittelmaß hinaus. Aber man kann sich hiermit schon die Zeit vertreiben, da gab es in der Reihe schwächere Teile.

Credits

OT: „Ostfriesentodesspiel“
Land: Deutschland
Jahr: 2026
Regie: Marcus O. Rosenmüller
Drehbuch: Niels Holle
Vorlage: Klaus-Peter Wolf
Musik: Boris Bojadzhiev, Lukas Kiedaisch
Kamera: Stefan Spreer
Besetzung: Picco von Groote, Tom Radisch, Barnaby Metschurat, Sven Schelker, Marie Schöneburg, Wolf Bachofner, Sofie Eifertinger, Christian Ahlers, Milena Straube, Jule Böwe, Ulrike Lüthi-Willenbacher

Bilder

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Ostfriesentodesspiel
fazit
In „Ostfriesentodesspiel“ jagt die Polizei einen eiskalten Serienmörder, der aus dem Gefängnis ausgebrochen ist. Die Geschichte und die Figuren sind nichts Besonderes, zu rätseln gibt es auch nichts. Dennoch ist der Thriller einen Blick wert, da der Gegenspieler tatsächlich unheimlich geworden ist.
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